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Staatsanwalt glaubt an ihre Schuld

Aus Mitleid? Krankenschwester (26) soll im Klinikum Traunstein ihre Oma (91) getötet haben

War es ein Tötungsdelikt? Behörden ermitteln gegen Krankenschwester (Symbolbild) vom Klinikum Traunstein.
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War es ein Tötungsdelikt? Behörden ermitteln gegen eine Krankenschwester (Symbolbild) des Klinikums Traunstein.

Die Kripo Traunstein ermittelt gegen eine Krankenschwester des Klinikums Traunstein wegen eines Tötungsdelikts. Die 26-Jährige soll ihre Großmutter (91) mit einer Überdosis Medikamente getötet haben. Sie sitzt jetzt in U-Haft. Was zu den Hintergründen des Falls bekannt ist.

Traunstein – Eine Tragödie mit unklarem Hintergrund - das ereignete sich wohl am 9. April 2025 im Traunsteiner Klinikum. An diesem Tag verstarb eine schwerkranke 91-Jährige. Und das – anders als zunächst angenommen – wohl nicht ohne Fremdeinwirkung.

Ins Visier der Ermittler geriet nach einigen Tagen die 26-jährige Enkelin, die als Krankenschwester im Klinikum arbeitet. Sie wird verdächtigt, der kranken Frau am Sterbetag eine Überdosis starker Medikamente verabreicht zu haben. Diese könnten laut Polizei zum Tode der 91-Jährigen geführt haben.

Klinik informierte die Ermittler

Offenbar waren im Klinikum Zweifel laut geworden, worauhin sich die Klinikleitung an die Behörden wandte. Die Kliniken Südostbayern AG (KSOB) habe „unverzüglich nach Bekanntwerden des Vorfalls“ alle erforderlichen Schritte eingeleitet, um den Vorfall aufzuklären, sagte eine Kliniksprecherin. „Die Ermittlungsbehörden wurden sofort über den Vorfall informiert und die betreffende Person vom Dienst suspendiert.“ Die Sprecherin unterstrich, dass es sich um einen einzelnene Vorfall handle. „Für die KSOB und ihre Beschäftigten stellt das ein noch nie dagewesenes Vorkommnis dar.“

Ermittlungen: Am Klinikum Traunstein soll eine Krankenschwester eine 91-jährige Frau getötet haben.

Staatswanwalt geht von Tötungsdelikt aus

Am 18. April 2025 nahmen Polizeibeamte die Frau vorläufig fest. Sie wurde tags drauf dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Rosenheim vorgeführt. Der erließ den Haftbefehl gegen die 26-Jährige. Sie sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Tötungsdelikt aus, es ermittelt das Fachkommissariat K1 der Kriminalpolizei Traunstein.

Verursachte die 26-Jährige den Tod der alten Frau tatsächlich? Hat die Enkelin ihre Oma bewusst umgebracht? Oder war die Überdosis Folge eines tragischen Versehens? Das alles versuchen die Ermittler derzeit zu klären. Selbst wenn die Krankenschwester die Medikamente mit Absicht verabreicht haben sollte, kommen unterschiedlichste Motive in Betracht – wobei Habgier wohl auszuscheiden scheint.

Tat mit emotionalem Hinteregrund

Vieles deutet wohl auf einen emotionalen Hintergrund hin. Womöglich entschied sich die Krankenschwester aus Mitleid für die Überdosis. Eine Frage, die demnächst Juristen beschärftigen dürft. Der Jurist Peter Dürr, Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer München und Vorsitzender Anwaltvereins Rosenheim, macht auf die Dimension des mutmaßlichen Falls aufmerksam. „,Mitleid‘ an sich würde einen Mord grundsätzlich nicht ausschließen, da ja beispielsweise. immer noch das Mordmerkmal der Heimtücke in Betracht käme“, meint er. Folgte die 26-Jährige einem Wunsch der Seniorin? „Auch Tötung auf Verlangen ist in Deutschland strafbar.“ Allerdings sei der Strafrahmen reduziert, von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Betroffenheit bei Kliniken Südostbayern

Im Klinikum Traunstein herrscht Betroffenheit. „Wichtig ist es für uns vor allem, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere der betreffenden Station, Hilfe und Unterstützung anzubieten, um diese besondere Situation gemeinsam meistern zu können“, äußerte, Philipp Hämmerle, Vorsitzender der KSOB laut Pressemitteilung. Man nehme die Angelegenheit daher äußerst ernst und arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, damit der Sachverhalt vollständig aufgeklärt werden kann. „Da es sich um laufende Ermittlungen handelt, können wir von Seiten der KSOB derzeit jedoch keine weiteren Informationen geben.“

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