Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Deutsche Rentenversicherung Bund

Neue Zahlen zur Rente: Warum immer mehr Frauen 45 Versicherungsjahre schaffen

Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor hoch – doch sie schrumpft: In den vergangenen 20 Jahren stieg die Anzahl an Frauen mit 45 Beitragsjahre deutlich.

Berlin – Die Arbeitswelt verändert sich stetig – und mit ihr auch die Rente. Besonders Frauen profitieren zunehmend von diesen Entwicklungen: Längere Erwerbszeiten und politische Reformen tragen dazu bei, ihre finanzielle Absicherung im Alter zu verbessern. Neue Zahlen des Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), über die der Tagesspiegel zuerst berichtet hat, unterstreichen diese Entwicklung. So wiesen 2003 nur acht Prozent der Neurentnerinnen mindestens 45 Versicherungsjahre auf – im Jahr 2023 stieg der Anteil auf 43 Prozent.

Mehr Erwerbsjahre und Mütterrente: Frauen sind im Alter besser finanziell abgesichert

Als Gründe führt Jens Dirk Wohlfeil, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rentenversicherung Bund für die Gruppe der Versicherten, die signifikant gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen an. Die sei „insbesondere in den alten Bundesländern“ recht hoch. Weiterhin sei auch die sogenannte Mütterrente ausschlaggebend für die höhere Anzahl an Erwerbsjahren. Durch eine Gesetzesreform im Jahr 2019 werden die Erziehungszeiten von Eltern, vorwiegend Müttern, bei der Berechnung ihrer Rente stärker berücksichtigt. Dieser Schritt sorgt dafür, dass Frauen im Alter finanziell besser abgesichert sind, da sie nach wie vor aufgrund von Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oft niedrigere Rentenansprüche aufweisen. Das verdeutlichen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Elterngeld: Von den insgesamt 50.400 Menschen, die dieses 2023 in Anspruch nahmen, waren 98 Prozent Frauen.

Im Vergleich ist der Anteil an Versicherungsjahren bei Männern, die das erste Mal eine Altersrente beziehen, nach wie vor auf einem höheren Niveau: Dieser wuchs von 56 auf 66 Prozent. Der Gesamtanteil der Menschen, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, beziffert der DRV auf 54 Prozent – 2003 waren es nur 30 Prozent.

Die Mütterrente wird von über 80 Prozent der Frauen über 65 Jahren bezogen.

72 Prozent der Frauen erreichen Rentenniveau der Männer – DRV sieht positive Entwicklung

Dennoch spiegelt sich der Anstieg der Erwerbsjahre bei Frauen auch beim durchschnittlichen Rentenanspruch wider. Heute erreichen bereits 72 Prozent der Frauen das Rentenniveau der Männer. 2003 lag dieser Wert noch bei 52 Prozent. Für Wohlfeil zeigen die Zahlen eine positive Entwicklung, auf denen man sich allerdings nicht ausruhen kann: „insbesondere vor dem Hintergrund der in den nächsten Jahren noch stärker als bisher in Rente gehenden Babyboomer-Jahrgänge“ müssten Mittel und Wege gefunden werden, damit die Menschen länger arbeiten könnten. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft scheiden in den kommenden zwölf Jahren rund 19,5 Millionen Menschen aus dem Arbeitsmarkt aus, während nur 12,5 Millionen jüngere Beschäftigte nachrücken.

Auch deswegen werben DRV und die Bundesregierung immer wieder dafür, dass Arbeitnehmer auch nach ihrem regulären Renteneintrittsalter weiterarbeiten. Wer sich aktuell dafür entscheidet, kann später mit einer höheren Altersrente rechnen. Dabei wirken sich zudem nicht nur die Beiträge rentensteigernd für Arbeitnehmer aus: Für jeden Monat, den sie die Rente aufschieben, erhöht sich der Rentenanspruch um 0,5 Prozent. Wer also ein Jahr wartet (12 Monate), bekommt 6 Prozent mehr Rente. Voraussetzung dafür ist, dass die allgemeine Wartezeit bereits erfüllt ist.

DRV-Vorstand Veen: „Die Deutsche Rentenversicherung steht auf einem festen Fundament“

Wie viele Menschen tatsächlich von diesem Modell Gebrauch machen, ist unklar: Eine Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergab, dass rund 36 Prozent der Befragten sich eine Tätigkeit über das ihr reguläres Renteneintrittsalter hinaus vorstellen könnten. Laut Mikrozensus gehen Männer (16 Prozent) im Alter zwischen 65 und 74 Jahren häufiger einem Job nach als Frauen. Hier liegt der Anteil bei zehn Prozent. Die Motive sind dabei unterschiedlich und reichen von Spaß an der Arbeit bis hin zur wirtschaftlichen Notwendigkeit, da die eigentliche Altersrente zum Leben nicht ausreichen würde.

Auf der anderen Seite sind viele Arbeitnehmer aufgrund harter Arbeitsjahre gesundheitlich nicht mehr in der Lage, in ihren Berufen weiterzuarbeiten. Die im November gescheiterte Ampel-Koalition hatte mit verschiedenen Rentenprämien-Modellen versucht, Anreize für eine längere Arbeit zu schaffen. Dass diese nun genauso wie das Rentenpaket II vorerst nicht mehr umgesetzt werden könnten, sieht Hans-Werner Veen, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund für die Gruppe der Arbeitgeber, gelassen, zitiert ihn das Fachportal Ihre-Vorsorge.de: „Ich kann mit Gewissheit sagen: Die Deutsche Rentenversicherung steht auf einem festen Fundament.”

Rubriklistenbild: © Stefan Trappe/Imago

Kommentare