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Inflation und Korruption

Milei muss nach „Kettensägen“-Politik-Scheitern Trump um Dollars anpumpen

Argentiniens Präsident Milei findet mit seiner Kettensägen-Politik noch Unterstützung bei Weltmarkt und Medien. Zunehmender Druck treibt ihn zu Trump.

Buenos Aires – Das argentinische Kettensägenprojekt gerät ins Wanken. Bis zuletzt konnte Präsident Javier Milei seinen radikalen Spar- und Liberalisierungskurs trotz sozialen Massenprotesten und Menschenrechtsverletzungen verteidigen. Ein Korruptionsskandal seiner Schwester Karina Milei, eine eindeutige Wahlniederlage in der Provinz Buenos Aires und die wieder an Fahrt aufnehmende Inflation scheinen die Stimmung im Land gegen den selbsternannten Anarchokapitalisten nun allerdings endgültig zu drehen.

Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas

Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik.
Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik. Er steht Elon Musk ideologisch nahe. Mileis „Kettensägen-Politik“ in Argentinien dient als Experimentierfeld für einen radikalisierten Anarchokapitalismus, der internationale Aufmerksamkeit von rechtslibertären Bewegungen erhält und als Teil einer neuen „internationalen Allianz“ zur Verteidigung des freien Marktes verstanden wird. © DIEGO LIMA/afp
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort.
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort. Aus dem ursprünglich linkspopulistischen Reformvorhaben seines Vorgängers ist unter Maduro ein autoritäres Projekt geworden. Er regiert heute als Diktator und setzt offen Wahlfälschung ein. Er verfolgt eine antiimperialistische Ideologie gegen die USA und erhält internationale Unterstützung durch China und Russland. © Pedro Mattey/afp
Kämpferisch: Venezueles Präsident Hugo Chavez.
Kämpferisch: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez inszenierte sich als Retter Lateinamerikas gegen imperialistische Interessen aus den USA und wird in ganz Lateinamerika verehrt. © dpa
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert.
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert. Er äußerte etwa wiederholt Bewunderung für die brasilianische Militärdiktatur (1964 bis 1985), spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe aus und hält den menschengemachten Klimawandel für eine Lüge. © SERGIO LIMA/afp
Lula da Silva regierte Brasilien zwischen 2003-2011.
Während Bolsonaro die brasilianische Diktatur feiert, hat Luiz Inácio Lula da Silva unter den Militärs Verfolgung und Haft erlebt. Er regierte Brasilien von 2003 bis 2011. Das politische Projekt von Lula da Silva lässt sich als sozialdemokratische Synthese beschreiben, die eine Kombination aus Sozialpolitik zur Armutsbekämpfung, entwicklungsorientierter Wirtschaftspolitik und Umweltschutz mit dem Ziel verfolgt, Brasilien als gerechteren, ökologisch nachhaltigen und international respektierten Akteur zu positionieren. © EVARISTO SA/afp
Boliviens Ex-Präsident und Gewerkschaftsführer Evo Morales.
Boliviens Ex-Präsident Evo Morales, Regierungszeit 2006 bis 2019, war die Symbolfigur der einfachen Leute und positionierte sich gegen internationale Eliten. Er war der erste indigene Präsident Boliviens, kam aus ärmsten Verhältnissen und war Gewerkschaftsführer. © Jorge Saenz/AP/dpa
Ecuadors Präsidenten Rafael Corea (l.) und Cubas Fidel Castro.
Ecuadors Präsident Rafael Correa (links) war von 2007 bis 2017 im Amt und Teil der linkspopulistischen Welle zusammen mit Hugo Chávez und Evo Morales. In die Bild von 2009 ist er mit Fidel Castro, dem damaligen Máximo Líder von Kuba.  © dpa
Uruguays verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica
Uruguays im Mai 2025 verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica wurde oft als bescheidenster Präsident der Welt bezeichnet. Er saß als Guerilla-Kämpfer gegen die Militärdiktatur lange in Haft und verfolgte später als Präsident eher eine gemäßigt linke Politik. © Matilde Campodonico/dpa
Argentiniens Ex-Präsident Juan Domingo Perón.
Der Peronismus in Argentinien ist eine populistische Strömung, benannt nach Juan Domingo Perón, der zwischen 1946 und 1955 sowie 1973 und 1974 regierte. Zusammen mit seiner Frau Eva „Evita“ Perón war er prägend für den Peronismus. Bekannt war er für seine autoritäre Führung und seine Sozialpolitik. © imago
Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt
Seine Ehefrau Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt, hat heute in ganz Lateinamerika Kultstatus und steht für Grundrechte wie Wohnen, Bildung und öffentliche Gesundheitsversorgung für die Ärmsten. Doch während die einen sie als Heldin der Armen bewundern, kritisieren andere sie als „Populistin“, die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. © imago
Wahlkampf in Argentinien
Argentiniens linkspopulistischer Präsident Néstor Kirchner (im Amt von 2003 bis 2007) steht für Sojaboom und Aufschwung. Nach seinem Tod übernahm Cristina Kirchner (2007 bis 2015) das Amt der Präsidentin. Heute ist sie die populärste Kontrahentin des rechtspopulistischen Präsidenten Javier Milei. © Cezaro De Luca/dpa
Cristina Fernandez Kirchner
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner setzte die linkspopulistische Politik ihres verstorbenen Mannes Néstor Kirchner fort. Das Ehepaar prägte die argentinische Politik so stark, dass der moderne Peronismus in Anlehnung an ihren Namen Kirchnerismus genannt wird. Heute sitzt sie wegen Korruption verurteilt in Hausarrest. © Victor R. Caivano/dpa
Carlos Menem, ehemaliger Präsident Argentiniens
Carlos Menem, ehemaliger Präsident von Argentinien. Regierungszeit: 1989 bis 1999. Peronist, der neoliberale Reformen durchdrückte. Beispiel für den „Neopopulismus“ der 1990er Jahre und aus heutiger Sicht widersprüchlich, da seine Politik dem Kettensägen-Kurs Javier Mileis ähnelt – doch die Parteien als Gegner gelten. © Natacha Pisarenko
In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.
Perus Präsident Alberto Fujimori (Regierungszeit: 1990 bis 2000) kombinierte populistische Rhetorik mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er führte 1992 einen „Selbstputsch“ durch und wurde später wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.  © Martin Mejia/ap
Getúlio Vargas Präsident Brasiliens 1930-1945 und 1951-1954.
Getúlio Vargas (Brasilien). Regierungszeit: 1930-1945 und 1951-1954 Gilt als einer der Begründer des klassischen lateinamerikanischen Populismus und führte eine starke staatliche Industrialisierungspolitik ein. © imago
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors.
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors, gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs. Bis zu seinem Tod 1979 war er der wichtigste Politiker des Landes. © imago
Bild von Salvador Allende, Präsident von Chile.
Salvator Allende regierte Chile zwischen 1970 und 1973 als erster demokratisch gewählter sozialistischer Präsident der Welt mit populistischen Elementen. Die Erinnerung an ihn besteht fort – auch während eines Marsches zum 50. Jahrestag des Militärputsches unter der Führung von Augusto Pinochet, der Allende in Santiago gestürzt hatte.  © IMAGO/Matias Basualdo
José Antonio Kast, ultrakonservativer chilenischer Anwalt und Gründer der Republikanischen Partei
José Antonio Kast gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles. Der ultrakonservative Anwalt wird als rechtspopulistisch, rechtsextrem und neofaschistisch beschrieben. 2021 unterlag er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seinem Kontrahenten Gabriel Boric. © ANDRES PINA/ATONCHILE/imago
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro ist ein ehemaliger Guerillakämpfer und Ex-Bürgermeister von Bogotá, der als linkspopulistisch beschrieben wird. Er wurde 2022 als erster linker Politiker in der Geschichte Kolumbiens zum Präsidenten gewählt. © STRINGER/afp
Rodolfo Hernández, kolumbianischer Bauunternehmer und Multimillionär.
Rodolfo Hernández, ein parteiloser Bauunternehmer und Multimillionär, kam bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2022 als rechtspopulistischer „TikTok-Opa“ überraschend in die Stichwahl gegen Gustavo Petro. Er erreichte mit einfachen Anti-Korruptions-Botschaften und Kampagnen auf den sozialen Medien fast 47 Prozent der Stimmen. © EVA MARIE UZCATEGUI
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (M.) während einer Kundgebung mit Sympathisanten in Managua 2018. Er ist seit 2007 amtierender, inzwischen diktatorisch regierender Präsident Nicaraguas und Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional, die früher selbst die Diktatur der Somoza-Dynastie stürzten. © Jorge Torres/imago
El Salvadors Präsident Nayib Bukele
Präsident Nayib Bukele regiert das kleinste mittelamerikanische Land E Salvador seit 2019 mit harter Hand und ist vor allem durch seine Megagefängnisse, seine ultraliberale Bitcoin-Politik und seine Beziehung zu Donald Trump in den Schlagzeilen gelandet. © Salvador Melendez/AP/dpa
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen.
Claudia Sheinbaum Pardo ist seit dem 1. Oktober 2024 Präsidentin Mexikos. Die Physikerin, die in Energietechnik promovierte, beteiligte sich an zwei Berichten des Weltklimarats, der 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt. Sheinbaum stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. © IMAGO/Luis Barron
Lázaro Cárdenas, mexikanischer Militärführer und Präsident
Der mexikanische Militärführer Lázaro Cárdenas war von 1934 bis 1940 Präsident des Landes. Er gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs Lateinamerikas und ist bekannt für Nationalisierungen und Umverteilungspolitik. Hier ist er bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern der Ölindustrie in Tamaulipas im Jahr 1938 zu sehen. © IMAGO
Fidel Castros führte die kubanische Revolution.
Fidel Castro (1926 bis 2016) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker, der nach dem Sturz der Batista-Diktatur 1959 fast fünf Jahrzehnte lang als autoritärer Staatschef den ersten kommunistischen Staat in der westlichen Hemisphäre regierte und Kuba aus der Abhängigkeit von den USA führte. © dpa
Che Guevara
Ernesto „Che“ Guevara (1928 bis 1967) war ein argentinischer Arzt und marxistischer Revolutionär, der als Guerillaführer und Anführer der Rebellenarmee maßgeblich an der Kubanischen Revolution (1953 bis 1959) beteiligt war. Später wurde er bei dem Versuch, eine Revolution in Bolivien zu entfachen, im Alter von 39 Jahren getötet. © dpa
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays.
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Cubas wird als „populistischer Anti-Establishment-Kandidat“ mit „extremen antidemokratischen Ansichten“ beschrieben. Er bezeichnete sich selbst als „romantischen, republikanischen und nationalistischen Anarchisten“. Nach der Wahl 2023 behauptete er Wahlbetrug und organisierte Proteste, was zu seiner Festnahme führte. © NORBERTO DUARTE/afp

Besonders die instabile Finanzsituation bereiten dem libertären Milei Kopfschmerzen, war das Bremsen der Inflation doch eines der Kernthemen seines berühmten Wirtschaftsplans, der ihm einen erneuten Megakredit vom IWF sicherte. Mit diesen Milliarden und den argentinischen Reserven der Zentralbank konnte er bisher den argentinischen Peso stabilisieren, doch jetzt geht der Regierung zur für Milei denkbar ungünstigsten Zeit vor den argentinischen Parlamentswahlen im Oktober das Geld aus und die Inflation steigt wieder. Donald Trump soll ihm nun helfen.

Ende der Kettensäge? Treffen mit Trump gilt als Stimmungstest für Mileis Beziehung zum US-Präsidenten

Der argentinische Präsident wird sich diesen Dienstag (23. September) in New York mit US-Präsident Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent treffen, um im Falle eines Marktschocks eine finanzielle Rettungszusage zu erwirken. Laut der argentinischen Tageszeitung La Nación prüft die argentinische Regierung angesichts der „erheblichen Instabilität“ der lokalen Märkte die Möglichkeiten eines Kredits des US-Finanzministeriums. 

Bei seinem bevorstehenden Treffen mit Präsident Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York hat Argentiniens Präsident Milei ein klares Ziel vor Augen: Er will eine Notfallkreditlinie aus einem speziellen US-Fonds beantragen. Dieser sogenannte Devisenstabilisierungsfonds stammt noch aus den 1930er Jahren und kann im amerikanischen Interesse internationale Finanzhilfen gewähren.

Ob Milei mit seinem Antrag Erfolg haben wird, gilt als wichtiger Indikator dafür, wie weit Trump tatsächlich bereit ist, seinen südamerikanischen „Helden“, wie er Milei in der Vergangenheit bezeichnet hatte, mit konkreten Maßnahmen zu unterstützen. Das Treffen am Dienstag könnte somit zum Lackmustest für die vielbeachtete politische Freundschaft werden. Für Trump bietet sich hier die Gelegenheit, seine außenpolitische Stärke zu demonstrieren und einen wichtigen Verbündeten in Südamerika zu festigen. Milei hingegen braucht dringend wirtschaftliche Unterstützung für seinen Systemwechsel in Argentinien.

Argentiniens Präsident Javier Milei spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Regierungssprecher Manuel Adorni und Schwester Karina Milei. Für sein Wirtschaftsprogramm muss er Donald Trump um weitere Dollars bitten.

Milei braucht Trumps Dollars, um in Argentinien seinen libertären Kurs fortzuführen

Milei brachte laut einem Bericht von Infobae noch vor dem Treffen öffentlich seine Dankbarkeit für die Unterstützung der US-Regierung zum Ausdruck, die am Montag durch ihren Finanzminister ihre Bereitschaft bekannt gab, „alles Notwendige“ zu tun, um Argentinien angesichts der finanziellen Unsicherheit zu helfen, die durch die Wahlergebnisse in der Provinz Buenos Aires entstanden ist. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich bisher Schulter an Schulter mit der argentinischen Regierung, die das Land nach seinen Vorgaben umstrukturiert. IWF-Sprecherin Julie Kozack verwies auf X auf die Fortschritte des libertären Kurses. „Bemühungen auf allen Ebenen werden fortgesetzt, um eine Vereinbarung abzuschließen, die zur Konsolidierung des bereits erfolgreichen Wirtschaftsprogramms beitragen wird.“

„Es gibt den freien Marktkapitalismus und es gibt den Sozialismus. Jede Zwischenlösung tendiert zum Sozialismus; und das bedeutet Armut.

Javier Milei, libertärer Präsident Argentiniens

Dennoch reagiert der Weltmarkt bereits auf die erneute politische Unsicherheit in Argentinien. Nach Mileis verlorenen Wahlen verlor der Peso verlor im Verhältnis zum Dollar direkt stark an Wert, das Länderrisiko, also die Zinsaufschläge, die Investoren für argentinische Bonds verlangen, stieg laut Handelsblatt um 300 auf 1100 Basispunkte. Der argentinische Aktienmarkt ging allein dieses Jahr um ein Drittel zurück, laut The Times der Index mit der schlechtesten Performance weltweit. Javier Milei ist dennoch überzeugt von seinem politischen und wirtschaftlichen Kurs und rechtfertigte die „politische Panik“ der Märkte als Reaktion auf die mögliche Rückkehr der linkspopulistischen Kirchneristen, wie El Cronista berichtet. Für ihn gilt weiterhin: „Es gibt den freien Marktkapitalismus und es gibt den Sozialismus“, wie er vergangene Woche bei einem Auftritt in Paraguay sagte. „Jede Zwischenlösung tendiert zum Sozialismus; und das bedeutet Armut.“

Argentinien verkauft unter Milei mehr als eine Milliarde Dollar in drei Tagen, um Peso zu stützen

Zum Hintergrund: Beim größten Eingriff in den Devisenhandel seit sechs Jahren hat die argentinische Zentralbank nach Informationen der dpa am 20. September an nur einem Tag 678 Millionen US-Dollar (577 Mio. Euro) verkauft, um die Landeswährung zu stützen. Vor der wichtigen Parlamentswahl im Oktober steht der argentinische Peso unter Druck. In den letzten drei Tagen verkaufte die Banco Central 1,1 Milliarden US-Dollar (936 Mio. Euro). Erst vor zwei Wochen musste Präsident Javier Milei bei den Wahlen in der Provinz Buenos Aires, die als Stimmungstest galten, eine schwere Niederlage hinnehmen. 

IWF hat Argentinien unter Präsident Javier Milei bereits im April 2025 einen neuen Kredit gewährt. Der Internationale Währungsfonds genehmigte ein umfangreiches Kreditpaket in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren. Zusätzlich stellte die Weltbank 12 Milliarden Dollar zur Verfügung, und die Interamerikanische Entwicklungsbank kündigte ein weiteres Finanzpaket von bis zu 10 Milliarden Dollar über drei Jahre an.

Diese Kreditvergabe ist besonders bemerkenswert, da Argentinien bereits der größte Schuldner des IWF ist und mit mehr als 44 Milliarden US-Dollar bei dem Fonds in der Kreide steht. Die neuen Kredite dienen hauptsächlich dazu, den Schuldendienst gegenüber dem IWF zu stemmen und die Währungsreserven der argentinischen Zentralbank zu erhöhen. Es handelt sich also teilweise um eine Art Refinanzierung bestehender Schulden. (Quellen: Infobae, dpa, Handelsblatt, El Economista, La Nación, The Times, El Cronista) (lm)

Rubriklistenbild: © Lima/Ngan/afp/Montage

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