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Haushaltslücke befeuert Steuerstreit

SPD-Ministerpräsidentin: „Keine Neiddebatte“, aber Umkehr bei Erbschaftssteuer

Mehr Verantwortung für Superreiche: Die SPD verlangt höhere Steuern. Auch die Erbschaftssteuer soll umgestaltet werden.

Saarbrücken – In der Debatte um Steuererhöhungen für Reiche hat die saarländische Ministerpräsidentin sowie amtierende Präsidentin des Bundesrates Anke Rehlinger (SPD) ihre Unterstützung für höhere Abgaben auf hohe Einkommen und große Vermögen bekräftigt. Besonders die Erbschaftsteuer müsse stärker in den Blick genommen werden. Sie wolle jedoch keine „Neiddebatte“, sondern mehr „Gerechtigkeit“ im System schaffen.

„Keine Neiddebatte“: SPD-Ministerpräsidentin verlangt Kehrtwende bei Erbschaftssteuer

Rehlinger betonte gegenüber der Bild am Sonntag, es dürfe keine Denkverbote geben: „Wir sollten uns nicht von vornherein irgendwelche Denkverbote auferlegen.“ Zwar sehe der Koalitionsvertrag ausdrücklich Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen sowie eine Unternehmenssteuerreform vor, doch für Spitzenverdiener müsse eine zusätzliche Verantwortung gelten. Wer erheblich profitiere, müsse auch „etwas mehr schultern als andere“.

Auch ihr Parteikollege Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, erinnert daran, berichtet tagesschau.de, dass in den 1990er-Jahren unter Helmut Kohl der Spitzensteuersatz bei 56 Prozent lag – heute seien es 42 Prozent. Multi-Millionäre und Milliardäre müssten deshalb stärker in die Pflicht genommen werden. Schweitzer stellte klar, dass eine gerechtere Besteuerung nicht spalte, sondern den sozialen Zusammenhalt stärke.

Nicht nur Klöckner und Pilawa: Hätten Sie diese Politik-Promi-Paare auf dem Zettel gehabt?

Heiko Maas, Julia Klöckner und Christian Lindner.
Große Liebesüberraschung um Julia Klöckner! Die Bundestagspräsidentin machte ihre Beziehung zu Jörg Pilawa öffentlich. Es ist nicht das erste Politik-Promi-Paar. Auch Ex-Minister wie Heiko Maas und Christian Lindner haben (oder hatten) berühmte Personen an ihrer Seite. Und auch in anderen Ländern gibt es zahlreiche Beispiele. © IMAGO / Political-Moments + IMAGO / Rolf Poss + IMAGO / Steinsiek.ch
Julia Klöckner und Jörg Pilawa sind ein Paar
Julia Klöckner und Jörg Pilawa: Die Bundestagspräsidentin und der TV-Moderator bestätigten ihre Beziehung im August 2025. Kennengelernt haben sie sich bei einem Fest im Heimatort der Politikerin. © dpa | Katharina Kausche + dpa | Tom Weller
Christian Lindner und Franca Lehfeldt
Christian Lindner und Franca Lehfeldt: Der ehemalige Finanzminister von der FDP und die Journalistin sind seit 2018 ein Paar. 2022 wurde auf Sylt geheiratet. Sie haben ein gemeinsames Kind. © Roberto Pfeil / dpa
Karl-Theodor zu Guttenberg und Katherina Reiche
Karl-Theodor zu Guttenberg und Katherina Reiche: Der ehemalige Verteidigungsminister der CSU und die aktuelle Wirtschaftsministerin von der CDU im Kabinett Merz machten ihre Beziehung erst im April 2025 öffentlich. © Sebastian Gollnow/Kay Nietfeld/dpa
Heiko Maas und Natalia Wörner
Heiko Maas und Natalia Wörner: Der ehemalige SPD-Außenminister und die Schauspielerin zeigten ihre Liebe erstmals 2016 öffentlich. 2023 folgte die überraschende Trennung. © Felix Hörhager / dpa
Jens Spahn und Daniel Funke
Jens Spahn und Daniel Funke: Der CDU-Fraktionsvorsitzende und der Journalist und Lobbyist heirateten 2017. © Annette Riedl / dpa
Harald Glööckler und Marc-Eric Lehmann
Marc-Eric Lehmann und Harald Glööckler: Der CDU-Politiker und der extravagante Modedesigner hatten sich im Sommer 2023 regelmäßig verliebt gezeigt. Nach recht kurzer Zeit hieß es aber, man wolle vermehrt getrennte Wege gehen. © Jens Kalaene / dpa
Peter Ramsauer und Ehefrau Susanne
Peter Ramsauer und Ehefrau Susanne: Der Ex-Verkehrsminister von der CSU und seine Frau haben vier Kinder. Sie steht nicht in der Öffentlichkeit, dafür aber eines ihrer Familienmitglieder: Susanne Ramsauer ist die Cousine von Hollywood-Star Sandra Bullock. © Daniel Karmann / dpa
Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht
Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht: Das Politiker-Paar machte die Beziehung 2011 öffentlich, beide vertraten jahrelang die Partei Die Linke. Wagenknecht gründete schließlich im Januar 2024 ihre eigene Partei, das BSW. Lafontaine trat dieser auch bei.  © Jens Büttner / dpa
Donald Trump und Ehefrau Melania
Donald Trump und Ehefrau Melania: Beide waren schon vor Trumps politischer Karriere bekannt. Er als Immobilienunternehmer, sie als Model. Sie sind seit 2005 verheiratet © Andrew Leyden / dpa
Ronald Reagan und Ehefrau Nancy
Ronald Reagan und Ehefrau Nancy: Der ehemalige US-Präsident und die Schauspielerin heirateten 1952. Beide lernten sich beruflich kennen: Auch Ronald Reagan war vor seiner politischen Karriere als Schauspieler aktiv. © IMAGO/Douliery Olivier/ABACA
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni: Der ehemalige Präsident Frankreichs und die Sängerin sind seit 2007 ein paar, heirateten 2008. Bruni stand ihrem Ehemann auch während seiner juristischen Skandale zur Seite. © Mario Cartelli / dpa
Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver
Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver: Der Schauspieler, Bodybuilder und Ex-Gouverneur von Kalifornien und die Journalistin heirateten 1986. Nach 25 Jahren ging die Ehe 2011 in die Brüche. Shriver gehört zum erweiterten Kennedy-Clan, ist eine Nichte des erschossenen US-Präsidenten John F. Kennedy. © Hector Amezcua / Pool / dpa
Gavin Newsom und Jennifer Siebel Newsom
Gavin Newsom und Jennifer Siebel Newsom: Der Gouverneur von Kalifornien und die Schauspielerin und Film-Produzentin heirateten 2008. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder. © IMAGO/Paul Kitagaki Jr.
Sonny Bono und Cher
Sonny Bono und Cher: Die Musik-Superstars wurden zunächst beste Freunde, dann ein Liebespaar. Die Hochzeit folgte 1964, die Scheidung dann 1975. Cher blieb bei der Musik, ihr Ex-Mann bewegte sich in die Politik. Sonny Bono bewarb sich 1992 für die Republikaner um den US-Senat, scheiterte aber. 1994 ergatterte er einen Sitz im Repräsentantenhaus. © IMAGO/Earl Miller / Avalon
Boris Johnson und Ehefrau Carrie
Boris Johnson und Ehefrau Carrie. Der ehemalige Premierminister Großbritanniens und die bekannte politische Aktivistin, Naturschützerin und Beraterin heirateten 2021, während Johnsons Amtszeit als Premier. © Andrew Milligan / dpa
Rishi Sunak und Akshata Murty
Rishi Sunak und Akshata Murty: Der ehemalige Premierminister Großbritanniens und die indische Geschäftsfrau und Modedesignerin heirateten 2009. © Stefan Rousseau / dpa
Silvio Berlusconi und Veronica Lario
Silvio Berlusconi und Veronica Lario: Der ehemalige Ministerpräsident Italiens und die Schauspielerin heirateten 1990. 2009 reichte Lario die Scheidung ein.  © IMAGO/Alberto Terenghi / ipa-agency.ne
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska: Der ukrainsiche Präsident und die bekannte Drehbuchautorin heirateten 2003. Selenskyj war zuvor bereits als Schauspieler und Komiker in seiner Heimat bekannt. © Justin Tang / dpa
Justin Trudeau und Katy Perry
Justin Trudeau und Katy Perry: Zugegeben, hierbei handelt es sich zunächst nur um ein Gerücht – aber eins, das heiß lief. Der ehemalige Premierminister Kanadas und die weltberühmte Sängerin wurden gemeinsam in einem Lokal in Motreal gesehen. Ob da was läuft? Bleibt abzuwarten. © Andy Kropa/Frank Gunn/dpa/Canadian Press/AP
Jacinda Ardern und Clarke Gayford
Jacinda Ardern und Clarke Gayford: Die ehemalige Premierministerin von Neuseeland und der TV- und Radio-Moderator lernten sich 2012 kennen. 2024 folgte die Hochzeit. © DAVID ROWLAND / IMAGO
Fürst Rainier III. von Monaco und Grace Kelly
Fürst Rainier III. von Monaco und Grace Kelly: Der Royal und die US-Schauspielerin lernten sich 1955 kennen. 1956 folgte die Hochzeit. Die Liebesgeschichte endete tragisch: Grace Kelly verstarb 1982 bei einem Autounfall. © IMAGO / piemags
Prinz Harry und Meghan Markle
Prinz Harry und Meghan Markle: Der Briten-Royal-Spross und die Schauspielerin machten ihre Beziehung 2016 öffentlich, heirateten 2018. Dann folgte der „Megxit“, seitdem herrscht angespannte Stimmung zwischen ihnen und der britischen Königsfamilie. Zugegeben: Wirklich politisch ist man als Mitglied des Königshauses in Großbritannien nicht mehr zwangsläufig. Die Königsfamilie gilt als politisch neutral, übt eher „symbolische“ Macht aus. © Yaroslav Sabitov / dpa
Fürst Albert II. und Fürstin Charlene von Monaco
Fürst Albert II. und Fürstin Charlene von Monaco: Das Staatsoberhaupt von Monaco und die ehemalige südafrikanische Olympia-Schwimmerin sind seit 2011 verheiratet. © Christophe Petit-Tesson / dpa
John F. Kennedy und Marilyn Monroe
John F. Kennedy und Marilyn Monroe: Immer wieder gab es Gerüchte über ein angebliches Verhältnis der Schauspiel-Diva mit dem damaligen US-Präsidenten und dessen Bruder Robert. Bestätigt wurde etwaiges aber nie. © IMAGO / ZUMA Press Wire + IMAGO / Capital Pictures

SPD-Ministerpräsidentin Rehlinger: Erbschaftssteuer mit vielen Schlupflöchern

Besonders kritisch sieht Rehlinger laut AFP die bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten bei der Erbschaftssteuer. Diese führe oft zu einer „ganz geringen Steuerlast“. Sie betonte, nicht das „Häuschen von der Oma“ ins Visier zu nehmen, sondern die großen Vermögensverschiebungen, die bislang weitgehend steuerfrei möglich seien. Sie spricht sich für eine „ehrliche Debatte“ aus, bei der nicht Emotionen, sondern gerechte Lastenverteilung im Vordergrund stehe.

Unterstützung erhält Rehlinger von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der Steuererhöhungen für Reiche im ZDF-Sommerinterview nicht ausgeschlossen hatte. Diese müssten dazu beitragen, die milliardenschweren Haushaltslücken der kommenden Jahre zu schließen. Er verwies darauf, dass die Verantwortung der Wohlhabenden für die Stabilität des Gemeinwesens größer sei als bisher anerkannt.

SPD-Vize Anke Rehlinger fordert eine Reform der Erbschaftssteuer – und betont, es gehe um Gerechtigkeit, nicht um eine Neiddebatte.

Union und SPD: Koalitionsvertrag als Spannungsfeld beim Steuerrecht

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist festgelegt, dass kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen. Zugleich enthält das Papier die Vereinbarung, das Steuerrecht einfacher und gerechter zu machen und eine Unternehmenssteuerreform einzuleiten. Eine explizite Festlegung auf Steuererhöhungen für Reiche findet sich darin nicht – allerdings auch kein kategorischer Ausschluss. Damit entsteht Spielraum für eine politische Neubewertung angesichts der Haushaltslage.

Die SPD-Spitze deutet derweil an, dass die wirtschaftliche Lage neue Antworten verlangt. Während steigende Sozialausgaben und Investitionen in Infrastruktur finanziert werden müssen, wächst zugleich der Druck, Haushaltslöcher ohne harte Kürzungen im Sozialstaat zu stopfen. Hier setzt die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung von Superreichen an.

Erbschaftssteuer im internationalen Vergleich

LandHöchstsatz ErbschaftssteuerBesonderheiten / Anmerkungen
Deutschlandbis 30% (Kinder, Steuerklasse I), bis 50% (Nichtverwandte, Steuerklasse III)Viele Ausnahmen und Gestaltungsspielräume; Firmenvermögen kann bei richtiger Gestaltung weitgehend steuerfrei bleiben
Frankreichbis 45%Sehr niedrige Freibeträge, daher breite Belastung vieler Erbfälle
Spanienbis 34%Starke Unterschiede je nach Region; de facto oft deutlich niedriger
Italienbis 8%Sehr niedrige Sätze, hohe Freibeträge; nahe Verwandte meist befreit
Schweizbis ca. 50% (kantonal)Unterschiedliche Regelungen je Kanton; viele Kantone erheben keine Steuer für direkte Nachkommen
USAca. 40% (Federal Estate Tax)Sehr hoher Freibetrag (ca. 13,61 Mio. USD / ca. 12,25 Mio. EUR pro Person, Stand 2025); betrifft nur sehr große Vermögen
Japanbis 55%Höchste Erbschaftssteuer weltweit; geringe Freibeträge führen zu breiter Belastung
Großbritannien40%Freibetrag ca. 325.000 GBP / ca. 382.000 EUR; Immobilien sind stark betroffen

Quellen: wohnsitzausland.com, gruendungskanzlei.eu, Handelsblatt, rhsm.de.

Merz‘ Union lehnt höhere Abgaben ab: Steuerfrage als Konfliktherd für Große Koalition?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Vorstoß jedoch bereits eine Absage erteilt. Auf einem Parteitag der niedersächsischen CDU erklärte er, eine zusätzliche Belastung des Mittelstands werde es „mit dieser Bundesregierung unter meiner Führung“ nicht geben. Führende Unionspolitiker warnen vor einer Abwanderung von Kapital und lehnen höhere Steuern auf Einkommen oder Vermögen strikt ab.

Mit dem klaren Nein der Union zeichnet sich ab, dass die Steuerfrage zum zentralen Konfliktthema der Großen Koalition werden könnte. Während die SPD ihre Linie als Frage der Gerechtigkeit darstellt, betont die Union die Gefahr für Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen.

Nicht nur SPD-Spitzenpolitikerin, auch Ökonomen sehen Reformbedarf bei Erbschaftssteuer

Wirtschaftsexperten verweisen darauf, dass die Erbschaftsteuer bislang vor allem die gehobene Mittelschicht treffe, während die wirklich Vermögenden durch Ausnahmen und Gestaltungsmodelle kaum belastet würden. Die Steuer sei daher „eine Steuer für die ärmeren Reichen“, urteilte jüngst die Finanzwissenschaftlerin Dominika Langenmayr in der FAZ. Vorschläge reichen von einer sogenannten „Flat Tax“ mit hohen Freibeträgen bis hin zu einer strikteren Besteuerung großer Unternehmens- und Immobilienvermögen.

Experten fordern ein Modell mit klaren Freibeträgen und einem einheitlichen Satz für alle darüber hinausgehenden Erbschaften. Damit ließe sich ein gerechteres System schaffen, das Bürokratie verringert und trotzdem ausreichend Einnahmen generiert. Ob die Politik diesen Weg einschlägt, hängt nun vom weiteren Verlauf des Steuerstreits zwischen SPD und Union ab. (chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Political-Moments

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