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So kommt Ihr gut durch die Hundstage

Extremhitze bis 35 Grad erwartet: Warum Socken und Suppe jetzt helfen können

Collage: Socken/Ein kleiner Junge frischt sich ab
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Die Hitze hat uns die nächsten Tage fest im Griff.

Die Hitze hat Bayern fest im Griff. Am Sonntag wurden fast überall Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke gemessen, Tendenz die nächsten Tage steigend. Normal für August - und wenn man einige Dinge beachtet, kann man während der - womöglich letzten - Hitzewelle dieses Jahres cool bleiben.

Hundstage, die kennt man in Bayern. So werden seit jeher die Hitzephasen von 23. Juli bis 23. August genannt. Und in einer solchen Hitzewelle befinden wir uns gerade. Das Thermometer zeigt mehr als 30 Grad, selbst die Nächte bringen mit rund 20 Grad keine Abkühlung mehr. Nach vielen Regentagen und sogar Hochwasserphasen beschenkt uns der August also nochmal mit heißen Sommertagen. Für viele Menschen stellen die hohen Temperaturen aber eine gesundheitliche Gefahr dar.

Vorsicht vor Hitzschlag

Besonders Senioren, chronisch kranke Personen, Säuglinge oder Kleinkinder können schnell Opfer eines Hitzschlags werden. Er entsteht, wenn die Körpertemperatur auf über 40° C ansteigt und der Körper nicht mehr in der Lage ist, sich durch Schwitzen ausreichend abzukühlen. Dies führt zu einer Überhitzung, die das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen und zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Hirnödemen und Multiorganversagen führen kann. Einen Hitzschlag erleidet man z.B. bei Überanstrengung in einer heißen Umgebung: Gartenarbeit in der Mittagshitze, Sport in einem aufgeheizten Gymnastikraum oder fatal für Kinder und Tiere: wenn sie im Auto zurückgelassen werden.

Daran erkennt man einen Hitzschlag:

  • Das Temperatur-Regulierungssystem des Körpers versagt, er schwitzt nicht mehr
  • Die Körpertemperatur ist stark erhitzt (über 40° C)
  • Die Haut ist trocken und heiß
  • der Pulsschlag hoch, der Blutdruck niedrig
  • Ermattung, Krämpfe, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen können folgen.

112 rufen! Ein Hitzschlag ist immer ein medizinischer Notfall, der im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Die betroffene Person in den Schatten legen und mit feuchten Tüchern (nicht zu kalt) kühlen, bis der Notarzt eintrifft.

Nicht zu verwechseln mit dem Hitzschlag ist der Sonnenstich. Er entsteht, wenn Kopf und Nackenbereich durch die Sonne stark erhitzt werden. Dabei kommt es zu Irritationen des Gehirns und der Hirnhaut. Die Patienten haben oft einen roten Kopf. Sie klagen über Kopf- oder Nackenschmerzen, Unruhe oder Ohrgeräusche. Die Körpertemperatur ist beim Sonnenstich nicht erhöht. Der Patient sollte den Schatten oder einen kühlen Raum aufsuchen und den Nacken mit feuchten Handtüchern oder einem Coolpack kühlen.

Das Auto, die tödliche Falle bei Hitze

Man kann es nicht oft genug erwähnen: Kinder und Tiere dürfen an Sommertagen - nicht einmal für wenige Minuten - im Auto zurückgelassen werden.
Anders als Erwachsene haben besonders kleinere Kinder oder Babys noch keine gut ausgebildeten und trainierten Schweißdrüsen. Sie schwitzen darum weniger. Schweiß hilft dem Körper aber, sich selbst abzukühlen. Hinzu kommt, dass Kinder eine viel geringere Körperoberfläche haben, über die sie schwitzen könnten. Bei hohen Temperaturen wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Binnen kürzester Zeit versagen Herz und Kreislauf, es droht der Hitzetod - Zumindest können Hitzschlag oder Kreislaufkollaps zu körperlichen Schäden führen. Auch ein leicht geöffnetes Fenster bringt bei solchen Temperaturen wenig und kann einen Hitzestau im Fahrzeug nicht verhindern.

Im Inneren eines Autos wird es um ein Vielfaches heißer als draußen.

Auch Tiere, meist sind Hunde betroffen, sollten bei Hitze niemals im Auto gelassen werden. Am besten man nimmt sie erst gar nicht mit, lässt sie in der kühlen Wohnung und geht nur morgens und abends spazieren, da der heiße Asphalt zu Verbrennungen auf Hundepfoten führen kann.

Viel Trinken ist das A und O

Besonders bei Hitze ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Durstgefühl signalisiert bereits einen Mangel, zu dem es gar nicht erst kommen soll. Der Flüssigkeitsbedarf wird oft unterschätzt. Besonders Kinder und ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen neigen dazu, viel zu wenig zu trinken. Aber auch bei Arbeit und Bewegung im Freien wird häufig nicht ausreichend viel getrunken. Über den Tag verteilt, sollen an heißen Tagen zwei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden, und bei körperlicher Anstrengung wie Sport noch mehr. Flüssigkeitsmangel kann im Sommer schnell zu Schwindel und Krämpfen führen. Am besten geeignet ist Mineralwasser oder Schorle.
Es mag auch paradox klingen, aber wer sich Gemüsebrühe zum Essen macht, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Warme Flüssigkeit ist bei Hitze besser als kalte Getränke, sie bringen einen leicht ins Schwitzen, was dem Körper hilft, sich abzukühlen. Mit Brühe wird zudem der Elektrolyt-Haushalt ausgeglichen und wichtige Salze dem Körper wieder zugeführt.

Schlafen bei Sommerhitze - so klappt's

Bei tropischen Nächten, man spricht davon, wenn es nicht kühler wird als 20 Grad, macht man oft kein Auge zu. Dabei gibt es einfache Tricks, wie die Räume einigermaßen kühl bleiben: Nachts alle Fenster öffnen und die kühlere Außenluft durch die Wohnung ziehen lassen. Morgens dann die Fenster schließen und verschatten. Hat man große Fensterfronten Richtung Süden oder Westen, können sich reflektierende Sonnenschutzfolien lohnen. Die Folien sorgen dafür, dass sich die Wohnräume weniger erwärmen, allerdings verdunkeln sie auch. Mieter sollten vorab mit ihrem Vermieter besprechen, ob sie Folien anbringen dürfen. Ventilatoren können Abhilfe schaffen, sie sorgen zwar nicht für weniger Wärme in der Wohnung, aber die Luftbewe­gung kühlt die Haut.

Der Socken-Trick - schon probiert?

Socken im Sommer, um sich abzukühlen - klingt genauso paradox wie Gemüsebrühe, denn Socken dienen eigentlich dem Zweck, die Füße warmzuhalten, wenn es kalt ist. Damit Euch die Socken vor der Hitze retten können, bedarf es einer kleinen Vorbereitung. Nehmt ein frisch gewaschenes Sockenpaar aus dem Schrank und feuchtet es an. Anschließend legt Ihr die Socken ins Gefrierfach. Jetzt heißt es eine Stunde warten. Ist die Wartezeit vorüber, könnt Ihr die Socken aus dem Fach herausnehmen und überstülpen. Sofort setzt die kühlende Wirkung des Socken-Tricks ein und überträgt sich von den Füßen auf den gesamten Körper, zumindest für eine kurze Zeit. Falls Ihr Gefallen an den kalten Socken gefunden habt, wird es sich lohnen, einige Paare auf Vorrat im Gefrierfach zu lagern. So könnt Ihr bei Bedarf jederzeit für eine schnelle Abkühlung sorgen.

Ein weiterer Anti-Hitze-Hack: Kalte Wärmflasche

Wenn wir frieren oder Bauchschmerzen haben, sind wir sehr dankbar für eine Wärmflasche. Wollen wir uns aber abkühlen, können wir die Wärmflasche auch ganz einfach zur „Kühlflasche“ umfunktionieren. Dafür füllt Ihr kaltes Wasser in die Wärmflasche. Um den Kühleffekt zu vergrößern, legt Ihr die Flasche einige Stunden vor Gebrauch in den Kühlschrank. Ihr könnt die Wärmflasche natürlich auch mit Eiswürfeln befüllen, solltet hierbei aber beachten, ein bisschen Platz in der Flasche zu lassen. Wichtig: Bringt die eiskalte Wärmflasche nicht direkt mit Eurem Körper in Kontakt, sondern wickelt sie vorher in ein dünnes Tuch ein.

Ab ins kühle Nass - aber mit Bedacht

Klar, am liebsten springt man bei diesen Außentemperaturen in den See oder planscht im Freibad. Gerade wenn es so heiß ist, kommt es aber immer wieder zu brenzligen bis lebensgefährlichen Situationen beim Schwimmen. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG empfiehlt dringend, sich ausreichend abzufrischen, der überhitzte Körper kann im kalten Wasser Kreislauf- oder Herzprobleme bekommen. Grundsätzlich sollte man sich nicht übernehmen, keine allzu weiten Strecken schwimmen und sich lieber in Ufernähe aufhalten.

Sport an heißen Tagen

Grundsätzlich ist Sport auch an heißen Tagen zu empfehlen, aber es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und das richtige Maß einzuhalten. Mehr Trinkpausen und eine verkürzte Trainingsdauer sind bei Hitze ratsam. Im Sommer solltet Ihr außerdem auf keinen Fall zur Mittagszeit draußen Sport treiben. Die kühleren Morgenstunden und die Abenddämmerung bieten sich für körperliche Betätigung im Sommer an.

Der richtige Sonnenschutz für die Haut - und die Pflege danach

Bei Aktivitäten aller Art im Freien - bei der Gartenarbeit genauso wie beim Schwimmen - solltet Ihr unbedingt an den richtigen Sonnenschutz denken. Je nach Hauttyp und geplanter Aktivität braucht Ihr einen bestimmten Lichtschutzfaktor. Zu beachten ist auch, dass Kinder eine empfindlichere Haut haben als Erwachsene. Übrigens schützt der Lichtschutzfaktor in einer Creme nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch vor Hautalterung.

Auto und Handy wollen es ebenfalls kühl haben

Auch die Technik leidet unter der Hitze und so sollte man sein Auto bestenfalls in der Garage, im Carport oder im Schatten parken. Eine Sonnenschutzfolie auf der Windschutzscheibe verhindert ein allzu großes Aufheizen des Innenraums. Bei hohen Temperaturen erhöht sich der Reifendruck - der Reifen kann platzen. Deswegen solltet ihr den Reifendruck regelmäßig überprüfen. Im Auto zurücklassen solltet Ihr keinesfalls Behältnisse, die unter Druck stehen, wie Deos. Sie können explodieren. Auch Laptops und Handys droht eine Überhitzung im Auto. Sollte das Handy zu heiß werden, gilt folgendes zu beachten: Das Gerät in den Schatten legen und am besten ausschalten. Handyhülle abnehmen, das hilft zusätzlich. Übrigens ist es nicht empfehlenswert, überhitzte Geräte in den Kühlschrank legen. Die plötzliche Temperaturänderung ist eher schädlich, als dass sie hilft. (si)

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