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Rückblick auf die schwersten Straftaten

Ein Jahr voller Gewalt: Zahlreiche schwere Straftaten erschütterten 2024 die Inn-Salzach-Region

Zahlreiche schwere Straftaten erschütterten im Jahr 2024 die InnSalzach-Region – besonders im Landkreis Altötting.
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Zahlreiche schwere Straftaten erschütterten im Jahr 2024 die Inn-Salzach-Region – besonders im Landkreis Altötting.

Drogenschmuggel, Kinderpornografie, Raub und Totschlag: Ein Rückblick auf die Straftaten in der Inn-Salzach-Region 2024 fällt besorgniserregend aus. Gerade im Landkreis Altötting gab es viel Gewalt. Ein Überblick über die Taten und den Ausgang der Ermittlungen.

Landkreis Altötting / Mühldorf / Wasserburg – Der Rückblick auf das Jahr 2024 und die schwersten Straftaten in der Inn-Salzach-Region ist besorgniserregend. Von Wasserburg bis Burghausen wurden viele Orte von Gewaltverbrechen erschüttert, besonders häufig war der Landkreis Altötting betroffen. In einigen Fällen konnten die Tatverdächtigen bereits festgenommen und verurteilt werden – in anderen steht dies jedoch noch aus. Ein Überblick über die schwersten Taten und deren juristische Folgen.

Ein Kilo Amphetamin in der Mütze

Bereits am 18. Februar sorgte ein Fall in Burghausen für Aufsehen, als Schleierfahnder der Grenzpolizeigruppe Burghausen ein Fahrzeug im Stadtgebiet kontrollierten. Der Fahrer legte einen gefälschten polnischen Führerschein vor. Doch das war längst nicht alles. Wie die Polizei berichtet, entdeckten die Beamten bei der weiteren Kontrolle „einen Amphetaminbrocken mit einem Gewicht von einem Kilogramm“, versteckt in einer mitgeführten Mütze.

Ein solcher Fund sei „absolut nicht alltäglich“, hieß es aus Polizeikreisen. Die sichergestellte Menge hätte für mehrere Tausend Konsumeinheiten gereicht – ein erheblicher Schlag gegen den regionalen Drogenhandel. Noch am gleichen Tag konnte der Mann festgenommen werden und wurde am 16. Oktober 2024 vom Landgericht Traunstein zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Weil er in seinem Auto einen Baseballschläger mitführte, wurde ihm – neben anderen Straftaten – bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Razzia wegen Kinderpornografie: 13 Objekte durchsucht

Nur wenige Wochen später, am 12. März, folgte der nächste großangelegte Einsatz. In den Landkreisen Altötting und Mühldorf wurden im Rahmen eines sogenannten „Action Days“ insgesamt 13 Objekte durchsucht. Anlass waren mehrere Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte. Die Kriminalpolizei Mühldorf sicherte „umfangreiches Datenmaterial“, so ein Sprecher der Polizei.

Insgesamt konnten daraufhin 15 Ermittlungsverfahren eingeleitet werden – die Beschuldigten waren zwischen Jugendalter und 70 Jahren alt. Einer der Angeklagten wurde bereits vom Amtsgericht Altötting wegen Besitzes jugendpornografischer Inhalte zu einer Geldstrafe verurteilt – gegen einen weiteren Mann wurde wegen des geringen Umfangs ein Erlass des Strafbefehls beantragt.

Auch die Verfahren gegen einen Jugendlichen und zwei Heranwachsende wurden eingestellt, nachdem die Beschuldigten ihre erzieherischen Auflagen und Weisungen erfüllten. Ein Jugendstrafverfahren ist aktuell noch anhängig. Die verbleibenden acht Ermittlungsverfahren wurden ebenso eingestellt, da die Tatnachweise nicht erbracht werden konnten.

Mann fährt in Garching gezielt zwei Menschen an

Am 23. März kam es in Garching an der Alz zu einem versuchten Tötungsdelikt, das die Region erschütterte. Ein 53-jähriger Mann fuhr laut Polizei „gezielt zwei Personen mit seinem Pkw an“. Ein Mann wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, ein weiterer leicht. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen noch am gleichen Tag fest, und behielt ihn bis zum 10. April 2024 in Untersuchungshaft.

Der Haftbefehl wurde aufgehoben, weil der ursprüngliche Verdacht des versuchten Totschlags nicht bestätigt werden konnte. Laut Staatsanwaltschaft habe der 53-Jährige der Polizei gegenüber angegeben, dass er noch vor dem Zusammenstoß mit den Menschen eine Vollbremsung eingeleitet habe. Das Unfallgutachten habe dies nicht widerlegen können, weshalb man davon ausgeht, dass der Mann von einem Tötungsversuch „zurückgetreten ist“.

Der Prozess zu diesem Fall findet am 16. Juli am Amtsgericht Altötting statt. Die Anklage lautet auf schweren gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und gefährliche Körperverletzung in drei Fällen.

Raubüberfall auf Spielhalle in Neuötting

Am 3. April folgte ein Raubüberfall auf eine Spielhalle in Neuötting: Zwei maskierte Männer bedrohten eine Angestellte und forderten die Öffnung mehrerer Spielautomaten. Sie entkamen mit dem Bargeld zu Fuß und blieben unerkannt. Ein Anfangsverdacht gegen eine Person führte zwar zu einem Ermittlungsverfahren, das jedoch eingestellt werden musste, da die Täterschaft nicht nachzuweisen war. Laut Staatsanwaltschaft gibt es derzeit keinen Hinweis auf die tatsächlichen Täter.

Arzt in Wasserburger Klinik niedergestochen

Nur wenige Tage später, am 8. April, kam es auf dem Gelände einer Klinik in Wasserburg am Inn zu einer tödlichen Messerattacke. Ein Psychiater wurde dabei niedergestochen und verstarb trotz aller Reanimationsversuche. Polizeibeamte, die sich wegen eines anderen Einsatzes auf dem Gelände befanden, konnten schließlich den Tatverdächtigen festnehmen.

Der Beschuldigte blickt auf eine lange Drogenkarriere zurück. Nach zahlreichen Aufenthalten in Entziehungsanstalten landete er schließlich in der Klinik in Wasserburg, wo ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde. Über zehn Jahre nach seiner Entlassung im Jahr 2013 kehrte der 41-Jährige aber in die Klinik zurück, um seinen früheren Arzt zu töten. Zwar wurde die Tat vom Landgericht Traunstein als Mord bewertet, doch wegen der Erkrankung des Täters konnte er deswegen nicht verurteilt werden. Er wurde dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Burghausen: Mutter verletzt Kind mit Messer

Besonders erschütternd war eine Tat in Burghausen am 22. Mai: Eine Mutter stach auf ihre vierjährige Tochter ein und verletzte sie dabei lebensgefährlich. Anschließend soll sie das Mädchen gewürgt haben und versuchte vor den eigenen Eltern, ihre Tochter vom Balkon der Hochhauswohnung zu werfen. Bei ihrem Prozess im Januar 2025 sagte die 36-jährige Alleinerziehende, dass sie wegen Wohnungsnot unter großem Stress gestanden und schließlich Wahnvorstellungen bekommen habe.

So war sie überzeugt, ihr Kind könnte wie ein Engel davonfliegen. Nach ihrer Festnahme war die Mutter sofort in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Ein Psychiater bestätigte vor Gericht, dass die Frau zum Zeitpunkt der Tat an einer bipolaren Störung mit psychotischen Symptomen litt und deswegen schuldunfähig sei. Das Gericht ordnete eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Versuchte Tötung vor Disko in Burghausen

Am 14. Juli kam es erneut zu einem versuchten Tötungsdelikt, diesmal vor einer Diskothek in Burghausen. Eine Auseinandersetzung eskalierte derart, dass ein Mann durch Schläge und Tritte schwer verletzt wurde. Die Täter – vier Männer – ließen erst von ihm ab, als unbeteiligte Passanten eingriffen. Es wurde ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Die Kriminalpolizei Mühldorf übernahm die Ermittlungen, die noch immer andauern und bisher nicht zu den Tätern führte.

Tödliche Schlägerei in Altötting

Ein weiterer dramatischer Fall ereignete sich am 13. Oktober vor einem Club in Altötting. Aus einem Streit wegen eines erteilten Hausverbots entwickelte sich eine Schlägerei zwischen zwei Personengruppen. Ein Mann (†41) verlor dabei sein Leben, zwei weitere wurden verletzt. Am 8. Juli startete nun der Prozess gegen die drei Hauptverdächtigen am Landgericht Traunstein. Dort zeigten Überwachungsvideos einen brutalen Kampf, der sich zwischen drei ungarischen Clubgästen und dem Security-Mitarbeiter entwickelt hatte.

Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde der Türsteher mit einem Messerstich in den Unterbauch verletzt. Der Bruder des Security-Mitarbeiters, der ihm zu Hilfe eilte, wurde im Laufe des Kampfes mit einem Stich in den Oberschenkel verletzt. Er und ein Dritter, der dem Mitarbeiter helfen wollte, sind in dem Prozess die Hauptangeklagten. Ihre brutalen Fausthiebe und Fußtritte auf den Kopf von einem der drei Ungarn, sollen zum Tode des Mannes geführt haben. Der Prozess läuft noch bis zum 5. August. Innsalzach24.de berichtet live aus dem Gerichtssaal.

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