Landrat Heimerl zu Besuch im Gemeinderat
Erst nein, dann ja: Warum Kirchdorf dem Landkreiswerk Mühldorf nun doch beitreten will
Erst sprach sich der Kirchdorfer Gemeinderat gegen den Beitritt zum Landkreiswerk aus. Nun ist das Gremium doch überzeugt. Wie es dazu kam, warum ein Bauantrag Probleme machte und was der Stand beim Breitbandausbau ist.
Kirchdorf – Der Gemeinderat Kirchdorf hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Landkreiswerk beschäftigt. Dafür war extra Landrat Max Heimerl gekommen, um das gemeindeübergreifende Projekt zu bewerben.
Kirchdorf hatte sich wegen Kosten gesorgt
Das Landkreiswerk wird von Kommunen und dem Landkreis gegründet, um erneuerbare Energien zu fördern und auszubauen. Der Gemeinderat Kirchdorf hatte sich aus Sorgen vor hohen Kosten jedoch bereits entschieden, nicht beizutreten.
Heimerl nannte unter anderem die Sicherung bezahlbarer erneuerbarer Energien als Argument, sich dem Projekt doch anzuschließen. Der Landkreis Mühldorf sei einer der Landkreise, der deutschlandweit am stärksten in der Bevölkerungszahl wachse. Die steigenden Wohnbaupreise würden sich schon bemerkbar machen, so der Landrat. Um in Zukunft unabhängiger von Drittanbietern zu werden und die Strompreise stabil zu halten, sei es notwendig, jetzt in die Energiewende zu investieren. Wichtig ist es dem Landrat nach eigenen Angaben zudem, die Bürger in das Projekt zu involvieren. Das Vorhaben werde nur dann umgesetzt, „wenn es vor Ort gewollt ist“, sagt der Landrat.
Gemeinderat Josef Schneider (FWG Kirchdorf) äußerte Bedenken, wer denn die Projekte finanzieren würde. Heimerl entgegnete, dass die geplanten Vorhaben gewinnbringend seien und „nur so viel ausgegeben wird, wie wir uns leisten können“.
Das Landkreiswerk ist rechtlich gesehen ein Kommunalunternehmen. Es nimmt nach der Genehmigung von der Regierung von Oberbayern mit dem Eintrag in das Handelsregister seinen Betrieb auf.
Der Gemeinderat Kirchdorf zeigte sich nach dem Auftritt des Landrats überzeugt und stimmte anschließend einstimmig dem Beitritt zum Landkreiswerk zu. Am 29. Juli haben bereits 23 Bürgermeister aus dem Landkreis Mühldorf die Verträge für das Landkreiswerk unterzeichnet.

