Ein Top-Mann weg, ein Top-Mann zurück
„Nehmen wir sicher nicht in den Mund“: Anger schaut nach oben – aber macht das Knie mit?
Der SC Anger startet mit altbekannter Zuversicht und neuen Sorgen in die fünfte Kreisliga-Saison. Der Kader bleibt stark, der Wille groß – doch einige Knie bremsen den Aufschwung. Zwischen Rückkehrern, Ausfällen und leisen Aufstiegsträumen beginnt eine Saison voller Fragezeichen.
Anger – Wenn der SC Anger einmal vom großen Verletzungspech verschont bleiben sollte, kann er absolut (wieder) vorne mitspielen, in dieser runderneuerten Kreisliga 2: „Wir freuen uns natürlich auf einige völlig neue Gegner wie den TuS Prien oder den SV Söchtenau-Krottenmühl. Gleichwohl wäre uns natürlich schon lieber gewesen, Reichenhall, Hammerau und Surheim hätten den Klassenerhalt geschafft. Aber jetzt ist es halt so, wie es ist“, so SCA-Abteilungsleiter Andi Sprinzing eine Woche vor dem Saisonstart.
Der Sportclub-Kader hat sich vor der fünften Kreisliga-Saison in Folge (mit Corona im Grunde sechs) so gut wie nicht verändert: Klar, mit Andi Krämer, der verständlicherweise die große Herausforderung SV Kirchanschöring annehmen musste, verlor Anger einen absoluten Top-Mann. Andererseits kehrte mit Nico Jordan von Absteiger BSC Surheim ein gleichwertiger Ersatz zu seinem Heimatverein zurück. Der 24-Jährige zeigte in den bisherigen Tests bereits eindrucksvoll, dass er sich im SCA-Team sehr wohlfühlt, aufgenommen und angekommen ist. Zuletzt erzielte er zwei Tore im Test gegen Grünthal (3:2). Somit präsentiert sich die Mannschaft nur minimal verändert und Coach Andi Brandl (seit Ende Oktober 2022) hat aufstellungstechnisch fast schon die Qual der Wahl, wem er in Sachen Startelf das Vertrauen schenkt.
Anger: Verletzungspech und Aufstiegsgedanken vor Kreisliga-Start
Geradezu euphorisch ist die Gefühlslage beim SC Anger, weil Maik Schrodt nach seinem Kreuzbandriss und fast eineinhalb Jahren ohne Spiel langsam wieder anpacken kann. Jüngst konnte der Mittelfeldmann seine Verfassung gegen Grünthal zumindest schon mal zehn Minuten antesten – und ein vielversprechendes Comeback feiern: „Der Maik ist für uns jetzt fast wie ein Neuzugang und natürlich eine brutale Verstärkung“, weiß Sprinzing. Keine so guten Nachrichten gibt es bei allen anderen Langzeitverletzten: Abwehrstratege Georg Kuglstatter plagen nach wie vor Probleme mit dem Knie, er fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus. Bei Keeper Markus Mittermeier geht nach zwei Kreuzbandrissen und aktuell einem Anriss im gleichen Knie erstmal nichts mehr:
„Er will sich verständlicherweise nicht ein drittes Mal an derselben Stelle operieren lassen“, so Sprinzing, der den ebenfalls erst 24-Jährigen jedoch ins Trainerteam integrieren konnte – somit bleibt er dem Verein „aktiv“ erhalten. Bei Stürmer Stefan Plössl gibt es das gleiche Problem: Kreuzbandriss, Operation im Sommer, Ausfall mindestens bis zum Start der Frühjahrsrunde 2026. Zum Glück gibt es in diesen Fragen nicht nur schlechte Nachrichten: Kapitän Tobi Nitzinger steht wieder voll im Training, mit ihm kann Coach Brandl also planen.
SC Anger: Andi Krämer ist weg – Nico Jordan wieder zurück
„Natürlich wird das nie ganz klappen, aber wir wollen einfach mal halbwegs verletzungsfrei bleiben. Der Kader ist sicher in der Lage, eine sehr gute Rolle zu spielen, unsere Bank ist stark. Aber Erfolg ist von so vielen Faktoren abhängig“, weiß Sprinzing. „Das Wort Aufstieg nehmen wir ganz sicher nicht in den Mund. Unser Saisonziel lautet, aus einem gesicherten Mittelfeld heraus schauen, was am Ende möglich ist. Wir haben nach der letzten Winterpause gesehen, wie schnell es gehen und eine gute Ausgangsposition dahin sein kann.“
Zur Erinnerung: Der Sportclub verspielte, unter anderem wegen zahlreicher Ausfälle und einer Fünf-Niederlagen-Serie im März und April, den zunächst guten 6. Platz mit nur fünf Punkten Rückstand auf Rang 2. Am Ende wurde es nach unten enger und enger, letztlich gelang der Klassenerhalt aber souverän mit Rang 9 und sechs Zählern Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz. Man hat aus dieser Erfahrung gelernt und möchte abwarten, wie es im Herbst läuft. „Im Winter können wir dann über ein konkretes Ziel reden“, so Sprinzing, der mit den bisherigen Tests zufrieden ist. Den Siegen gegen Traunstein (1:0), Reichenhall (4:2) und Grünthal (3:2) steht nur das mit 0:3 verlorene Hitzematch gegen den ranghöheren SV Saaldorf gegenüber, wobei Kapitän Simon Koch und Co. vor allem in Hälfte eins eine starke Performance ablieferten.
Ehe es bereits im auf Donnerstag, 14. August, 20 Uhr, vorverlegten Kreisliga-Start gegen den TuS Prien losgeht, testet der SC Anger noch am kommenden Freitag ab 19 Uhr daheim gegen Nachbar ASV Piding. (bit)