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Anarchokapitalist unter Druck
Aktuelle Umfragen vor Argentinien-Wahl versprechen Zitterpartie für Milei
Trotz offizieller Unterstützung durch Donald Trump: Umfragen sehen Javier Milei vor Parlamentswahlen in Argentinien wegen Skandalen unter Druck.
Buenos Aires – Javier Milei und sein Parteibündnis La Libertad Avanza (deutsch: Die Freiheit schreitet voran) mussten bereits bei den Provinzwahlen in Buenos Aires im September eine Niederlage hinnehmen. Bei den argentinischen Parlamentswahlen am 26. Oktober könnte dem libertären Verbündeten von US-Präsident Donald Trump nun eine weitere Niederlage folgen. Aktuelle Umfragen zur Argentinien-Wahkl zeigen, wie knapp das Ergebnis ausfallen könnte.
Eine Woche vor den Wahlen sagen die Diagnosen von neun Umfrageinstituten voraus, dass Milei in höchstens acht der 24 Wahlkreise des Landes gewinnen wird. Darüber berichten die argentinischen Medien Perfil und Página/12. Grund für die zunehmende Ablehnung des Kettensägen-Kurses in Argentinien ist primär die wirtschaftlich angespannte Lage. Eine Umfrage der Beratungsfirma Escenarios ergab laut Àmbito Financiero, dass 53 Prozent der argentinischen Haushalte angeben, mit ihrem Einkommen nicht über die Runden zu kommen, während 30 Prozent dies „gerade so“ schaffen.
Korruption und Wirtschaftskrise setzen Milei vor Parlamentswahl in argentinien unter Druck
Außerdem trüben Korruptionsskandale das Image Mileis. Laut El Crónista hat die Kampagne La Libertad Avanza (LLA) einen signifikanten Rückschlag erlitten, als Milei-Kandidat José Luis Espert wegen Vorwürfen zu Geldwäsche und Drogenhandel zurücktrat. Hinzu kommen die Korruptionsfälle bei der Nationalen Agentur für Behinderte (ANDIS), die durchgesickerten Audioaufnahmen von Diego Spagnuolo und der Skandal rund um die Kryptowährung $LIBRA, die ein Klima des Misstrauens gegenüber der Regierungspartei geschaffen haben.
Das Misstrauen in die Regierung von Javier Milei bedeutet allerdings nicht, dass das Vertrauen in die peronistische Opposition wächst. Laut Ámbito Financiero glauben nach den Korruptionsskandalen in der Nationalen Behindertenagentur und der Verbindung der Milei-Regierung zu Drogengeschäften zwar 69,84 Prozent der Befragten, dass „alle oder die meisten“ Regierungsbeamten in Korruption verwickelt sind. Doch auch für die Opposition fallen die Zahlen nicht günstig aus: Fast 60 Prozent glauben dasselbe über die Führungspersönlichkeiten der Opposition.
Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas
Es wird knapp für Milei: Umfragen in Argentinien variieren stark
Der Abstand zwischen den großen Parteien hat sich laut El País aber verringert. Im ersten Halbjahr 2025 lag der amtierende Präsident mit zehn Punkten Vorsprung vorn. Juli und August waren geprägt vom Wahlkampf für die Provinzwahlen in Buenos Aires, die Anfang September stattfanden und bei denen Milei eine klare Niederlage erlitt. Jetzt liegt die Partei des Präsidenten laut einem von der Zeitung errechneten Umfragedurchschnitt nur noch zwei Punkte vor ihrem peronistischen Hauptrivalen.
Argentinien: Chronologie der Amtszeit von Präsident Javier Milei
10. Dezember 2023: Vereidigung als Präsident Argentiniens
12. April 2024: Abschaffung der Kapitalverkehrskontrollen, flankiert von IWF-Kredit über 20 Milliarden Dollar
14. Februar 2025: Öffentliche Unterstützung der Kryptowährung Libra durch Javier Milei und anschließender Crash des Tokens um über 90 Prozent
20. August 2025: Veröffentlichung von Audioaufnahmen mit Korruptionsvorwürfen gegen Schwester Karina Milei
8. September 2025: Schwere Niederlage bei Provinzwahlen in Buenos Aires (34% vs. 46% für die Opposition)
5. Oktober 2025: José Luis Espert, Mileis Spitzenkandidat für die Kongresswahlen in Buenos Aires, wird vorgeworfen, 200.000 Dollar von dem in den USA wegen Drogenhandels angeklagten Unternehmer Federico Machado erhalten zu haben, was zu seinem Rückzug von der Kandidatenliste führte.
10. Oktober 2025: Währungsswap-Abkommen über 20 Milliarden Dollar mit den USA zur Stabilisierung der argentinischen Märkte
26. Oktober 2025: Anstehende Kongresswahlen (Halbzeitwahlen), bei denen etwa die Hälfte des Parlaments neu gewählt wird
Die Umfragewerte variieren aufgrund der starken politischen Spaltung und politischen Positionierung der einzelnen Meinungsforscher allerdings stark, wie La Nación berichtet. Opina Argentina prognostiziert dem Peronismus demnach einen landesweiten Sieg mit 37 Prozent zu 35 Prozent gegenüber Mileis Partei. CB Consultora Opinión Pública kehrt das Ergebnis um und sieht La Libertad Avanza mit 40,8 Prozent in Führung, verglichen mit 35,4 % für die verschiedenen peronistischen Parteien.
Auf dem dritten Platz liegt mit 5 Prozent der Stimmen Provincias Unidas, die zentristische Koalition aus sechs Gouverneuren, die die Polarisierung durchbrechen will. Die Linksfront würde dagegen nur 2,6 Prozent der Stimmen erhalten. Der hohe Anteil unentschlossener Wähler (21 Prozent) wird laut UdeSA- Umfrage entscheidend sein. Diese Gruppe stellt die stärkste Kraft hinter den beiden großen Parteien dar und könnte in den letzten Tagen des Wahlkampfs den Ausschlag geben, wie El Crónista berichtet. (Quellen: El Crónista, Pagina/12, Perfil, El País, La Nación) (lm)