Tipps von Verbraucherzentrale und Bundesumweltamt
Kühle Räume trotz Sommerhitze - so klappt‘s
Die meisten Menschen lieben den Sommer - und mit ihm die Sonne, die Wärme und die lauen Abende. Die Kehrseite langer Sonnentage: heiße Innenräume. Wie Ihr sie durch richtiges Alltagsverhalten und bauliche Maßnahmen kühl halten könnt, erfahrt Ihr hier.
Heiße Sommertage bringen oft Innentemperaturen von über 30°C mit sich. Laut Umweltbundesamt gibt es dafür verschiedene Ursachen: „Die dichte Bebauung in Städten führt tags und nachts zu höheren Temperaturen. Aber auch Mängel am Gebäude und das Nutzerverhalten tragen ihren Teil zur Überhitzung von Räumen bei.”
Schlafen oder Arbeiten ist bei solchen Temperaturen schwierig. „Das Wichtigste ist, die Hitze gar nicht erst in die eigenen vier Wände hereinzulassen“, sagt Sigrid Goldbrunner, Regionalmanagerin der Energieberatung bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Denn sind Innenräume einmal heiß, ist es schwer, diese wieder abzukühlen.“
So bleibt die Hitze draußen - das richtige Verhalten
Mit dem richtigen Alltagsverhalten in den warmen Sommermonaten könnt Ihr beeinflussen, wie sehr sich Eure vier Wände aufheizen - oder eben auch nicht:
- Nachts auf Durchzug lüften: Öffnen Sie abends alle Fenster (und auch die Türen zwischen den Räumen), sobald es draußen kühler ist als in der Wohnung. Während der Nacht kühlt dann die Außenluft die Wohnung. Dabei kann man auch Schranktüren öffnen, denn auch hier speichert sich Wärme. Schließen Sie die Fenster, wenn morgens die Außentemperatur wieder steigt. Nicht tagsüber lüften!
- Fenster tagsüber schließen: Halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen, damit die warme Außenluft nicht in die Wohnung dringen kann. Wenn Ihnen im Laufe des Tages unbehaglich warm wird (ab einer bestimmten Luftfeuchte kühlt die Verdunstung über die Haut nicht mehr genug), sollten Sie trotz Hitze auch tagsüber Feuchtigkeit und CO2 weglüften – zunächst stoßweise.
- Sonnenschutzvorrichtungen richtig bedienen: Für eine optimale Wirkung muss der Sonnenschutz geschlossen werden, sobald die Sonne auf das Fenster scheint, z. B. früh morgens bei Ostfenstern. Am wirksamsten sind dabei Vorrichtungen - Jalousien, Roll- oder Klappläden -, die außen am Haus angebracht sind. Bei innenliegenden Jalousien oder Vorhängen sollten Verbraucher auf eine helle oder mit Metall beschichtete Außenfläche achten. Effektiver Sonnenschutz hält die Sonnenenergie ab, lässt aber dennoch etwas Tageslicht in den Raum.
- Reflektierende Sonnenschutzfolien: Sie bieten einen vergleichsweise preisgünstigen Schutz. Man klebt sie direkt auf die Fensterscheiben. Die Folien sorgen dafür, dass sich die Wohnräume weniger erwärmen, allerdings verdunkeln sie auch. Mieter sollten vorab mit ihrem Vermieter besprechen, ob sie Folien anbringen dürfen.
- Ventilatoren: Sie senken die gefühlte Temperatur: Decken- oder Tischventilatoren sorgen zwar nicht für weniger Wärme in der Wohnung, aber die Luftbewegung kühlt die Haut.
- Nicht benötigte Geräte abschalten: Jedes laufende Elektrogerät erzeugt zusätzliche Wärme und heizt so die Räume weiter auf. Also alles abschalten, was gerade nicht gebraucht wird: Drucker, Kaffeemaschine, unnötige Beleuchtung, Fernseher und so weiter.
Quelle: Umweltbundesamt / Verbraucherzentrale Bayern
So bleibt die Hitze draußen - bauliche Maßnahmen
Bauliche Maßnahmen begrenzen die Wärmeströme nach innen und sind die Voraussetzung für das richtige Verhalten im Alltag. Gute Voraussetzungen für angenehme Sommertemperaturen bieten Wohnungen mit folgenden Eigenschaften:
- Eine gute Wärmedämmung der Wände und Fenster: Sie ist die effektivste Möglichkeit, Sommerhitze aus der Wohnung fernzuhalten. Ist es innen bereits zu warm, ist – unabhängig vom Dämmstandard – die Nachtlüftung über die Fenster die effektivste Maßnahme zur Kühlung.
- Kleine Fenster mit wirksamem Sonnenschutz: Sie sollten gut isolieren und nicht zu groß sein, weil sie im Sommer mehr Wärme einlassen als eine gut gedämmte Wand. Sie sollten zudem einen effektiven Sonnenschutz haben. Es gibt auch spezielle Sonnenschutzverglasungen.
- „Passiv kühlen“: Erd- oder Eisspeicher-Wärmepumpen kühlen besonders energiesparend und umweltfreundlich, indem sie die Wärme aus den Räumen direkt in das Erdreich oder den Eisspeicher leiten. Das funktioniert gut mit Fußbodenheizungen. Wärmepumpen haben eine Kühlfunktion, müssen dafür aber wie im Heizbetrieb „aktiv“ gegen die Außentemperatur anarbeiten, brauchen daher mehr Energie und erzeugen Geräusche, die die Nachbarschaft belästigen können.
- Durchdachte Gestaltung: Sie ist vor allem nachts, bei niedrigeren Außenlufttemperaturen, sehr wirksam und trägt zur Entladung der tagsüber aufgeheizten Speichermassen bei. Dachüberhänge oder Balkone über den Fenstern spenden Schatten. Das Gleiche gilt für Bäume vor Fenstern oder der Fassade und für begrünte Dächer und Fassaden. Pflanzen wirken außerdem kühlend auf das Mikroklima.
Quelle: Umweltbundesamt
Für eine effektive Wärmedämmung sollte zunächst der Zustand des gesamten Gebäudes betrachtet und eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen festgelegt werden. Dies kann zum Beispiel mit Hilfe einer Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern erfolgen. Unter der kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 ist eine Anmeldung möglich. Nützliche Informationen erhalten Verbraucher auch unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. (as)