Engpass in der Altstadt
Dauer-Baustelle nach Großbrand „Am Weberzipfel“ in Wasserburg: Wann ist ein Ende in Sicht?
Eineinhalb Jahre ist der Großbrand „Am Weberzipfel“ in Wasserburg schon her, trotzdem sind die Schäden immer noch nicht behoben. Die Dauerbaustelle nervt Anwohner und Geschäftstreibende. Wann ist endlich ein Ende in Sicht?
Wasserburg – Ein schmaler Durchgang ist der „Weberzipfel“ in Wasserburg schon seit geraumer Zeit, zum Ärgernis vieler Anwohner und Geschäftstreibender: Auf beiden Seiten, zwischen Ledererzeile und Neustraße, stehen Baugerüste, dazu ein Baukran. Von Beschwerden der Bürger hat Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann bisher zwar nichts gehört, aber: „Es ist uns schon klar, dass es eng zugeht.“
Seit dem Großbrand im Juni 2023 – also immerhin schon eineinhalb Jahre – wird dort gewerkelt. Das Gebäude „Am Weberzipfel 12“ wurde zerstört, auch die beiden Häuser daneben mit den Nummer 10 und 14 wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Bei einer Begehung der Redaktion im September 2023 kam das Ausmaß des Schadens nach der Brandstiftung zutage: Das Haus „Nummer 14“ war praktisch nur noch ein Trümmerfeld. Der Eigentümer beklagte „Folgeschäden ohne Ende“.
Die Fotostrecke vom September 2023: Das Haus „Nummer 14“ war damals praktisch nur noch ein Trümmerfeld.
Drei Monate nach dem Großbrand in Wasserburg: So ist die Lage vor Ort




Bis heute ist dort Baustelle. Das Gerüst am abgebrannten Haus Nummer 12 ragt in die Straße hinein, genauso wie das Gerüst an der Fassade des früheren Schreibwarenladens Pöhmerer, das genau gegenüberliegt. Herrmann hält fest: „Das war alles abgesprochen, es hat auch Besichtigungen gegeben.“ Der Abstand zwischen den Gerüsten müsse mindestens drei Meter betragen, und das sei hier der Fall. Von einer Ampelregelung habe man abgesehen: „So viel Verkehr ist da nicht. In Stoßzeiten kann es aber sein, dass man ein oder zwei Minuten warten muss, bis man durchkommt.“
Erlaubnis bis 30. April
Und wie lange bleibt diese Engstelle noch bestehen? In den Unterlagen der Stadtbaumeisterin ist festgehalten: Die Sondernutzung geht bis zum 30. April 2025, also die Erlaubnis, einen Teil des Straßenraums für die Baumaßnahmen zu beanspruchen. „Die Erfahrung aber zeigt, dass es oft länger dauert, aus unterschiedlichen Gründen“, räumt sie ein.
Der Stadtbaumeisterin ist zudem aufgefallen, dass in der Altstadt relativ viele Renovierungsarbeiten stattfinden würden. Zum Beispiel auch in der Salzsenderzeile, wo unter den Auflagen des Denkmalschutzes eine Komplettsanierung stattfindet. „Es werden eben auch in der Stadt Gebäude verkauft oder vererbt“, so ihr Eindruck. Und dann komme es mitunter zu umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. Leider nicht zu ändern.