Prozess gegen drei Angeklagte aus Altötting
Abschluss des ersten Prozesstages mit verstörenden Bildern brutalster Schläge und Tritte
Traunstein / Altötting – Nach einer brutalen Schlägerei mit tödlichem Ausgang beginnt nun der Prozess gegen drei Männer vor dem Landgericht Traunstein. Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt.
Übersicht
- Vorbericht – Prozess nach tödlicher Club-Schlägerei beginnt
- Update 11:00 Uhr – Gericht warnt Zuschauer vor brutaler Gewalt: Videos von tödlicher Schlägerei wird gezeigt
- Update 12:00 Uhr – Erschüttert von Tatvideos: Die drei Angeklagten gestehen ihre Taten
- Update 13:30 – Erster Teil der Überwachungsvideos zeigt Aufkeimen massiver Gewalt
- Update 14:45 – Abschluss des ersten Prozesstages mit verstörenden Bildern massiver Brutalität
Abschluss des ersten Prozesstages mit verstörenden Bildern massiver Brutalität
Ein zweites Video vom Treppenabgang zur Tiefgarage zeigt, wie die Auseinandersetzung weitergeht. Noch auf der Treppe geht der Streit weiter und endet in einer brutalen Schlägerei, bei der auch der Security-Mitarbeiter mit massiven Schlägen auf Köpfe einschlägt. Es ist eine sehr unübersichtliche Mischung aus Schlägen und Tritten und man sieht wie jeweils zwei Männer aufeinander einschlagen. Alles auf den blanken Treppenstufen auf dem Weg hinab zur Tiefgarage
.„Jetzt wird es dann ernst“, warnt Richter Ziegler und zeigt die Aufnahmen einer weiteren Kamera in der Tiefgarage. Eine Tür öffnet sich und die sich schlagenden Männer stürzen in ein weiteres Treppenhaus, wo sich einige Menschen aufhalten. Was dann zu sehen ist, geht einerseits schnell und ist unglaublich unübersichtlich. Im Gerichtssaal weinen Familienmitglieder des verstorbenen Ungarn Peter*. Immer wieder ertönt Stöhnen, Räuspern und den Zuschauern öffnet sich vor Entsetzen der Mund. Die extreme Gewalt die man sieht, wird mit voller Wucht und absoluter Härte durchgeführt.
Schläge und Tritte über Eintritt der Bewusstlosigkeit hinaus
Ein Boxkampf auf der Bühne und eine Wrestling-Show sind im Gegensatz hierzu leicht zu verkraften. Es wird zu Sprüngen angesetzt und mit brutaler Gewalt bei der Landung zu getreten und geschlagen. Über viele Minuten wird auf bereits liegende Männer eingetreten und mit Fäusten auf den Kopf geschlagen. Selbst nachdem sich die Geschädigten kaum mehr bewegen, wird noch ausgeteilt. Es handelt sich um beispiellose Bilder roher Gewalt. Wann genau die Stiche erfolgen ist kaum zu erkennen.
Die Erschütterung ist im ganzen Gerichtssaal zu spüren. Die Kamera läuft noch, als Polizeibeamte eintreffen und mit der Reanimation eines der Opfer beginnen. Es muss sich wohl um den Verstorbenen handeln. Zahlreiche Clubgäste laufen vor der Kamera und an der Szenerie vorbei. „Alle schauen, keiner macht was“, kommentiert der Vorsitzende Richter, was man sieht. Mit diesem Satz wird auch der erste Verhandlungstag beendet. Am
*Namen von der Redaktion geändert
Update 13:30 – Erster Teil der Überwachungsvideos zeigt Aufkeimen massiver Gewalt
Dann wurden die ersten Zeugen in den Gerichtssaal gerufen. Zuerst sind Polizeibeamte an der Reihe, die nach einem Notruf der Clubbesitzerin am Tatort eintrafen. Sie schildern, wie es kurz nach deren Eintreffen vor dem Club zuging, in welchem Zustand sich der verstorbene Peter* nach der Schlägerei befand und wie es schließlich zur Festnahme der Angeklagten kam. Der 22-jährige Attila* soll mit einem VW Passat geflüchtet sein, während Anton* in seiner Wohnung aufgefasst worden sein soll.
Anschließend werden die Videos von der Tat vorgeführt. Es sind Aufnahmen der Überwachungskamera vor dem Club-Eingang in der Marienstraße, Altötting zu sehen. Zuerst kommt es zu der besagten Diskussion zwischen den Ungarn Peter*und Attila* mit dem Security-Mitarbeiter Sascha*. Dann kommt auch der Ungar Robert*, der im Prozess als Zeuge auftreten wird und während der Schlägerei ebenfalls verletzt wurde, bei dem Club an.
Nach wenigen Minuten gehen die Männer schon recht heftig aufeinander los und stürzen den Treppenbereich nach der Eingangstür hinab. Die Tür schließt sich, und man kann eine Weile nichts mehr sehen. Dann öffnet sich die Tür wieder und man sieht, wie die Ungarn mit großer Wucht und ganzem Körpereinsatz mit Fäusten auf den Security-Mitarbeiter losgehen und wieder die Treppen hinab stürzen. Anschließend verlassen die Männer und der Mitarbeiter den Club. Die Streifenpolizei trifft ein und schließlich auch die Feuerwehr.
*Namen von der Redaktion geändert
Update 12:00 Uhr – Erschüttert von Tatvideos: Die drei Angeklagten gestehen ihre Taten
In den Stellungnahmen der Angeklagten gestanden alle drei Männer ihre Taten, die wohl von einer oder mehreren Überwachungskameras aufgezeichnet wurden. Sie hätten selbst erst vor wenigen Tagen die Videos besichtigt und seien allesamt erschüttert von den eigenen Taten. Die zwei deutsch-kasachischen Angeklagten, Anton* und Emil* (*Namen von der Redaktion geändert), die sich wegen Totschlags verteidigen müssen, entschuldigten sich bei der Familie des verstorbenen Ungarn Peter*. Sie seien zutiefst betroffen und könnten ihre eigenen Taten nicht mehr nachvollziehen.
Auch der 22-jährige Attila*, der Sascha*(39,), den Security-Mitarbeiter mit einem Messerstich in den Bauch und dessen Bruder Emil* mit einem Messerstich ins Bein verletzt haben soll, zeigte sich geständig. Attila* sagte, er sei mit zwei Freunden, Peter* und Robert* aus dem Altöttinger Club geworfen worden und bereits in ihrem Hotel gewesen, als Peter* bemerkte, dass er eine Jacke in dem Lokal vergessen habe. Daraufhin seien die drei Männer zurückgegangen und Peter* sei dort wegen einer fehlenden Kopfbedeckung mit dem Security-Mitarbeiter Sascha* in Streit geraten. Laut Attila* soll sich dann die Schlägerei entwickelt haben, in deren Verlauf er Todesangst bekommen und sein Klappmesser gezogen haben.
Todesangst bei Anblick des Messers
Emil* soll seinem Bruder, dem Security-Mitarbeiter Sascha* zu Hilfe geeilt sein, als er sah, dass mehrere Männer auf Sascha* einschlugen. Als er einen Angreifer mit Messer sah, fürchtete er um das Leben seines Bruders. Schon in seiner Kindheit habe er Messerattacken seines Vaters gegen seine Mutter abwehren müssen, so Emil*. Aus diesem Grund habe er panische Angst vor Messern und ein starkes Beschützersyndrom entwickelt. Nur anhand des Videos habe er seine bruchstückhaften Erinnerungsfetzen zusammensetzen können und bedaure sehr, was geschehen sei.
Auch Anton* gestand seine Tat und gibt an, bereits Wochen vor dem Clubbesuch viel Wodka und Bier getrunken zu haben. Er sei durch Schreien aus dem Treppenhaus auf die Schlägerei aufmerksam geworden. Als er sah, dass der Security-Mitarbeiter Sascha*, wohl ein guter Bekannter, auf dem Boden lag und mehrere Männer auf ihn einschlugen, sei er ihm zu Hilfe geeilt. Dann sei ihm unklar, wie oft und wie er geschlagen habe – seine Erinnerung sei sehr verschwommen. Als er bemerkte, dass Sascha* einen Messerstich in den Bauch abbekam und „sehr schlecht aussah“, sei er in einen Tunnel geraten, in dem er kaum noch etwas mitbekommen habe. Er habe keinerlei Absicht gehabt, jemanden zu töten und was er auf den Videos beobachten habe müssen, habe ihn schockiert. Anton* sagte, er wolle Schmerzensgeld an die Verletzten zahlen und entschuldigte sich bei der Familie des Verstorbenen.
Nach den Stellungnahmen der Angeklagten warnt der Vorsitzende Richter Ziegler die Familie des verstorbenen Peter* davor, dass ein Video von der Schlägerei vorgeführt werden soll, welches die brutalen Schläge und Tritte, sowie die Attacken mit dem Messer zeigen soll.
*Namen von der Redaktion geändert
Update 11:00 Uhr – Gericht warnt Zuschauer vor brutaler Gewalt: Videos von tödlicher Schlägerei wird gezeigt
Die Verhandlung begann mit leichter Verspätung. Die beiden wegen Totschlags angeklagten Deutsch-Kasachen Anton*(28) und Emil*(36) (*Name von der Redaktion geändert) sitzen mit ihren Anwälten getrennt von dem 22-jährigen Ungarn Attila*, der wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung beschuldigt wird. Im Gerichtssaal sitzen auch zahlreiche Zuschauergrüppchen, darunter auch die Familie des im Rahmen der Schlägerei zu Tode gekommenen Ungarn Peter*, der durch die Folgen schwerer Tritte gegen seinen Kopf zu Tode kam.
Schon bei der Verlesung der Anklage durch die Staatsanwältin Lisa Grindinger wird klar, wie komplex das Geschehen vor dem Altöttinger Club war und wie viele Männer in den Kampf verwickelt waren. So soll Attila* während der Schlägerei ein Klappmesser gezogen und damit Emil*, einen Bruder des Security-Mitarbeiters Sascha* in dem Club, am Bein verletzt haben.
Emil* wiederum, ein 36-jähriger gebürtiger Kasache, mischte sich in eine Auseinandersetzung seines Bruders Sascha* mit zwei Clubgästen ein, die am Eingang wegen einer fehlenden Kopfbedeckung in einen Streit und schließlich auch in eine körperliche Auseinandersetzung geraten war. Am Ende soll sich die Schlägerei vom Eingangsbereich des Clubs bis hinunter in die Tiefgarage gezogen haben und Emil *zusammen mit Anton* den Peter* und einen weiteren Mann mit brutalen Tritten gegen den Kopf verletzt haben.
*Namen von der Redaktion geändert
Vorbericht: Prozess nach tödlicher Club-Schlägerei beginnt – Drei Männer stehen in Traunstein vor Gericht
– Die brutale Schlägerei am 13. Okober 2024 vor einem Club in Altötting endete für einen 41-jährigen Mann tödlich. Am 8. Juli um 9 Uhr beginnt nun der Prozess am Landgericht Traunstein gegen drei Männer, denen die Staatsanwaltschaft schwerste Straftaten vorwirft. Die Anklage lautet unter anderem auf gemeinschaftlich begangenen Totschlag, versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung. Die drei Angeklagten – zwei deutsch-kasachische und ein ungarischer Staatsangehöriger – befinden sich deswegen seit Monaten in Untersuchungshaft.
Ein Todesopfer, zwei schwer Verletzte
Laut Anklage soll es im Eingangsbereich, genauer am Treppenabgang zum Club, zu einer brutalen Auseinandersetzung gekommen sein. Die beiden deutsch-kasachischen Angeklagten, damals 27 und 35 Jahre alt, sollen dabei zuerst massiv auf einen 33-jährigen Mann eingeschlagen haben. Abwechselnd hätten beide Angeklagten weiter auf den reglosen Mann eingetreten – insbesondere auf den Kopf. Laut Gerichtsmedizin führte dies einen Tag später zum Tod des Mannes im Krankenhaus.
Auch ein 22-jähriger Ungar soll in die Gewalttat verwickelt gewesen sein. Während er laut Anklage von einem Security-Mitarbeiter weggeschoben wurde, habe er ein Klappmesser gezogen und diesem in den Unterbauch gestochen – eine Tat, bei der er „den Tod billigend in Kauf genommen“ habe, wie die Staatsanwaltschaft formuliert. Der Security überlebte den Angriff schwer verletzt.
Alle drei Männer müssen sich nun vor der 1. Strafkammer am Landgericht Traunstein verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einem gemeinschaftlichen Vorgehen aus. Insgesamt vier Verhandlungstage sind angesetzt – neben dem Auftakt am 8. Juli sind weitere Termine für den 15. und 29. Juli sowie den 5. August 2025 geplant.
*Namen von der Redaktion geändert