Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Höhere Zusatzbeiträge kommen

Krankenkassenbeiträge bleiben hoch – so viel müssen Versicherte zahlen

Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen wird es vorerst nicht günstiger. 2026 soll der Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent liegen. Doch Experten warnen: Es könnte weiter steigen.

Frankfurt – Die gesetzlichen Krankenkassen stehen weiterhin vor finanziellen Herausforderungen. Höhere Ausgaben für medizinische Leistungen, Personal und Kliniken treffen auf begrenzte Einnahmen. Zwar gilt die Versorgung als stabil, doch der finanzielle Spielraum vieler Kassen bleibt eng. Für die Versicherten heißt das: Große Entlastungen sind vorerst nicht zu erwarten. Auch im kommenden Jahr dürften die Beiträge auf hohem Niveau bleiben – das zeigt die aktuelle Prognose des sogenannten Schätzerkreises.

Krankenkasse: Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent

Nach aktuellen Berechnungen des Schätzerkreises der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 voraussichtlich bei 2,9 Prozent liegen. Im Jahr 2025 liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag laut GKV-Spitzenverband bei 2,5 Prozent. Der offizielle Satz wird bis spätestens Anfang November vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt.

Der Schätzerkreis ist beim Bundesamt für Soziale Sicherung angesiedelt und setzt sich aus Fachleuten des Gesundheitsministeriums sowie Vertretern des GKV-Spitzenverbandes zusammen. Er analysiert jährlich die Finanzlage der Krankenkassen und prognostiziert, wie sich Einnahmen und Ausgaben im Folgejahr entwickeln.

Keine Entwarnung für Versicherte – Krankenkassen-Beiträge keineswegs sicher

Trotz stabiler Prognose warnt die Branche vor übermäßigem Optimismus. „Denn viele Kassen müssen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen auffüllen und diesen zusätzlichen Finanzierungsbedarf berücksichtigt der Schätzerkreis bei seiner Prognose nicht“, sagte Oliver Blatt, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

Er betonte, dass die augenscheinliche Stabilität täusche: „Auf den ersten Blick erscheint die finanzielle Situation stabil, aber wer genauer hinschaut, erkennt, dass weiterhin Beitragsanhebungen zu erwarten sind.“ Schon jetzt erheben viele Krankenkassen laut Gesundheitsministerium im Schnitt einen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent – mehr als ursprünglich für 2025 erwartet. Das bedeutet: Manche Versicherte zahlen derzeit im Durchschnitt fast drei Prozent ihres Bruttogehalts zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent.

Der Zusatzbeitrag stieg zuletzt immer wieder. Im nächsten Jahr soll er vorerst stabil bleiben.

Einnahmen der Krankenkassen steigen, Defizit bleibt

Laut der Prognose rechnet der Gesundheitsfonds, eine Geldsammel- und Verteilungsstelle für die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), im kommenden Jahr mit Einnahmen von 312,3 Milliarden Euro. Ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2025. Der reguläre Bundeszuschuss von 14,5 Milliarden Euro bleibt bestehen, während ein zusätzlicher Zuschuss für die Krankenhausreform auf 2,5 Milliarden Euro steigen soll.

Trotzdem übersteigen die Ausgaben voraussichtlich die Einnahmen deutlich. Gesundheitsministerium und Bundesamt für Soziale Sicherung rechnen mit rund 369 Milliarden Euro an Ausgaben, der GKV-Spitzenverband sogar mit etwas mehr. Das strukturelle Defizit bleibt damit bestehen, auch wenn es etwas kleiner ausfällt als in den Vorjahren.

„Die Bundesrepublik hat Wort gehalten“ – Ministerin Warken spricht von Stabilität

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zeigte sich nach einer Kabinettssitzung in Berlin dennoch zuversichtlich. „Die Bundesrepublik hat Wort gehalten“, sagte sie. 2026 könne das aktuelle Niveau der Zusatzbeiträge gehalten werden. Damit bekräftigte sie ihr Ziel, die Sozialabgaben trotz angespannter Kassenlage stabil zu halten.

Sie verweist auf eine leichte Entspannung der Finanzen: Das Defizit der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung soll von rund sechs auf vier Milliarden Euro sinken. Rund zwei Milliarden davon entfallen auf die GKV. Der Rückgang geht auf ein Sparpaket zurück, das kurz vor der Sitzung des Schätzerkreises beschlossen wurde.

Krankenkassen und Kliniken sollen sparen

Das neue Sparpaket sieht vor, dass Krankenkassen und Krankenhäuser stärker auf Effizienz achten müssen. So werden die Mittel aus dem Innovationsfonds halbiert und Verwaltungsausgaben der Krankenkassen gedeckelt. Für Kliniken sollen bestimmte Zuschläge und Ausgleichszahlungen im Jahr 2026 eingefroren werden.

Diese Maßnahmen stoßen allerdings auf Kritik. Aus den Ländern, von Krankenhausverbänden und auch aus Teilen der Koalition kommen Warnungen vor einer möglichen Verschlechterung der Patientenversorgung. Viele befürchten, dass Sparzwang zu Personalabbau oder längeren Wartezeiten führen könnte. Mit Material von AFP.

Rubriklistenbild: © Marius Schwarz/IMAGO

Kommentare