Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Deutlicher Anstieg
Rentenbeginn: 117.000 Frührentner gehen einem Job nach – und leisten Beiträge
Es gibt eine zunehmende Anzahl von Frührentnern, die einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen. Eine aktuelle Regeländerung könnte eine Rolle spielen.
Berlin – Zu ihrer bevorstehenden Rückkehr in die Regierungsverantwortung hat die Union ein Geschenk für alle Rentner parat, die trotz Ruhestands weiter arbeiten wollen oder müssen. Wie aus dem gemeinsamen Sondierungspapier hervorgeht, soll die Aktivrente Realität werden. Diese hatten CDU und CSU in ihrem Wahlprogramm angepriesen.
Nun heißt es: „Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet, bekommt sein Gehalt bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei.“ Auch bei der Hinterbliebenenrente sollen die Hinzuverdienstmöglichkeiten verbessert werden. Ob diese finanziellen Anreize den gewünschten Effekt haben, muss sich natürlich erst nach dem Machtwechsel in Berlin zeigen.
Rente und arbeiten: 117.000 Frührentner üben versicherungspflichtigen Job aus
Eine andere Neuerung, die auf fleißige Rentner abzielt, scheint sich derweil als Erfolg zu entpuppen. Wie das Portal ihre-vorsorge.de, hinter dem die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See stehen, unter Berufung auf Analysen der DRV informiert, stieg die Zahl der Rentner, die schon vor der persönlichen Altersgrenze mehr als geringfügige Nebenverdienste erzielten, im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um rund 41.000 auf etwa 117.000. Das macht einen Anstieg von mehr als 53 Prozent.
Berücksichtigt wurden alle Rentner, die vor der Altersgrenze und im Jahr 2023 mehr als 520 Euro monatlich verdienten, also nicht nur einem Minijob nachgingen. Damit waren sie also versicherungspflichtig. Bereits im Jahr 2022 war hier ein Anstieg von 40 Prozent zu verzeichnen.
Das nun dokumentierte Plus dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten zum 1. Januar 2023 aufgehoben wurde. Seither können Altersrenten also unabhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes in voller Höhe bezogen werden.
Die zehn besten Tipps, um früher in Rente zu gehen
Rente mit 63: Viele arbeitenden Frührentner können mindestens 45 Versicherungsjahre vorweisen
Weiter heißt es, rund 71.000 der versicherungspflichtigen Beschäftigten im Vorruhestand würden eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte beziehen. Das sind rund 60 Prozent. Sie haben also mindestens 45 Versicherungsjahre angesammelt und nutzen die sogenannte „Rente mit 63“, die einen vorzeitigen Ruhestand ohne Abschläge ermöglicht.
Parallel zur klassischen Altersrente steigt auch hier für die späteren Geburtsjahrgänge das Eintrittsalter. Damit können alle 1964 oder später geborenen Bürger auch mit genug Versicherungsjahren auf dem Rentenkonto erst mit 65 Jahren abschlagsfrei aus dem Berufsleben aussteigen.
Rentner mit Job: Mehr als 1,4 Millionen Ruheständler sind erwerbstätig
Den DRV-Angaben zufolge nahm auch unter den Bürgern im regulären Rentenalter die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten zu. Hier ging es 2023 von rund 242.000 auf etwa 278.000 nach oben, was ein Zuwachs um 15,2 Prozent bedeutet. Dagegen wurde bei den Senioren, die ihre Rente durch einen Minijob aufbesserten, lediglich ein Anstieg von 3,4 Prozent auf 1,1 Millionen festgestellt.
Alles in allem gab es zum Jahresende 2023 rund 1,46 Millionen Rentner, die Altersrente bezogen und nebenbei erwerbstätig waren. Der Zuwachs beträgt insgesamt rund 7,8 Prozent.
Diese Entwicklung dürfte allgemein positiv aufgenommen werden, da Deutschlands Wirtschaft ohnehin seit Jahren schwächelt und der Markt auf weitere Arbeitskräfte angewiesen ist. Gerade die „Rente mit 63“ gerät dabei zunehmend in die Kritik, da sich das Modell in verschiedensten Branchen großer Beliebtheit erfreut und es eben nicht nur von körperlich schwer beanspruchten Bürgern wahrgenommen wird. Geht aber eben auch eine beträchtliche Zahl an Frührentnern einem Job nach, wird Kritikern zumindest etwas Wind aus den Segeln genommen. (mg)