Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach tödlichem Zusammenstoß bei Bruckmühl

Crash-Hotspot oder sicherer Verkehrsweg? Was der Unfallatlas über die Staatsstraße 2078 verrät

Beim Zusammenstoß mit dem Lkw im Hintergrund erlitt die Fahrerin (82) dieses Autos tödliche Verletzungen.
+
Beim Zusammenstoß mit dem Lkw im Hintergrund erlitt die Fahrerin (82) dieses Autos tödliche Verletzungen.

Nach zwei schweren Unfällen auf der Staatsstraße 2078 bei Heufeld wollen Polizei und Behörden die weiteren Entwicklungen dort im Blick behalten. Doch handelt es sich wirklich um eine Gefahrenstelle? Ein Blick in den Unfallatlas gibt Aufschluss.

Bruckmühl – Zwei schwere Zusammenstöße binnen vier Monaten, einer davon mit tödlichem Ausgang: Die Staatsstraße 2078 bei Bruckmühl – und insbesondere der Abschnitt bei Heufeld zwischen der Einfahrt zu einem großen Geschäft für Tierbedarf und der Zufahrt zu einem großen Modegeschäft – erscheint mittlerweile vielen Verkehrsteilnehmern als Unfall-Hotspot. Doch handelt es sich dabei um eine belegbare Tatsache oder nur um eine gefühlte Wahrheit? Das OVB hat statistische Daten gewälzt – und ist auf ein klares Ergebnis gestoßen.

Der Tod einer 82-jährigen Autofahrerin im Juni hatte tiefe Betroffenheit in der Region ausgelöst: Beim Ausfahren vom Parkplatz des Modehauses auf die Staatsstraße 2078, die dort unter dem Namen Münchener Straße verläuft, übersah die Bruckmühlerin am 19. Juni einen herannahenden Lkw. Beim Zusammenstoß wurde die Frau so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starb.

Am 29. Oktober kam es dann zu einem ähnlichen Unfall, der glücklicherweise aber weitaus weniger dramatisch endete. Beim Abbiegen in Richtung Modehaus-Parkplatz hatte ein Autofahrer einen anderen Verkehrsteilnehmer übersehen, wodurch es zum Frontalzusammenstoß der beiden Autos gekommen war. Dabei wurde einer der beiden Autofahrer leicht verletzt.

Rufe nach mehr Sicherheit werden lauter

Die beiden schweren Zusammenstöße ließen die Rufe aus der Bevölkerung nach mehr Sicherheit auf dem Streckenabschnitt lauter werden. Dabei hatten die Behörden bereits vor dem tödlichen Unfall im Juni reagiert und das Tempolimit von 80 km/h auf 60 km/h heruntergesetzt. Zudem wurden im Juli spezielle Tempolimit-Schilder mit dem Zusatzhinweis „Unfallstelle“ aufgestellt, um die Verkehrsteilnehmer für dort drohende Gefahren zu sensibilisieren.

Für weitere Maßnahmen sehen bislang die für die Staatsstraße zuständigen Behörden keine Ansatzpunkte. „Bei der letzten Überprüfung der Unfallkommission wurde kein Unfallschwerpunkt mehr in dem Bereich festgestellt“, sagte beispielsweise Simone Beigel, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim, Anfang November. „Daher sieht die Unfallkommission hier vorerst keinen weiteren Handlungsbedarf.“

Ähnlich äußerte sich jetzt auch das Staatliche Bauamt Rosenheim gegenüber dem OVB. „Der Streckenabschnitt wird in der vor kurzem veröffentlichten Unfallhäufungskarte nicht als Unfallhäufungspunkt geführt und wird deshalb nicht automatisch von der Unfallkommission beobachtet. Dennoch wird das Staatliche Bauamt die Situation hier im Auge behalten“, teilte Sprecherin Ursula Lampe mit. „Aktuell sind an dieser Stelle seitens der Unfallkommission keine weiteren Maßnahmen geplant.“

Auch Johann Brumbauer, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Bad Aibling, hatte sich vor wenigen Wochen in ähnlicher Weise zu diesem Streckenabschnitt geäußert. „Wir sind im Austausch mit der Gemeinde und dem Landratsamt und schauen uns das natürlich genauer an“, sagte der PI-Leiter Anfang November. Er betonte aber auch, dass es schwer zu sagen sei, „ob es sich hier wirklich um einen Unfallschwerpunkt handelt“. Denn vor den beiden Zusammenstößen seit dort „gar nichts“ passiert.

Unfallatlas führte alle Zusammenstöße mit Personenschaden auf

Aussagen, die auch der sogenannte Unfallatlas, ausgearbeitet von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder, bestätigen können. Der Unfallatlas führte hier zwar keine Zusammenstöße mit Blechschäden, aber alle Crashs auf, bei denen Personen verletzt oder getötet worden sind. So hatte es im Jahr 2023 auf Höhe des Tierzubehörgeschäfts zwei Unfälle mit Leichtverletzten gegeben, auf Höhe des Modegeschäfts hatte es gar keinen Zusammenstoß mit Personenschaden gegeben.

Ähnlich sieht es in den Jahren davor aus: Im Jahr 2022 sind im Unfallatlas auf Höhe des Tiergeschäfts zwei Unfälle mit jeweils Leichtverletzten vermerkt, auf Höhe des Modegeschäfts ein Zusammenstoß, bei dem eine Person schwerverletzt worden war. 2021 hatte die Behörde auf dem Streckenabschnitt gar keinen Unfall mit Personenschaden zu verzeichnen, 2020 gab‘s bei Crashs auf Höhe beider Geschäfte jeweils eine leichtverletzte Person. Was eine der Aussage Brumbauers stützt, der vermutet hatte, dass „aufgrund des tödlichen und des jetzt schweren Unfalls sich aktuell der Blick der Öffentlichkeit auf diese Stelle richtet“.

Kommentare