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„Keine zusätzlichen Belastungen“

SPD-Rufe nach neuen und höheren Steuern: Union lehnt ab – „beschädigt Vertrauen“

Die SPD will Steuern für „Super-Reiche“ erhöhen – und bringt neue Steuern ins Spiel. Die Union lehnt ab und verweist den Regierungspartner auf den Koalitionsvertrag.

Berlin – In Teilen der SPD werden die Rufe nach Steuererhöhungen laut – im Fokus: „besonders hohe Vermögen und Erbschaften“. Das äußerte etwa die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte die SPD-Politikerin, angesichts immer größer werdender Vermögensungleichheit sei es „mehr als logisch und fair“, darüber nachzudenken, wie die besonders Wohlhabenden der Gesellschaft „mehr zum Gemeinwohl beitragen“ könnten: „Konkret wären das Erhöhungen für die Super-Reichen. Diese Überlegungen besprechen wir mit unserem Koalitionspartner.“

SPD will höhere Steuern bei Reichen: Union lehnt Ausweitung der Erbschaftssteuer ab

Beim Koalitionspartner – der Union – trifft der SPD-Vorstoß jedoch auf deutliche Ablehnung. „Eine Substanzsteuer wie die Erbschaftsteuer, die direkt in das Betriebsvermögen der Unternehmen eingreift, ist Gift für Investitionen und Wachstum“, kritisiert der finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Fritz Güntzler.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Das Argument des CDU-Politikers wird häufig gegen eine Erhöhung oder Ausweitung der Erbschaftssteuer angeführt – ist jedoch nicht unumstritten. Eine Gegenposition vertritt etwa Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrats für Wirtschaft. Ende 2024 forderte sie gegenüber der Rheinischen Post eine Ausweitung der Erbschaftssteuer. Schnitzer wies Bedenken zurück, dass eine Erbschaftssteuer bei Unternehmen zu finanziellen Engpässen führen könnte: Es gebe Möglichkeiten, Steuerzahlungen zu stunden; Erben könnten ihre Steuerschuld durch andere Vermögenswerte oder Kapitalmarktfinanzierung begleichen.

Union gegen Steuererhöhungen: „Keine zusätzlichen Belastungen für Bürger und Unternehmen“

Gegenüber unserer Redaktion verweist Fritz Güntzler bezogen auf den SPD-Vorstoß auf den Koalitionsvertrag: Dort hätten Union und SPD einen „harten, aber erfolgreichen Kompromiss“ geschlossen: „Dieser Vertrag ist unser politischer Kompass – und an den sollten wir uns jetzt halten.“

Das beinhalte auch die Einhaltung des Versprechens: „Keine zusätzlichen Belastungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen durch Steuererhöhungen.“ Anstelle von Steuererhöhungen oder neuen Steuern, erklärt der CDU-Politiker: „Was wir jetzt brauchen, sind Mut und Entschlossenheit, um die im Koalitionsvertrag vereinbarten Reformen umzusetzen: den Staat zu modernisieren, Bürokratie abzubauen und Strukturen zu reformieren.“

Vermögensungleichheit in Deutschland

Private Vermögen sind in Deutschland extrem ungleich verteilt. Nach Angaben der Bundesbank entfällt etwa die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf die vermögendsten zehn Prozent. Dort mehrt sich das Vermögen kräftiger, weil sie im Schnitt stärker in Aktien und Fonds investieren als ärmere Haushalte. Die vermögensärmeren 50 Prozent besitzen dagegen nur knapp drei Prozent. 

SPD-Rufe nach Steuererhöhungen: Auch Digitalsteuer steht Union „skeptisch“ gegenüber

Neben Esdar hatten in den vergangenen Tagen weitere SPD-Politiker die schwarz-rote Regierung davor gewarnt, Steuererhöhungen auszuschließen. Genannt wurde dabei eine mögliche Digitalsteuer. Auch einer solchen neuen Steuer, erklärt der finanzpolitische Sprecher, stehe die Union „skeptisch“ gegenüber: „Den Vorstoß von Staatsminister Weimar zur Digitalabgabe, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, haben wir aufgenommen und prüfen ihn ergebnisoffen mit Blick auf wirtschaftliche Vernunft und Rechtssicherheit.“

Ende Mai hatte Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) von einer geplanten Digitalabgabe gesprochen. Deutschlands Zeitschriftenverleger fordern, eine solche Abgabe von großen US-Unternehmen zu erheben und mit dem Geld hiesige Verlagshäuser zu entlasten. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) erklärte zuletzt gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass eine Digitalsteuer nicht seine „erste persönliche Priorität“ sei.

Arbeitsministerin Bas hält Steuererhöhungen für denkbar – Söder lehnt entschieden ab

Auch CSU-Chef Markus Söder erteilte SPD-Rufen nach Steuererhöhungen in der laufenden Legislaturperiode eine Abfuhr. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hatte hingegen deutlich gemacht, dass sie zur langfristigen Finanzierung von Rente, Kranken- und Pflegeversicherung auch Steuererhöhungen für vorstellbar hält. Um steigende Beiträge zu verhindern, seien Reformen und höhere staatliche Zuschüsse notwendig, sagte die SPD-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die Koalition hat für diese Wahlperiode Steuererhöhungen ausgeschlossen. Es ist fraglich, ob das dauerhaft funktionieren kann.“ (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Florian Gaertner

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