Kurz vor Rückrundenauftakt gegen Heimatklub
Trotz super Ausgangslage: Wieso für Waging-Coach Kantsperger die „Saison bei Null startet“
Der TSV Waging geht mit einer hervorragenden Ausgangsposition in die Rückrunde – doch für Trainer Michi Kantsperger zählt das nicht. Ausgerechnet gegen seinen Heimatverein TSV Bad Reichenhall startet sein Team in die entscheidende Kreisliga 2-Saisonphase. Warum er trotz des bisherigen Erfolgs von einer „Saison bei Null“ spricht.
Waging am See – Michi Kantsperger coacht den TSV Waging in seiner zweiten Spielzeit, stieg im vergangenen Sommer mit den „Seerosen“ über die Relegation in die Kreisliga auf. Dort spielt die homogen wirkende und geschlossen starke Mannschaft des 34-jährigen Reichenhallers bislang eine Top-Saison, ist aktuell Tabellenfünfter – bei sogar noch einem Spiel weniger nur drei Zähler hinter Rang 3 (TSV Teisendorf).
Für Kantsperger ist die Frühjahrsrunde stets wie eine neue Saison: „Ganz ehrlich, für mich geht’s bei Null los. Die Tabelle hat keine Aussagekraft. Weil alle über drei Monate kein Pflichtspiel hatten und man nie weiß, wie die Mannschaften über diese Zeit gekommen sind. Jeder muss sich neu finden, zu Beginn ist alles überhaupt nicht abzuschätzen. Plötzlich punkten vielleicht die unteren Mannschaften, die nochmal alles probieren, und die oberen lassen möglicherweise Federn.“
Waging am See: TSV-Coach Kantsperger vor Kreisliga-Start im Interview
Für den Kreisliga-Doppel-Aufsteiger (beinschuss.de berichtete), mit Reichenhall schaffte er dies 2022, geht es deshalb in der Vorbereitung in erster Linie darum, in Sachen Fitness und Athletik die Hausaufgaben zu erledigen: „Wir wollen so rasch wie möglich das Niveau aus unserem letzten Spiel 2024 gegen Spitzenreiter Aschau erreichen. Weil wir da eine wirklich starke Performance auf den Rasen brachten“, so Kantsperger. Die Partie endete 1:1, somit war Waging mit einem sehr guten Gefühl in die lange Winterpause gegangen, darauf soll jetzt aufgebaut werden.
Freilich weiß Kantsperger, dass die Ausgangsposition mit zwölf Punkten Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz „sehr gut“ ist, gleichwohl jedoch kein Ruhekissen: „Es gibt überhaupt keinen Grund nachzulassen oder überheblich zu werden. Aber als Fünfter ist man das ohnehin nicht.“ Mit seiner Mannschaft will er – und das ist immer das Ziel von Kantsperger-Teams – so rasch wie möglich 33 Punkte einfahren, um den Klassenerhalt zu fixieren. Meist reicht diese Zähleranzahl. „Alles, was danach kommt, ist Zugabe. Sollten wir im April diese Zielsetzung übersprungen haben, hören wir natürlich nicht auf.“
Kantsperger und Waging starten mit Nachholspiel gegen TSV Bad Reichenhall
Beim TSV, mit einem relativ kleinen Kader am Start, gibt es aktuell keine Langzeitverletzten, einige Spieler laborieren an kleineren Blessuren oder fingen sich in der jüngsten Grippe-Welle diverse Viren ein. Bis zum Saisonstart am kommenden Samstag (8. März) gegen Bad Reichenhall, Kantspergers Heimatverein, sollte alles passen. Neuzugänge waren in der Winterpause genauso wenig zu verzeichnen wie Abgänge.
Testspielen misst Wagings Teamchef kaum Bedeutung zu: „Man spielt jetzt immer auf Kunstrasen, das ist halt doch was ganz anderes als in den Punktspielen auf gewohntem Untergrund.“ Und so gab es ein 3:4 bei Bezirksliga-Schlusslicht TSV Fridolfing und ein 3:5 gegen A5-Mit-Spitzenreiter DJK Kammer, ebenfalls auf dem Fridolfinger Kunstrasen. Jüngst testeten die „Seerosen“ als Generalprobe beim SV Westerndorf in Rosenheim – erneut auf künstlichem Grün – und verloren 0:4. „Es waren nicht die tollsten Spiele, aber wir hängen das nicht zu hoch“, sagt der Coach. (bit)