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Christoph Greißl hat sich entschieden

Nach Verwaltungs-Chaos: Tritt Kirchdorfs Bürgermeister nochmal an? So hat er sich entschieden

Wird er bei der Kommunalwahl 2026 nochmal antreten? Kirchdorfs Bürgermeister Christoph Greißl hat sich entschieden.
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Wird er bei der Kommunalwahl 2026 nochmal antreten? Kirchdorfs Bürgermeister Christoph Greißl hat sich entschieden.

Nach dem „Verwaltungs-Chaos“ in Kirchdorf und viel Kritik aus dem Gemeinderat, zieht Bürgermeister Christoph Greißl Bilanz: Tritt er bei der Kommunalwahl 2026 nochmal an? So hat er sich entschieden.

Kirchdorf bei Haag – Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reichertsheim-Kirchdorf hat schwere Zeiten hinter sich: liegengebliebene Rechnungen, unbearbeitete Vorgänge, miserables Arbeitsklima, Kündigungen, Not-Haushalt. Die Leute zeigten sich empört über das Verwaltungs-Chaos, das wurde auch in den Bürgerversammlungen im März und Oktober 2024 deutlich. Rathauschef Christoph Greißl nahm dafür die Verantwortung auf sich: „Ich möchte mich in aller Öffentlichkeit entschuldigen. Für die Zeit, in der ich VG-Vorsitzender war, trage ich die volle Verantwortung“, verdeutlichte er in den beiden Versammlungen.

Greißl tritt nochmal an

Greißl weiß, dass „viel passiert und viel schiefgelaufen“ sei, wie er im Gespräch mit der Redaktion erklärt. Aber: Er will sich der Verantwortung weiterhin stellen. „Den Kopf in den Sand stecken“ komme für ihn nicht infrage. Deshalb wird Greißl bei der Kommunalwahl 2026 erneut als Bürgermeisterkandidat antreten.

Auf die Frage, wie der Gemeinderat wohl auf diese Nachricht reagieren wird, meint der Rathauschef: „Ich habe keine Erwartungen, aber bestimmt nicht positiv.“ Es habe immer wieder Aufforderungen des Gremiums gegeben, dass Greißl zurücktreten soll. „Aber das entscheidet nicht der Gemeinderat, sondern die Bürger“, sagt er.

Die Gemeinderatssitzungen seien im „zwischenmenschlichen Bereich manchmal schwierig“ gewesen. Greißl wisse, dass ein Teil des Gemeinderats nicht mehr hinter ihm stehen würde. Aber auch dieses Gremium werde im März 2026 neu gewählt. „Wer dann dabei ist, entscheiden ebenfalls die Bürger.“ Das Thema Verwaltungs-Chaos sei für ihn „rum ums Eck“. „Ich habe mein Lehrgeld bezahlt. Es war damals eine Riesen-Watschn, als die Umstände aufgekommen sind“, sagt er. Er habe daraus gelernt und nun „muss es weitergehen“.

„Es ist weniger passiert, als ich mir vorgenommen habe“

Er habe während seiner Zeit als Rathauschef „interessante Erfahrungen“ machen können, auch abseits des Verwaltungs-Chaos. „Meine Amtszeit ging in der Corona-Pandemie los, es gab überhaupt keinen Publikumsverkehr oder Bürgersprechstunden“, blickt er zurück. So habe er sich gut in die Verwaltungsstrukturen einarbeiten können, was für ihn als ehemaligen Handwerker „schon etwas anderes war“, betont er.

Trotzdem habe ihn die Corona-Zeit doch etwas zurückgeworfen. „Es ist weniger passiert, als ich mir vorgenommen habe“. Auch das habe er lernen müssen: dass die Arbeit in der Verwaltung nicht so schnell vorangehe, wie er es von handwerklichen Tätigkeiten gewohnt gewesen sei. Dennoch habe er einige Projekte anschieben können: das Gewerbegebiet in der Gärtnerstraße und in Esbaum sowie die Sanierung der Kläranlage. Zudem plane die Kommune, die externe Anlage in Rainbach mit der großen Kläranlage zusammenzuschließen, so Greißl.

Keine Glasfaser in Hacklthaler Straße und Lindenstraße

Probleme bereitet derzeit der Glasfaserausbau in Kirchdorf. Das Telekommunikationsunternehmen UGG (Unsere Grüne Glasfaser) habe den Internetanbieter Leonet aufgekauft, der für den Glasfaserausbau in der Gemeinde zuständig gewesen sei. Nun seien Leonet die Mittel gestrichen worden, erklärt der Bürgermeister. Im Endeffekt gebe es deshalb in der Hacklthaler Straße sowie in der Lindenstraße keinen Glasfaserausbau, nur wenn die Anwohner die Kosten dafür selbst tragen würden, schildert Greißl. „Es ist wirklich sehr komplex und überhaupt nicht nachvollziehbar“, schimpft er.

In den betroffenen Straßen sei aber ein sogenanntes „Supervectoring“ möglich. Das sei eine Technologie, die die Geschwindigkeit von Internetverbindungen über bereits bestehende Kupferkabel deutlich erhöhe, erklärt der Rathauschef. Greißl erklärt, die Freischaltung werde derzeit von der Bundesnetzagentur blockiert. Er stehe bereits mit der Behörde in Kontakt, um die Gründe dafür zu klären.

Den Glasfaserausbau weiter voranzutreiben sei nur eine Aufgabe, die sich Greißl auf die Fahne geschrieben habe. Es werde auch künftig viele Projekte geben, die in Kirchdorf angegangen werden müssen. Ob mit oder ohne Greißl, wird sich bei der Kommunalwahl 2026 herausstellen. „Ich bleibe“, sagt der Rathauschef, „wenn die Bürger wollen“.

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