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„Man kennt mich als verlässlich“

Vom Tennis-Chef zum TSV-Vorsitzenden: Daniel Maurer will Wasserburgs Sportverein zum Erfolg führen

Daniel Maurer ist als Nachfolger für den Vorsitz des TSV 1880 Wasserburg vorgesehen.
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Daniel Maurer ist als Nachfolger für den Vorsitz des TSV 1880 Wasserburg vorgesehen.

Mit 2500 Mitgliedern und elf Abteilungen ist der TSV 1880 Wasserburg ein Schwergewicht. Nun will Daniel Maurer (41) das Ruder übernehmen: Er soll der neue Vorsitzende des TSV 1880 Wasserburg werden. Ein Porträt des IT-Abteilungsleiters, der „nie den Gesamtvorsitz angestrebt“ hat und den Verein in ruhigem Fahrwasser halten will.

Wasserburg – Die Ära Bastian Wernthaler als Chef des TSV 1880 Wasserburg geht zu Ende, den Verein mit seinen 2500 Mitgliedern und elf Abteilungen soll künftig Daniel Maurer führen. Mit dem TSV ist Maurer gut vertraut, seit vier Jahren führt er die Tennisabteilung und ist begeisterter Sportler: „Tennis spiele ich schon ewig.“

Im Dezember findet die Delegiertenversammlung statt, bei der es zur Wahl des neuen TSV-Vorsitzenden kommt. Wernthaler gibt seinen Job nach dann vier Jahren auf, weil er sich voll auf die Kandidatur für den Bürgermeisterposten konzentrieren will. Maurer ist sein Wunschnachfolger. „Ich habe mit Basti ein gutes Verhältnis. Einfach dadurch, dass wir viel zusammenarbeiten“, sagt der 41-Jährige, auf den alles zugelaufen ist.

Dem scheidenden Vorsitzenden ist nicht verborgen geblieben, dass sich die Tennisabteilung unter Maurer gut entwickelt hat, sie hat einen deutlichen Anstieg bei der Mitgliederzahl verzeichnet – von 200 auf 300. 2023 wurden zwei Plätze für den Ganzjahresbetrieb eingerichtet, und im vergangenen Winter hat man die sanitären Anlagen im Vereinsheim beim Badria grundlegend erneuert. Bei Wernthaler verfestigte sich im Lauf der Zeit der Eindruck, dass bei Maurer alles in besten Händen ist, dass man ihm also durchaus größere Aufgaben zutrauen könnte.

Nach vier Jahren als Leiter der Tennisabteilung ist Daniel Maurer als Nachfolger für den Vorsitz des TSV 1880 Wasserburg vorgesehen.

Aber hat er auch die Zeit, noch mehr als früher Vereinsangelegenheiten zu managen? „Ich bin ja schon gut beschäftigt im Beruf“, sagt Maurer. Und zuletzt hatte er auch privat mächtig zu tun, sein Haus in Wasserburg war zu sanieren. „Ich sage ganz ehrlich: Ich habe den Gesamtvorsitz beim TSV nie von mir aus angestrebt, ich wollte mich eigentlich auf den Tennisbereich konzentrieren, mich dort einbringen.“ Für ihn sei die Frage gewesen: „Soll ich noch mehr tun? Freizeit und Schlafen ist doch auch ganz nett.“

Steckbrief

Name: Daniel Maurer

Beruf: Abteilungsleiter im IT-Bereich der Allianz

Geboren: 23. November 1983 in Ebersberg

Wohnort: Wasserburg

Schließlich habe er die Erkenntnis gewonnen, dass die Tennisabteilung auch ohne seine permanente Präsenz ganz gut läuft. „Da ist alles prima.“ Sollte er nicht gewählt werden im Dezember, wäre das auch kein Beinbruch. Wahrscheinlich sei das aber nicht, lässt Maurer durchblicken. „Wir haben mit den einzelnen Abteilungen geredet, die stehen alle unisono hinter meiner Bewerbung.“

Mehr noch: Da habe regelrecht Erleichterung geherrscht, man sehe Maurer als Garanten der unaufgeregten Kontinuität. „Man kennt mich ja als verlässlich, man weiß, dass ich nicht alles komplett über den Haufen werfe.“

Nach vier Jahren als Leiter der Tennisabteilung ist Daniel Maurer als Nachfolger für den Vorsitz des TSV 1880 Wasserburg vorgesehen.

Wie ist das aber, wenn er plötzlich vor Schwierigkeiten steht, mit denen nicht zu rechnen war? Ein Vorsitzender eines Vereins, zumal eines so großen, wie es der TSV 1880 ist, trägt schließlich eine große Verantwortung. Von Ängsten lässt sich Maurer aber nicht beirren. Er bezeichnet sich als „eher entspannten Typ“. Er finde Herausforderungen gut, „die ich noch nicht kenne“. Ohnehin müsse er nicht alles alleine machen, der Verein sei intern gut aufgestellt, „sehr stabil“. Es sei Wernthaler zu verdanken, dass sich der TSV in ruhigerem Fahrwasser befinde.

Was er anders machen möchte? Man brauche nicht viel verändern, zeigt sich Maurer überzeugt. Und nennt dann einige Punkte, die ihm am Herzen liegen: „Im Tennis brauchen wir eine Halle, für den Fußball einen weiteren Platz.“ Zudem wolle er die Digitalisierung im Verein vorantreiben. „Da sind wir noch nicht so stark, wir sollten uns um den Ausbau kümmern.“ Beim zunehmenden Engagement für vereinsfremde Betätigungen will Maurer nicht im Wege stehen, Stichwort Nachtflohmarkt. „Man muss da aber vorsichtig sein, wir sind ja ein Sportverein.“

Auslandssemester in Mexiko

Geboren ist Maurer in Ebersberg, aufgewachsen mit zwei jüngeren Schwestern in Wasserburg, wo auch seine Eltern wohnen. Im Luitpold-Gymnasium absolvierte er das Abitur, es folgte der Zivildienst. Zum Studium ging er nach Kufstein, seine Fächer: Internationale Wirtschaftswissenschaften und Finanzmanagement. Prägend war für ihn zwei Semester im Ausland, in Guadalajara in Mexiko, in den Jahren 2007 und 2008. Sein Motiv? „Ich wollte Spanisch lernen, und das möglichst weit weg von hier.“ Was er von den Mexikanern gelernt habe? „Sie sind unglaublich offen und herzlich. Es war eine supergute Zeit.“

Bald nach dem Abschluss als Master stieg er bei der Allianz ein. Jetzt ist er dort in leitender Funktion im IT-Bereich tätig, ist Chef von rund 50 Mitarbeitern. Und in dem Münchner Unternehmen ist er – Vater eines dreizehnjährigen Sohnes – mit einer Unterbrechung bis heute angestellt. Kontakte nach Mexiko hat er übrigens immer noch, wenn auch etwas weniger. Ganz zum Schluss lässt Maurer noch einfließen, dass er einst bei Peter Fichter im Stechl-Keller in Wasserburg gejobbt hat. Was zeigt: Der Mann ist geerdet. Eine Eigenschaft, die er als künftiger TSV-Chef bestimmt braucht.

Kurz und bündig

Wann sind Sie an Ihre Grenzen gestoßen? Als man mir 2016, damals war ich 32, gesagt hat, dass ich Diabetes Typ 1 habe. Mittlerweile komme ich damit gut zurecht.

Was würden Sie gerne nochmal machen? Ein Jahr im Ausland verbringen, neue Kulturen, neue Leute kennenlernen.

Was lesen Sie gerade? Ich lese wenig, und wenn, dann Sachbücher, etwa über Psychologie. Mein letzter Roman war „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.

Ihr liebstes Urlaubsziel? Da hab ich kein bestimmtes. Gerne bin ich in Kroatien und Italien. Was mir wichtig ist, ist gutes Essen und Sonne.

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