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Nach Monaten endlich am Ziel

Landkreiswerk wird am Dienstag gegründet: Landrat Heimerl kämpfte bis zuletzt darum

Mit viel persönlichem Einsatz kämpfte Landrat Max Heimerl für das Landkreiswerk, um mit den Kommunen die Energiewende im Landkreis zu gestalten.
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Mit viel persönlichem Einsatz kämpfte Landrat Max Heimerl für das Landkreiswerk, um mit den Kommunen die Energiewende im Landkreis zu gestalten.

Nach langen Monaten des Werbens und Diskutierens ist es geschafft: Landrat Max Heimerl und 23 Bürgermeister gründen am Dienstag (29. Juli) das Landkreiswerk. Wie Heimerl skeptische Bürgermeister und Gemeinderäte überzeugte. Was er jetzt erwartet.

Mühldorf/Ampfing – Es ist ein Kind von Landrat Max Heimerl, für das er bis zuletzt warb und kämpfte: das Landkreiswerk. Und so ist der Termin am Dienstag, 29. Juli, auch ein persönlicher Erfolg. An diesem Tag werden Landrat Heimerl und 22 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landratsamt die Gründung des gemeinsamen Kommunalunternehmens offiziell besiegeln und die Verträge unterschreiben. 

Am 18. Oktober 2023 hatte Landrat Heimerl den Bürgermeistern erstmals die Idee präsentiert, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen, um die Energiewende im Landkreis Mühldorf zu gestalten, um mit den Bürgern und Unternehmen daran zu verdienen.

Überzeugungsarbeit war notwendig

Die folgenden Monate gestalteten sich durchaus zäh. Nach der ersten Begeisterung meldeten sich erste Zweifler, gab es Bedenken. Ampfings Gemeinderat im Februar 2024 zunächst gegen die Idee. „Solidarität ist schön und gut, aber ich sehe für uns den Benefit nicht“, sagte unter anderem Bürgermeister Josef Grundner.

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Persönlicher Einsatz bis zum Schluss

Landrat Heimerl und Wirtschaftsförderer Thomas Perzl kämpften weiter, tourten bis zuletzt durch die Gemeinden, warben für die Idee und zuletzt um die finale Zusage mitzumachen. Immer wieder waren Heimerl und Perzl vor Ort, stellten sich in den Räten den Fragen, „wenn dies von der Kommune gewünschte war“, teilt Perzl mit. 

Landrat Heimerl nahm an insgesamt sieben Sitzungen teil – so auch bei den anfangs skeptischen Ampfingern. „Das ist ein Zeichen, wie wichtig das Projekt ist“, sagte er den Gemeinderäten. 

Beispielhafter Einsatz in Ampfing

20 Minuten sollte seine Präsentation dauern. Am Ende war es mit Diskussion gut eine Stunde.

Die Förderungen würden bleiben, so Heimerl, und der Landkreis werde weiter wachsen. „Wir brauchen mehr erneuerbaren und bezahlbaren Strom. Es geht um eine Frage der Daseinsvorsorge.“

PV-Anlagen und Windräder würden sich jetzt auch im Landkreis lohnen, werden kommen. Die Frage sei, wer daran verdiene. „Die Akzeptanz dafür ist nur da, wenn sich die Bürger beteiligen können“, sagte Heimerl unterstützt von Marcel Huber (CSU). Hier sei das gemeinsame Landkreiswerk die Lösung. 

Skeptiker lassen sich überzeugen

„Es ist immer besser, mit am Tisch zu sitzen.“ Das gelte auch für Gemeinden, die keine eigenen Projekte haben, sagte Heimerl auf Nachfrage von Silke Wimmer (UWG). Ampfing werde als Teilhaber des Landkreiswerkes von dessen Gewinnen profitieren, und die Bürger hätten höhere Chancen, sich an Projekten zu beteiligen. 

Heimerls Auftritt überzeugte. „Ich möchte diese Möglichkeit nicht verstreichen lassen“, sagte Bürgermeister Grundner. Und Stefan Gillhuber (CSU) bekannte: „Ich war am Anfang auch sehr skeptisch. Jetzt muss ich sagen, das ist eine gute Sache.“ 

Gegen die Stimmen von Silke Wimmer (UWG) und Rainer Himmelsbach (SPD) stimmten die Räte für den Beitritt. Und so wird auch Bürgermeister Grundner am Dienstag den Gründungsvertrag unterzeichnen. 

So geht es nach der Gründung weiter

Der Prozess von der Entscheidung bis zur Gründung war sehr intensiv – nicht nur für mich, sondern für alle Beteiligten“, blickt Heimerl gegenüber den OVB Heimatzeitungen zurück. „Ich freue mich, dass wir nun einen entscheidenden Schritt getan haben und der Gründung nichts mehr im Wege steht. 23 Kommunen zeugen von großer Schlagkraft, die wir nun offiziell an den Start bringen.“ 

Am Dienstag (29. Juli) unterzeichnen 23 Bürgermeister und Landrat Max Heimerl die Verträge für das Landkreiswerk.

Fünf Jahre lang zahlen die Kommunen je Einwohner fünf Euro in das Landkreiswerk als Startkapital, das Landratsamt stellt das Personal. Die Mitarbeiter sollen erste Windrad-Projekte und PV-Freiflächenanlagen baureif machen und dann gewinnbringend an Projektgesellschaften verkaufen, die den Bau und Betrieb übernehmen. An diesen Gesellschaften können sich das Landkreiswerk, Kommunen, Unternehmen und Bürger beteiligen – und von den Gewinnen profitieren. Das Landkreiswerk könne „in fünf bis sieben Jahren“ die Gewinnzone erreichen, sagte Heimerl in Ampfing.

Nach den Unterschriften im Landratsamt werde die Satzung des Landkreiswerkes veröffentlicht, teilt Wirtschaftsförderer Perzl mit. „Das Kommunalunternehmen entsteht offiziell einen Tag nach dieser Bekanntmachung.“ Anschließend konstituieren sich der Verwaltungsrat, wird ein Vorstand bestellt, erfolgt der Eintrag ins Handelsregister.

Fünf Windräder und PV-Anlagen bereits in der Vorbereitung

Erste Flächen für bis zu fünf Windräder sowie 60 Hektar für PV-Freiflächenanlagen seien bereits gesichert, sagte Perzl in Ampfing. Hier gebe es jetzt konkrete Machbarkeitsprüfungen und Detailplanungen, teilt Perzl auf Nachfrage mit. „Wichtig ist, dass sich das Landkreiswerk nicht nur mit PV und Wind beschäftigen wird, sondern auch die Themen Wärmeversorgung, Wasserstoff und Speichertechnologie bearbeiten wird.“

Landrat Heimerl freut sich auf den Startschuss: „Wir begeben uns jetzt auf ein Feld, das der Landkreis und insbesondere seine Kommunen schon seit vielen Jahren positiv beschreiten. Die Energiewende ist längst in unserem Landkreis angekommen. Jetzt wird diese aktiv und gezielt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und mit Wertschöpfung vor Ort gestaltet.“

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