Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wertung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

Mühldorf und Rosenheim bei Bahnhofsranking vorne, aber im Negativbereich: Wie kommt das?

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Freistaat plant, finanziert und kontrolliert, hatte vor kurzem die Pünktlichkeitsstatistik für das Jahr 2023 veröffentlicht. Wir haben für euch zusammengestellt, wie die Netzbetreiber in der Region abschneiden und vor allem, wie sie das Problem erklären.
+
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat ein Ranking der Bahnhöfe in Bayern veröffentlicht. Darunter auch die Managements „Südostbayernbahn“ und „Rosenheim“

Bei einem Ranking der bayerischen Bahnhöfe sind die Managements „Südostbayernbahn“ und „Rosenheim“, welche die Kreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein umfassen, zwar vorne dabei, aber im Negativbereich. Wie kommt das?

Mühldorf am Inn/Rosenheim „Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des bayerischen Verkehrsministeriums den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Freistaat plant, finanziert und kontrolliert, überprüft regelmäßig die Qualität von über 1.000 Bahnstationen in Bayern“, teilt die BEG zur Veröffentlichung des Rankings mit, „Erstmals für das Jahr 2024 hat sie eine regionale Rangliste erstellt. Von den insgesamt acht bewerteten bundeseigenen DB-Bahnhofsmanagements schneidet auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten mit +37,83 Punkten nur das Bahnhofsmanagement der unterfränkischen Westfrankenbahn positiv ab.“

Das Ranking der BEG zur Qualität der Bahnhöfe und Stationen in Bayern.

Wie das Ranking funktioniert:

Das Ranking basiert auf Stationstests der BEG, bei denen unabhängige Testpersonen die Bahnhöfe und Haltepunkte einmal pro Quartal bewerten. Geprüft wird anhand unterschiedlicher Indikatoren. Dazu zählen die Funktionsfähigkeit der Stationsausstattung, die Fahrgastinformation, die Sauberkeit und der Gesamteindruck. Die Testergebnisse werden auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten wiedergegeben. Der Nullwert, der die Mindestanforderung markiert, orientiert sich am Status quo der ersten Erhebungen aus den Jahren 2014 und 2015 sowie an normativen Vorgaben der BEG.“

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen darauf die Managements „Südostbayernbahn“ und „Rosenheim“ mit jeweils -7,17 und -7,20 Punkten. „Südostbayernbahn“ umfasst dabei das Netz der SOB mit 78 Stationen, welches sich mit dem Mittelpunkt Mühldorf unter anderem in die Landkreise Altötting und Rosenheim erstreckt. Das Netz „Rosenheim“ mit 143 Stationen wiederum schließt, unter anderem, auch die Kreise Berchtesgadener Land und Traunstein mit ein. „Über ganz Bayern hinweg gesehen lag der Durchschnittswert der gelisteten Bahnhofsmanagements mit -14,03 Punkten im Negativen. Der Freistaat, der derzeit jährlich für die von ihm beauftragten Stationshalte im bayerischen Schienenpersonennahverkehr über 150 Millionen Euro an die bayerischen Stationsbetreiber bezahlt, erwartet dafür künftig mehr Qualität“, so die BEG.

Mühldorf und Rosenheim bei Bahnhofsranking vorne, aber im Negativbereich: Wie kommt das?

„Da die BEG kein Vertragsverhältnis mit den Stationsbetreibern hat, sind im Gegensatz zum Messsystem für die Servicequalität der Regionalzüge mit den Stationstests keine Bonus- oder Strafzahlungen verbunden. Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse im Rahmen eines Rankings will die BEG allerdings Anreize für Verbesserungen bei den DB-Bahnhofsmanagements setzen“, so die Gesellschaft weiter, „Aus diesem Grund hat die BEG im vergangenen Jahr die Häufigkeit der Stationstests erhöht, um eine aussagekräftigere Stichprobe zu gewährleisten. In regelmäßigen Gesprächsrunden mit der Regionalbereichsleitung Personenbahnhöfe Bayern und den Bahnhofsmanagerinnen und -managern der DB thematisiert die BEG die Ergebnisse der Stationstests und fordert gezielt Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.“

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat vor kurzem das Ranking Servicequalität für das Jahr 2024 veröffentlicht. Hier eine Übersicht, wie die Netze in der Region abgeschnitten haben sowie Spitzenreiter und Schlusslicht der Liste.

In diesem Jahr hatte die BEG bereits zwei weitere Rankings zu Service, sowie Pünktlichkeit und Zugausfällen veröffentlicht. Dabei ging es allerdings um die Betreiber der Zugnetze in der Region, im Wesentlichen der Deutschen Bahn für den Linienstern Mühldorf und der BRB für die Netze Chiemgau-Inntal und Berchtesgaden-Ruhpolding. Der Linienstern schnitt sowohl in Sachen Servicequalität als auch bei Pünktlichkeit und Ausfällen besonders schlecht ab. Die BRB-Netze verschlechterten sich leicht beim Service, konnten sich dagegen aber bei Pünktlichkeit und Zugausfällen verbessern.

Fahrgastverband: Zahl der Stationen in einem Management-Bereich spielt keine Rolle

„Dass die BEG nicht nur die Stationsqualität misst, sondern auch Summenergebnisse veröffentlicht, begrüßen wir. Eine zusätzliche Veröffentlichung der Daten pro Station würde die Bewertung der Aussagen in der Region vereinfachen“, kommentiert Andreas Barth vom Fahrgastverband „Pro Bahn“. „Grundsätzlich fällt auf, dass die RegioNetz-Stationen deutlich bessere Ergebnisse erzielen als die von InfraGo betriebenen Stationen. RegioNetz wurde aus der Überlegung heraus gegründet, dass die starre Aufteilung in viele Töchter den Bahnbetrieb eher hemmt. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde vor kurzem auch Station&Service mit DB Netz und weiteren zu InfraGo verschmolzen.“

Die Pünktlichkeit bei den Bahnnetzen der Region im Jahr 2024, mit Ursachen und einer Aufschlüsselung nach Monaten nach Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Die geringe Zahl der Stationen insbesondere beim Management der SOB spiele nach ihrer Beobachtung keine Rolle. „Im Vergleich der Plätze weiter unten fällt auch auf, dass Nürnberg erheblich besser als München dasteht, obwohl Nürnberg mehr Stationen hat. Dies bestätigt unsere Einschätzung, dass eine kleinere Anzahl an Stationen nicht unmittelbar zu besseren Ergebnissen führt“, so Barth, „Ursächlich sind nach unserer Beobachtung für die durchwachsene Qualität, die nur im Vergleich mit anderen noch Schlechteren gute Plätze erlaubte, eine ganze Reihe anderer Gründe.“

Falscher „Minimalismus“ ist laut Fahrgastverband ein Problem

Als da wären: „Minimalistische Infrastruktur und Haltestellen, sodass ein einzelnes Defizit oft direkt zu einem Qualitätsmangel führt. Außerdem Neu- und Umbauplanungen, die sich lange hinziehen und gleichzeitig dazu führen, dass nur noch minimale Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur erfolgt und diese daher verkommt. Konkret bei der ABS38 und Elektrifizierung Mühldorf-Landshut: Hier muss der Um- und Neubau deutlich schneller werden, anstatt sich noch über weitere Jahr(zehnt)e zu schleppen.“

Die Zugausfälle bei den Bahnnetzen der Region im Jahr 2024, mit Ursachen und einer Aufschlüsselung nach Monaten nach Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Es brauche eine ausreichende und langfristig gesicherte Finanzierung der Schiene. „Damit kann der Aufbau der nötigen Planungs- und Baukapazitäten erfolgen, die wiederum für eine attraktive Infrastruktur nötig sind.“ Die Bahn müsse weg von „falschem Minimalismus“ und hin zu „pragmatisch dimensionierter Infrastruktur“. Weiterhin brauche es den Aufbau angemessener statt nur gerade noch ausreichender Infrastruktur. Dies erlaube, einen guten Qualitätsstand zu erreichen, selbst wenn es zu einem Defekt oder Schaden komme. „Außerdem sollte man schon ab Beginn der Planungsphase die Stationen so planen, dass in der Betriebsphase eine hohe Qualität erreicht werden wird. Dies bedeutet beispielsweise gut reinigbare Flächen und Wegbeziehungen, anstelle verwinkelter und uneinsichtiger Wege.“

Bahn: Arbeiten an Verbesserungen

„Wir wissen um die Bedeutung von Bahnhöfen als Start- und Zielpunkt jeder Zugreise und Visitenkarte von Städten und Gemeinden“, betont eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage, „Unsere Richtung ist klar: Wir möchten unsere Bahnhöfe gesamthaft besser machen. Das ist ein Kernelement unseres DB-Sanierungsprogramms S3. Wir modernisieren 2025 Hunderte Bahnhöfe in ganz Deutschland. Dabei machen wir in diesem Jahr 100 weitere Stationen zu Zukunftsbahnhöfen. Zukunftsbahnhöfe sind möglichst barrierefrei und attraktiv für die Gäste. Durch besondere regionale Gestaltungselemente wirken sie als Identitätsstifter in der Region. Für eine verbesserte Anschlussmobilität und Vorplatzsituation arbeitet die DB vor allem partnerschaftlich mit den Ländern, Städten und Kommunen zusammen.“

„Bereits fertiggestellte Zukunftsbahnhöfe im Freistaat sind unter anderem Nördlingen, Ansbach, Heimstetten oder Kolbermoor. Auch an einem besseren Erscheinungsbild unserer Stationen arbeiten wir intensiv. Wir investieren in diesem Jahr über 100 Millionen Euro in mehr Sauberkeit an unseren Bahnhöfen. So haben wir im April eine umfassende Reinigungsaktion an mehr als 100 Zukunftsbahnhöfen und rund 600 weiteren Stationen in ganz Deutschland gestartet“, so die Sprecherin weiter, „Hunderte DB-Mitarbeitende waren im Großeinsatz und nahmen sich Bahnsteige, Treppen, Tunnel, Aufzugsschächte, Glasflächen, Bedienflächen an Automaten und Aufzügen, Mobiliar und Vitrinen vor. Auch das mühsame Entfernen von Graffiti und Kaugummi gehörte dazu. Das Ziel: Das Erscheinungsbild der Stationen sichtbar zu verbessern.“

Kommentare