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Aus dem OVB-Zeitungsarchiv

„Bergwagen Nr. 1“ - 1985 und heute im Vergleich: So viele „Käfer“ sind noch bei uns unterwegs

Links: „Wieder hat ein ‚Käfer‘ seinen ‚Geist‘ aufgegeben und ist auf dem Schrottplatz gelandet“, heißt es zu dem Bild in der Ausgabe des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) vom 16. August 1985. Rechts: Auch heute noch sind sie aber unterwegs, dank Enthusiasten wie Flo Rauscheder und seiner Freundin Laura Ubrig, rechts im Bild.
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Links: „Wieder hat ein ‚Käfer‘ seinen ‚Geist‘ aufgegeben und ist auf dem Schrottplatz gelandet“, heißt es zu dem Bild in der Ausgabe des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) vom 16. August 1985. Rechts: Auch heute noch sind sie aber unterwegs, dank Enthusiasten wie Flo Rauscheder und seiner Freundin Laura Ubrig, rechts im Bild.

1985 fragte das OVB nach, wie viele VW-„Käfer“ damals noch unterwegs waren. Nun haben wir uns erneut erkundigt, wie viele es noch sind.

Rosenheim/Kraiburg - „Noch rund 4300 VW-‚Käfer‘ sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg momentan im Raum Rosenheim, Stadt und Landkreis zusammengerechnet, registriert“, berichtet das Oberbayerische Volksblatt (OVB) am 16. August 1985, „Und im Laufe der Zeit trifft man den ‚Käfer‘ immer seltener auf unseren Straßen an: Seitdem man vor sieben Jahren die Produktion des bis jetzt meistgebauten Autos der Welt in Deutschland eingestellt hat, musste der VW anderen Modellen wie dem Passat, dem Golf und dem Polo Platz machen.“

„Dennoch genießt der ‚Käfer‘, speziell in unseren Regionen, bei vielen Autofahrern immer noch großes Vertrauen. Weiterhin gibt es Liebhaber, so ein Mitarbeiter eines Rosenheimer Autohauses, die sich partout auf einen ‚Käfer‘ festgelegt hätten“, fährt der Bericht fort, „Immerhin gilt der Volkswagen aufgrund seines Hinterradantriebs bei vielen immer noch als der ‚Bergwagen‘ Nummer 1 und hat damit speziell in unserer hügeligen Voralpenlandschaft seine Vorzüge; auch auf Schotterstraßen und auf Schnee, wo andere Modelle erhebliche Probleme haben, fühlt sich der VW ausgesprochen wohl.“

„Bergwagen Nr. 1“ – 1985 und heute im Vergleich: So viele „Käfer“ sind noch bei uns unterwegs

2019 war es das zweite Ende einer Ära: 16 Jahre nach dem letzten VW Käfer war auch das Nachfolgemodell des Kultautos, der Beetle, zum letzten Mal im mexikanischen Cuautlancingo vom Band gelaufen. Der VW Käfer hatte Generationen geprägt, er stand für Zuverlässigkeit und Urlaub in Italien. Mit dem letzten Beetle war dann endgültig Schluss für die Auto-Ikone: Das Nachfolgemodell sah dem Original zwar ähnlich, konnte an dessen Popularität aber nie anknüpfen. „Der Beliebtheit des Käfers in Mexiko dürfte das keinen Abbruch tun. Denn Käfer-Taxis prägten jahrzehntelang das Straßenbild von Mexiko-Stadt“, so der dpa-Artikel zu diesem Anlass damals. Weiter heißt es darin: „Die letzten Lizenzen für den ‚Vocho‘ liefen 2012 aus. Doch auf den Hügeln hoch über der Hauptstadt beherrscht der klassische Käfer noch immer das Straßenbild. Die Taxifahrer dort ziehen ihn neueren Autos vor, weil er die steilen Gassen besser bewältigt.“ - Sie schätzten also dieselben Eigenschaften wie die Menschen in unserer Region.

So viele VW-Käfer sind in unseren Landkreisen noch unterwegs. Der Vergleichbarkeit mit einem Artikel im Oberbayerischen Volksblatt (OVB) vom 16. August 1985 beschränkt sich die Anzahl auf bis vor 40 Jahren hergestellte Modelle.

In unserer Region sind die legendären Kleinwagen weiterhin, aber nicht mehr so stark wie einst vertreten. 1985 waren es, dem eingangs zitierten Beitrag nach, noch 4300 „Käfer“ in Stadt und Landkreis Rosenheim. Wie viele sind es heute noch dort und in der übrigen Region? Der Vergleichbarkeit halber haben wir beim Kraftfahrtbundesamt nur nach Modellen, die bis 1985 hergestellt wurden, angefragt. Demnach waren es in der Stadt Rosenheim 46 und im Landkreis 298. Insgesamt also 344. Auch sonst sind in der Region noch einige der kultigen Autos zu finden: 107 sind es im Landkreis Altötting, 111 im Berchtesgadener Land, 88 im Kreis Mühldorf und 202 im Kreis Traunstein. Dazu dürften noch eine Reihe von Fahrzeugen, die nach 1985 hergestellt wurden kommen.

Noch viel Fans in der Region

Wer sind die Eigentümer dieser Fahrzeuge? Wir haben euch schon einige der Käfer-begeisterten unserer Region vorgestellt. Beispielsweise Flo Rauscheder und seine Freundin Laura Ubrig aus Kraiburg, die gemeinsam eines der Fahrzeuge, das in einem Wald gefunden wurde, restauriert haben. Oder Ulrich Haupt aus Bad Aibling. Der 66-Jährige hat nicht nur selbst ein knallgelbes Käfer-Cabriolet, sondern hat mit seinem Unternehmen „Hauptsache Oldtimer“ schon den ein oder anderen Käfer an neue Besitzer vermittelt. Vor zwei Jahren präsentierten außerdem die Käfer-Fans von „Brezel & Friends“ VW-Oldtimer-Raritäten auf dem Traunsteiner Stadtplatz

Zurück ins Jahr 1985: Man könne die Zahl der verkauften Käfer inzwischen an einer Hand abzählen, heißt es im Artikel von damals. „Der Verbraucher setzt offensichtlich auf modernere und komfortablere Modelle. Doch die neuen ‚Käfer‘-Modelle, die ja nur noch in Mexiko, Brasilien und Afrika hergestellt und von dort exportiert werden, sind in diesem Punkt auch verbessert worden; eine M-Ausstattung mit Stahlkurbeldach ist jedoch nicht mehr möglich, muss nachträglich angefertigt werden, und kostet den Besitzer noch zusätzlich eine erhebliche Summe.“

Alle Blicke ins Zeitungsarchiv auf der Themenseite:

Alle bisher erschienen Artikel aus der jeden Samstag um 15 Uhr erscheinenden Reihe „Aus dem OVB-Zeitungsarchiv“ findet Ihr ab sofort auf dieser Themenseite. Aber auch diverse zusätzliche Artikel über spektakuläre Kriminalfälle, bekannte Persönlichkeiten der jüngeren Zeitgeschichte sowie andere bedeutende Ereignisse, nacherzählt an Hand von alten Zeitungsartikeln.

„Ein Hauptgrund für die geringe Nachfrage dürften aber die Probleme bezüglich der neuen Abgasbestimmungen sein, die in Bälde zu erwarten sind. Da es sich beim Volkswagen um ein luftgekühltes Fahrzeug handelt, könnte man den Schadstoffausstoß aus technischen Gründen nicht auf die geforderten Werte reduzieren“, so der Artikel weiter, „Lässt man sich hier nicht bald etwas einfallen, ist der ‚Käfer‘ mit Sicherheit zum Aussterben verurteilt. Trotzdem macht der VW einen beträchtlichen Anteil der zu reparierenden Wagen in den Werkstätten aus. Die Beschaffung der nötigen Ersatzteile ist dabei überhaupt kein Problem. Für den Nachschub sorgt das VAG Vertriebszentrum in München. Wenn die Entwicklung jedoch so weiter geht, werden es schon in absehbarer Zeit nicht mehr ein paar tausend ‚Käfer‘ sein, die sich auf unseren Straßen tummeln, sondern nur noch einige Hundert. Ganz verschwinden wird er aber hoffentlich noch nicht so schnell.“ - Das ist bisher glücklicherweise nicht passiert, sondern die Kult-Karossen tuckern weiter durch unsere Region.

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