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Deutlicher Anstieg

Rentenbeginn: 117.000 Frührentner gehen einem Job nach – und leisten Beiträge

Es gibt eine zunehmende Anzahl von Frührentnern, die einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen. Eine aktuelle Regeländerung könnte eine Rolle spielen.

Berlin – Zu ihrer bevorstehenden Rückkehr in die Regierungsverantwortung hat die Union ein Geschenk für alle Rentner parat, die trotz Ruhestands weiter arbeiten wollen oder müssen. Wie aus dem gemeinsamen Sondierungspapier hervorgeht, soll die Aktivrente Realität werden. Diese hatten CDU und CSU in ihrem Wahlprogramm angepriesen.

Nun heißt es: „Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet, bekommt sein Gehalt bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei.“ Auch bei der Hinterbliebenenrente sollen die Hinzuverdienstmöglichkeiten verbessert werden. Ob diese finanziellen Anreize den gewünschten Effekt haben, muss sich natürlich erst nach dem Machtwechsel in Berlin zeigen.

Rente und arbeiten: 117.000 Frührentner üben versicherungspflichtigen Job aus

Eine andere Neuerung, die auf fleißige Rentner abzielt, scheint sich derweil als Erfolg zu entpuppen. Wie das Portal ihre-vorsorge.de, hinter dem die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See stehen, unter Berufung auf Analysen der DRV informiert, stieg die Zahl der Rentner, die schon vor der persönlichen Altersgrenze mehr als geringfügige Nebenverdienste erzielten, im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um rund 41.000 auf etwa 117.000. Das macht einen Anstieg von mehr als 53 Prozent.

Senioren packen an: Seit 2023 besteht in Deutschland für Frührentner keine Hinzuverdienstgrenze mehr.

Berücksichtigt wurden alle Rentner, die vor der Altersgrenze und im Jahr 2023 mehr als 520 Euro monatlich verdienten, also nicht nur einem Minijob nachgingen. Damit waren sie also versicherungspflichtig. Bereits im Jahr 2022 war hier ein Anstieg von 40 Prozent zu verzeichnen.

Das nun dokumentierte Plus dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten zum 1. Januar 2023 aufgehoben wurde. Seither können Altersrenten also unabhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes in voller Höhe bezogen werden.

Die zehn besten Tipps, um früher in Rente zu gehen

Symbolfoto. Eine Frau und ein Mann sitzen zusammen an einem Tisch mit einem Tablet und unterhalten sich.
Früher in den Ruhestand zu starten, ist für viele Menschen ein großer Wunsch. Mit einer durchdachten Planung und cleverer Nutzung von gesetzlichen und betrieblichen Möglichkeiten lässt sich dieser Traum oft verwirklichen. Hier sind die zehn besten Tipps, wie Sie Ihren Ruhestand vorziehen können. © Juliane Sonntag/Imago
Rente mit 63 ohne Abschläge
Rente mit 63 ohne Abschläge: Wenn Sie 45 Versicherungsjahre vorweisen können, dürfen Sie laut Deutsche-rentenversicherung.de mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Das Rentenalter hierfür ist allerdings abhängig vom Geburtsjahr: Für den Jahrgang 1959 liegt es beispielsweise bei 64 Jahren und 2 Monaten (Stand: 2023). Planen Sie also frühzeitig, wie Sie die 45 Jahre erreichen, denn diese Regelung kann Ihnen einen sorgenfreien finanziellen Start in den Ruhestand ermöglichen. © Aida López/Imago
Rente mit 63 mit Abschlägen
Rente mit 63 mit Abschlägen: Auch mit 35 Versicherungsjahren ist ein früher Renteneintritt möglich, jedoch mit Abschlägen. Für jeden Monat vor dem regulären Renteneintrittsalter werden 0,3 % Ihrer Rente abgezogen – maximal bis zu 14,4 %. Diese Kürzungen gelten dauerhaft, weshalb eine genaue Kalkulation essenziell ist, bevor Sie sich für diese Option entscheiden. © Thomas Trutschel/Imago
Betriebliche Rente
Betriebliche Rente: Manche Arbeitgeber bieten laut Stiftung Warentest betriebliche Lösungen, um bereits vor 63 Jahren aus dem Berufsleben auszusteigen. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Firmenregelungen, denn darauf haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch. Eine betriebliche Rente kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zu Ihrer gesetzlichen Rente sein, wenn Ihr Unternehmen solche Modelle unterstützt. © Imago
Mit Altersteilzeit in Rente gehen
Altersteilzeit: Die Altersteilzeit ermöglicht es Arbeitnehmern ab 55 Jahren, schrittweise aus dem Berufsleben auszusteigen. Besonders beliebt ist laut den Experten der Stiftung Warentest das Blockmodell: Hier arbeiten Sie beispielsweise drei Jahre voll und können anschließend drei Jahre lang freigestellt werden. Diese Regelung schafft eine ideale Balance zwischen Arbeit und Freizeit und bereitet optimal auf den Ruhestand vor. © Imago
Mit Vorruhestand früher in Rente gehen
Vorruhestand: Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, in den Vorruhestand zu gehen. Dabei entfällt laut Stiftung Warentest zwar die Arbeitspflicht, das Gehalt wird aber stark reduziert. Oftmals bleibt nur die frühestmögliche Rente mit Abschlägen als Ergänzung, was eine sorgfältige finanzielle Planung erfordert. © Imago
Flexibler Übergang in den Ruhestand
Flexibler Übergang in den Ruhestand: Das Flexirentengesetz ermöglicht seit 2017 einen stufenweisen Übergang in den Ruhestand. Bereits ab 63 Jahren können Sie Altersrente beziehen und gleichzeitig in Teilzeit weiterarbeiten. Diese Lösung bietet nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch mehr Freiheit bei der Gestaltung Ihrer letzten Berufsjahre. © Imago
Wertguthaben aufbauen
Wertguthaben aufbauen: Einige Arbeitgeber erlauben das Ansammeln von Wertguthaben, das Sie später nutzen können, um früher in den Ruhestand zu gehen, berichten die Finanzexperten auf Test.de. Dieses Guthaben entsteht beispielsweise durch Überstunden oder nicht genommene Urlaubstage. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber, um herauszufinden, ob Ihr Betrieb solche Modelle anbietet. © Uwe Umstätter/Imago
Frühzeitige Finanzplanung für Rente
Frühzeitige Finanzplanung: Der Schlüssel zu einem vorzeitigen Renteneintritt liegt laut Dieversicherer.de in einer durchdachten Finanzplanung. Setzen Sie sich schon frühzeitig Ziele und erstellen Sie einen konkreten Plan, wie Sie diese erreichen können. Eine professionelle Beratung ist hierbei besonders hilfreich, um langfristige Sicherheit zu gewährleisten. © Imago
Kostenkontrolle für bequeme Rente
Kostenkontrolle: Je geringer Ihre Ausgaben, desto schneller können Sie Kapital für den Ruhestand ansparen. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Fixkosten und suchen Sie nach Einsparpotenzialen. Schon kleine Änderungen im Alltag können auf lange Sicht große finanzielle Freiräume schaffen. © Uwe Umstätter/Imago
Private Altersvorsorge
Private Altersvorsorge: Ergänzen Sie die gesetzliche Rente durch private Vorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen, Riester-Rente oder ETF-Sparpläne. Diese können helfen, finanzielle Lücken zu schließen und den Renteneintritt früher zu realisieren. Lassen Sie sich hierzu umfassend beraten, um die für Sie passende Kombination aus Sicherheit und Rendite zu finden. © Luka Storm/Imago

Rente mit 63: Viele arbeitenden Frührentner können mindestens 45 Versicherungsjahre vorweisen

Weiter heißt es, rund 71.000 der versicherungspflichtigen Beschäftigten im Vorruhestand würden eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte beziehen. Das sind rund 60 Prozent. Sie haben also mindestens 45 Versicherungsjahre angesammelt und nutzen die sogenannte „Rente mit 63“, die einen vorzeitigen Ruhestand ohne Abschläge ermöglicht.

Parallel zur klassischen Altersrente steigt auch hier für die späteren Geburtsjahrgänge das Eintrittsalter. Damit können alle 1964 oder später geborenen Bürger auch mit genug Versicherungsjahren auf dem Rentenkonto erst mit 65 Jahren abschlagsfrei aus dem Berufsleben aussteigen.

Arbeit auch im hohen Alter: Die Zahl der Frührentner, die einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, steigt.

Rentner mit Job: Mehr als 1,4 Millionen Ruheständler sind erwerbstätig

Den DRV-Angaben zufolge nahm auch unter den Bürgern im regulären Rentenalter die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten zu. Hier ging es 2023 von rund 242.000 auf etwa 278.000 nach oben, was ein Zuwachs um 15,2 Prozent bedeutet. Dagegen wurde bei den Senioren, die ihre Rente durch einen Minijob aufbesserten, lediglich ein Anstieg von 3,4 Prozent auf 1,1 Millionen festgestellt.

Alles in allem gab es zum Jahresende 2023 rund 1,46 Millionen Rentner, die Altersrente bezogen und nebenbei erwerbstätig waren. Der Zuwachs beträgt insgesamt rund 7,8 Prozent.

Diese Entwicklung dürfte allgemein positiv aufgenommen werden, da Deutschlands Wirtschaft ohnehin seit Jahren schwächelt und der Markt auf weitere Arbeitskräfte angewiesen ist. Gerade die „Rente mit 63“ gerät dabei zunehmend in die Kritik, da sich das Modell in verschiedensten Branchen großer Beliebtheit erfreut und es eben nicht nur von körperlich schwer beanspruchten Bürgern wahrgenommen wird. Geht aber eben auch eine beträchtliche Zahl an Frührentnern einem Job nach, wird Kritikern zumindest etwas Wind aus den Segeln genommen. (mg)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Pond5 Images

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