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„Eine der größten Raffinerien“

Russlands Wirtschaft: Drohnen versetzen Putins Schlüsselsektor neuen Schlag

Die Ukraine setzt ihre Angriffe gegen russische Infrastruktur weiter fort. Diesmal trifft es eine wichtige Raffinerie. Das soll das Militär behindern.

Kiew – In den USA findet eine drastische Wende statt. Nachdem die Russland-Sanktionen über das Jahr 2024 langsam an Fahrt aufgenommen haben und immer deutlichere Auswirkungen zeigen, steht nun eine Lockerung der Sanktionen zur Debatte. US-Präsident Donald Trump könnte vor Kreml-Diktator Wladimir Putin kapitulieren und etwa die Beschränkungen auf russische Öl-Exporte fallen lassen. Die Ukraine setzt ihre Strategie, mit Drohnenangriffen die kritische Infrastruktur Russlands zu zerstören, unterdessen weiter fort.

Ukraine-Drohnen treffen wichtige Öl-Raffinerie – Schlag gegen Russlands Wirtschaft

In der Nacht auf den 10. März sollen Drohnen eine Ölraffinerie in der russischen Großstadt Nowokuibyschewsk getroffen und in Brand gesetzt haben. Das hatte das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf eine Quelle innerhalb des ukrainischen Militärgeheimdienstes berichtet. Daneben gab es Berichte von massiven Angriffen auf die russische Hauptstadt Moskau.

Wladimir Putin in Moskau (Symbolfoto). Die Ukraine setzt ihre Angriffe gegen russische Infrastruktur weiter fort. Diesmal trifft es eine wichtige Raffinerie. Das soll das Militär behindern.

Seit Monaten zielt die Ukraine akribisch auf russische Ölraffinerien, Militärstützpunkte und Lagerhallen weit hinter den feindlichen Linien, um die Fähigkeit Moskaus, den Ukraine-Krieg weiterzuführen, langsam aber sicher zu behindern. Bei der Nowokuibyschewsk-Raffinerie handelt es sich um eine Anlage, die 8,8 Millionen metrische Tonnen Öl pro Jahr produzieren kann. „Das macht sie zu einer der zehn größten Raffinerien in Russland“, zitierte Kyiv Independent dazu Andrii Kovalenko, der das Center for Countering Disinformation des ukrainischen Sicherheitsrats leitet.

Das Werk produziere unter anderem Diesel und andere Treibstoffarten, die „von größter Wichtigkeit für den Transport und Militärequipment sind“, führte Kovalenko hinzu. Unter anderem kommt es in den SU-27-Kampfflugzeugen vor. Nowokuibyschewsk liegt in der russischen Region Samara Oblast, die hunderte Kilometer von der Ukraine entfernt ist. Anwohner hatten von lauten Explosionen in der Nacht berichtet. In der Ölraffinerie sei ein Feuer entstanden – die Luftverteidigung hatte nicht ausgereicht.

Stetige Angriffe gegen Öl-Einrichtungen – Russland kann Raffinerien nicht verteidigen

Es ist nur einer von vielen Angriffen, die die Ukraine seit Jahresbeginn auf russische Öleinrichtungen gestartet hat. Weitere Beispiele sind Drohnenangriffe auf eine Öl-Einrichtung im Dorf Nowominskaja (5. Februar), die Ilsky-Ölraffinerie im russischen Krasnodar und auf die Ölpumpstation Kropotkinskaya (Nacht zum 17. Februar) oder auf die Afipskiy-Raffinerie, eine bedeutende Ölverarbeitungsanlage, die ebenfalls in Krasnodar liegt.

Diese Strategie trifft Russland gleich in mehrfacher Hinsicht. Der direkteste Schaden entsteht natürlich am Militär – wenn die Werke keinen Treibstoff produzieren, kann die Mangelversorgung für Engpässe und letztendlich für unbewegliche Panzer sorgen. Gleichzeitig aber kann eine Verknappung der Ölvorräte auch die russischen Verbraucher treffen. Wie das aussieht, zeigen aktuelle Zahlen von Trading Economics. Diesen zufolge war der Benzinpreis pro Liter im Februar 2025 auf 0,69 US-Dollar gestiegen. Im Januar hatte er noch sieben Cent niedriger gelegen.

Außerdem behindert die Ukraine mit dieser Strategie eine von Russlands wichtigsten Einkommensquellen. Russland ist abhängig vom Verkauf von Öl und Gas – im Februar beliefen sich die Einnahmen aus dieser Sparte auf 8,6 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 7,9 Milliarden Euro). Die Verkäufe schwächeln aus zwei Gründen: Einerseits wären da die weltweit niedrigeren Ölpreise, die Russlands Gewinne schmälern, andererseits hat der Kreml mittlerweile große Probleme damit, sein Öl loszuwerden.

Sanktionen gegen Öl könnten fallen – Ukraine trägt den Krieg ins Kernland

Der Grund dafür sind die Sanktionen der westlichen Ukraine-Verbündeten. Sowohl die USA als auch die EU und andere Industriestaaten hatten durch Sanktionen versucht, Russlands Wirtschaft zu schwächen. Hier war schon früh ein Kleinkrieg um die Sanktionen ausgebrochen – für viele Strafmaßnahmen hatte der Kreml eine passende Antwort gefunden, die oftmals eine Umgehung der Sanktionen ermöglichte.

Speziell bei den Ölverkäufen war diese Antwort eine Schattenflotte aus alten Tankschiffen, die mit teils dubiosen Mitteln russisches Öl in den Westen brachten. Zum Beispiel schalten sie öfter mal die Schiffsverfolgungstechnik aus, um zu verschleiern, wo und wie sie Güter verladen. Anfang Januar hatten die USA neue Sanktionen für Dutzende dieser Tankschiffe verabschiedet, und seitdem sperren auch enge Russland-Verbündete wie China die Häfen für diese Schiffe.

Mit den Angriffen auf russische Raffinerien tief im Landesinneren, fernab der Frontlinien, zeigt die Ukraine, dass sie den Krieg weit bis nach Russland hineintragen kann. Dahinter steckt die Hoffnung, ihn langsam aber sicher zu ihrem Vorteil umdrehen zu können.

Rubriklistenbild: © IMAGO / SNA

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