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Konflikte am Inndamm in Wasserburg

„Der tut nichts“ – Warum die Stadt diesen Satz von sturen Hunde-Haltern nicht mehr hören will!

Eldorado für Erholungssuchende in Wasserburg ist der Inndamm: Doch hier gibt es vermehrt Ärger mit uneinsichtigen Gassigehern, die ihre Hunde nicht an der Leine führen.
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Eldorado für Erholungssuchende in Wasserburg ist der Inndamm: Doch hier gibt es vermehrt Ärger mit uneinsichtigen Gassi-Gehern, die ihre Hunde nicht an der Leine führen.

Wer kennt ihn nicht, den typischen Satz uneinsichtiger Hundehalter, wenn ihr vierbeiniger Liebling auf fremde Passanten zusprintet. Ein Satz, der auch am Inndamm in Wasserburg oft zu hören ist. Jetzt soll dem Ärger, den mancher Vierbeiner macht, ein Ende bereitet werden. Das ist geplant.

Wasserburg – „Ich bin eine Tierfreundin“, sagt Stadträtin Steffi König, „doch ich habe was gegen uneinsichtige Tier-Halter.“ Und diese würde in Wasserburg vermehrt für Unruhe sorgen, will heißen: ihre Hunde beim Gassigehen nicht im Griff haben. Sie erschrecken Passanten, weil sie unvermittelt auf Fremde zulaufen, kläffen und gehen scheinbar in den Angriffs-Modus. Oder sind so schlecht erzogen, dass sie nicht hören. Steffi König hat es nach eigenen Angaben satt, dass es oft von den Haltern heiße: „Der tut nichts.“ Oder: „Sie dürfen Ihre Angst halt nicht zeigen.“

Angst haben nach ihren Erfahrungen in der Tat viele Menschen, etwa wenn ihren Kindern ein großer frei laufender Hund zu nahe rückt: „Für einen Dreijährigen ist ein Labrador im Verhältnis so groß wie eine Kuh.“ Unangenehm werde es auch, wenn ein Hund ältere Spaziergänger, die nicht so sicher auf den Beinen seien, anspringe. König findet: „Das schränkt die Lebensqualität ein.“ Deshalb fordert König, Mitglied der grünen Fraktion im Wasserburger Stadtrat, von der Stadt, eine Anleinpflicht für Hunde in ausgewählten Grün- und Naherholungsbereichen zu prüfen. Der Antrag war jetzt Thema im Haupt- und Finanzausschuss.

Antrag der Grünen

Beispiel Inndamm, Kellerberg- und Magdalenenweg: Hier geht es nach Meinung der Grünen, die den Antrag gestellt haben, auch darum, neben den vielen Menschen, die hier spazierend unterwegs sind, die Tiere zu schützen. Bodenbrüter beispielsweise., die von freilaufenden Hunden aufgeschreckt würden.

Es gehe nicht darum, Verbote auszusprechen, so König. Ziel sei es vielmehr, ein respektvolles Miteinander von Mensch und Tiere sowie Natur zu erreichen. Der Inndamm beispielsweise sei ein wichtiges Erholungsgebiet für die Bürger in der Altstadt. Kinder könnten hier noch in der Natur spielen. Hier sollten solche Aufenthalte oder Spaziergänge nicht mit Angst vor frei laufenden Hunden beschwert werden. Ein weiteres Problem: Kothaufen. Bewegen sich Hunde frei und hinterlassen ihren Dreck, könnten sie ihren Haltern nicht zugeordnet werden. Was wiederum dazu führen kann, dass diese das Häufchen liegenlassen würden.

„Konfliktpotenzial“ ist da

„Konfliktpotenzial“ sieht auch Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Vor allem auf dem Inndamm, der hoch frequentiert sei. Es sei eine beliebte Gassi-Geh-Strecke, auf der es regelmäßig Probleme zwischen Hunden und ihren Haltern und Passanten gebe. Kölbl riet von einer Verordnung über das Landesstrafrecht ab, denn diese dürfe nur das freie Umherlaufen großer Vierbeiner und Kampfhunde einschränken. Sein Vorschlag: eine Satzung, die in bestimmten Arealen wie am Inndamm eine Anleinpflicht einführt.

Satzung ein „zahnloser Tiger“?

Es gibt nur ein Problem, auf das Geschäftsleiter Konrad Doser hinwies: Die Stadt sei personell nicht in der Lage, das Verbot zu überwachen. Die Satzung sei deshalb ein „zahnloser Tiger“. Doch der Hauptausschuss hofft darauf, dass die aufzustellenden Schilder mit dem Hinweis auf die Anleinpflicht per se Wirkung zeigen. Kölbl ist überzeugt: „Die Sozialkontrolle wird wirken. Das wird sich einpendeln, auch wenn es ein paar störrische Halter weiterhin geben wird.“ So sah es auch Werner Gartner (SPD), der eigentlich kein Freund von Verboten ist, wie er betonte, es am Inndamm aber als sinnvoll erachte.

Georg Machl, Fraktionsvorsitzender von CSU und Wasserburger Block, verwies trotz der Tatsache, dass das Ordnungsamt die Regeln wohl nicht überwachen könne, auf die mit der Anleinpflicht einhergehende Haftung bei Missachtung hin. Das ist laut Wolfgang Janeczka (SPD) eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden könne.

Problem: oft sehr lange Leinen

Machl ließ von Elisabeth Fischer (CSU), Halterin eines Dackels, übermitteln, dass auch sie als Hundehalterin für die Leinenpflicht auf diesem Bereich des Inndamms sei. Und Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) verwies ebenso wie Armin Sinzinger (Wasserburger Block) auf ein weiteres Problem: Viele Hundehalter hätten heutzutage sehr lange Leinen dabei.

Heike Maas (CSU) regte an, die Stadt solle sich noch einmal Kontakte bezüglich einer Hundewiese in Altstadtnähe machen. Hier könnten die Tiere dann frei herumtollen. Infrage kommende Flächen gibt es jedoch kaum, so Kölbl und Doser.

Angesichts der Tatsache, dass der Antrag der Grünen auf viel Zuspruch stieß, schlug Edith Stürmlinger (Bürgerforum) vor, die Anleinpflicht nicht zu prüfen, sondern gleich zu beschließen, quasi Nägel mit Köpfen zu machen. Doch der Bürgermeister verwies darauf, dass die Satzung erst ausgearbeitet werden müsse, die Entscheidung habe außerdem der Stadtrat zu fällen.

Weitere Areale mit Leinenpflicht?

Baumann sah die Notwendigkeit, auch andere Areale zu prüfen: etwa am Kirchenweg in Reitmehring. Hier bemühen sich Landwirte wie Baumann laut Sinzinger seit vielen Jahren um den Kiebitz-Schutz, die Bodenbrüter würden im Frühjahr nicht selten von frei laufenden Hunden aufgeschreckt. Kölbl warnte jedoch davor, ein Fass aufzumachen. Sein Vorschlag: Leinenpflicht am Inndamm, ein Areal, das gut abgrenzbar sei und besonders intensiv von Fußgängern und Radfahrern sowie Gassi-Gehern genutzt werde.

Weitere Areale wie der Kellerberg und der Magdalenenweg, ebenfalls im Antrag der Grünen festgehalten, die alte Bahnstrecke und den Kirchenweg in Reitmehring fanden keine Mehrheit. Dafür die Prüfung einer Leinenpflicht am Inndamm, hier war nur Sinzinger dagegen, aber auch nur deshalb, weil im Beschluss auch drinsteht, eine Freilauf-Fläche für Hunde zu suchen.

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