Umweltschutzverband und Bürgerinitiative sammeln Spenden
Kritik an Malerwinkel-Neubau in Seebruck reißt nicht ab: Kommt bald die Klage?
Unterschriftenlisten, ein Bürgerantrag für ein Phantomgerüst, und bald eine Klage? Der geplante Neubau des Hotels Malerwinkel sorgt für viele Diskussionen. Die Größe ist das Problem. Haben Umweltschutzverband und Bürgerinitiative weitere Schritte vor?
Seeon-Seebruck – Ist das Projekt das Richtige für die Gemeinde? – Oder stellt es eine Gefahr für den Naturschutz dar? Nach wie vor sorgt der geplante Neubau des Hotels Malerwinkel in Lambach nicht nur für großes Interesse in der Bevölkerung, sondern auch für Kritik.
Die Bürgerinitiative „Rettet den Malerwinkel“ und der Umweltschutzverband Alztal (UVA) prangern den aktuellen, abgeänderten Bebauungsplan an. Dieser wurde zwar bereits von der Bauherrin, der VR-Bank abgespeckt, dennoch bemängeln sie die geplante Größe des Baus. Diesen Unmut haben die Verantwortlichen bereits mehrmals zum Ausdruck gebracht, zum Beispiel mit einer Unterschriftenliste an die VR-Bank, sowie dem Bürgerantrag an die Gemeinde zur Erstellung eines Phantomgerüsts, welches die genauen Ausmaße des Bebauungsplans zeigen soll.
UVA und Initiative wollen erst Stellungnahme abgeben
Bei der Sondersitzung des Gemeinderats Seeon-Seebruck am 20. März billigte der Gemeinderat den Entwurf der Bauleitplanung mehrheitlich. Als nächster Schritt folgt – nach der Einarbeitung der Stellungnahmen und Abwägungen – die öffentliche Auslegung, in der die Fachbehörden und die Öffentlichkeit einen genaueren Einblick in den Entwurf bekommen, und sich entsprechend dazu äußern können. Die Auslegung soll in den kommenden Wochen erfolgen, erklärt dazu Martin Bartlweber, Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck. Erst dann kann nach erneuter Behandlung ein Satzungsbeschluss gefasst werden, ehe die Bauherrin, die VR-Bank, einen Bauantrag stellen kann.
„Wenn die Auslegung erfolgt, werden wir auch wieder eine Stellungnahme abgeben“, sagt Gerd Raepple, zweiter Vorsitzender des UVA. „Bisher war es ja so, dass die Gemeinde keinen Millimeter von ihrer alten Position abgerückt ist“, fügt er hinzu. Dennoch befürchtet er, dass die Gemeinde auch dann die Planung so belässt, wie sie ist. „Und wenn das so ist, dann können wir nur noch gegen den Bebauungsplan klagen“, betont Raepple.
Bereitschaft für Klagen-Spende sei da
Er erklärt, dass er und seine Mitstreiter keinesfalls gegen den Hotel-Neubau an sich seien: „Wir haben auch nichts dagegen, wenn der Bebauungsplan geändert wird, aber er sollte in den Dimensionen des alten Plans bleiben.“ Denn die aktuelle Planung verstoße gegen mehrere Umweltschutzbestimmungen. „Der UVA sieht eine so massive Beeinträchtigung geltender Schutzvorschriften und die Gefahr von Folgewirkungen, dass das Projekt nicht hingenommen werden kann“, heißt es dazu in einem Schreiben des UVA.
Ist eine Klage notwendig, soll sie von Seiten des Umweltschutzverbands eingereicht werden. Dieser ist laut Raepple als solcher anerkannt, klageberechtigt und kann Spendenquittungen ausstellen. Denn nur so sei die Klage möglich – durch Geldspenden. Die Kosten schätzt Raepple auf einen unteren fünfstelligen Betrag, „und da schaut es ganz gut aus, denn es ist viel Bereitschaft da“. Beim Sammeln der Spenden unterstützt auch die Bürgerinitiative „Rettet den Malerwinkel“, wie Mitglied Marion Uber und Raepple mitteilen.
„Ich finde es sehr schade, wenn man da gleich eine Klage einreicht“, sagt Bürgermeister Bartlweber, „denn die Bedenken der Bürgerinitiative und des UVA haben wir natürlich schon ernst genommen und in den Entwurf mit eingearbeitet.“ So wurden zum Beispiel artenschutzrechtliche Kartierungen und Bodengutachten durchgeführt. Inwiefern eine Klage dann den Bebauungsplan ändern könne, dazu kann Bartlweber aber noch keine Angaben machen. „Da müssen wir dann erst einmal schauen, ob eine Klage kommt, und auf welche Kriterien sie sich genau bezieht.“
