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Engpässe und Preissteigerungen
Öl-Krise in Russland – neuer Ukraine-Angriff trifft Putins wichtigsten Sektor
Drohnenangriffe treffen eine russische Ölraffinerie und ein Chemiewerk. Die ständigen Attacken haben dort nun eine Ölkrise ausgelöst. Der Kreml sucht nach einer Lösung.
Ukraine-Drohnen dezimieren Russlands Wirtschaft – Chemiewerk und weitere Öl-Raffinerie im Visier
Jetzt haben ukrainische Drohnen eine große Ölraffinerie in der russischen Region Orenburg angegriffen. Mehr noch: Weitere Angriffe trafen einen der größten Chemikalienhersteller, der in der Perm-Region sitzt. Das haben Offizielle am Freitag (3. Oktober) mitgeteilt. Videos, die Augenzeugen in den sozialen Netzwerken hochluden, zeigen schwarzen Rauch über der Raffinerie in Orenburg. Mindestens eine Drohne sei dort eingeschlagen.
Die Raffinerie ist laut der Moscow Times eine der leistungsstärksten in Russland. Orsknefteorgsintez, so der Name der Raffinerie, produziert jährlich Ölprodukte mit einer Masse von 6,6 Millionen Tonnen in 30 verschiedenen Typen, darunter Benzin, Diesel, Flugzeugtreibstoff oder Bitumen.
Allerdings soll der Drohnenangriff keine allzu gravierenden Auswirkungen gehabt haben. Es habe keine Opfer gegeben und die Produktion innerhalb der Raffinerie sei wie geplant weitergelaufen. Das chemische Werk in Perm hatte weniger Glück: Das Azot-Werk habe seine Arbeit kurzzeitig eingestellt. Dmitri Makhonin, der Gouverneur der Perm-Region, gab an, dass die Fabrik ihre Arbeit jedoch wieder aufgenommen hätte.
Öl-Krise in Russland – Ukraine sorgt für Engpässe und Preissteigerungen
Die neuesten Angriffe fügen sich in die Strategie ein, die die Ukraine seit mehreren Monaten verstärkt fährt: Mit immer neuen Drohnenangriffen schaltet sie systematisch die Infrastruktur Russlands aus.
Die Angriffe gegen Ölraffinerien erregten bereits öfters große Aufmerksamkeit. In Russland hat das bereits eine Ölkrise ausgelöst: Engpässe in der Ölversorgung sorgen für eine Knappheit an den Tankstellen und in der Konsequenz zu Preissteigerungen. Das berichtete die BBC unter Berufung auf BBC Verify.
Vor allem im August und im September hatte die Ukraine hier mehrere Angriffe gegen russische Raffinerien gestartet. Rund 21 der 38 großen Raffinerien – wo Rohöl in nutzbares Öl konvertiert wird – wurden seit Januar getroffen. Die Anzahl der erfolgreichen Attacken soll um die 48 Prozent höher gewesen sein als im gesamten Jahr 2024.
Treibstoffmangel in Russland – und lange Schlangen vor Tankstellen
Und im Gegensatz zu Angriffen auf russische Nachschublager oder die Frontlinien sind es bei den Raffinerie-Attacken eher die normalen Durchschnittsrussen, die die Wirkung spüren. Verifizierte Videos zeigten unter anderem lange Schlangen vor Tankstellen im Zuge der Benzinkrise.
Einige Tankstellen hätten die Arbeit eingestellt, um „die Krise abzuwarten“, anstatt mit Verlust zu arbeiten. Vor allem die Krim und die östlichen Regionen Russlands spüren die Ölkrise stark: Auf der Krim hatte der regionale Anführer bereits zu Geduld aufgerufen, aber immer mehr Tankstellen fallen aus.
Öl-Verkäufe sind lebenswichtig für den Kreml – aber es gibt Rettungsleinen
Besonders gravierend ist diese Entwicklung, weil die Ölraffinerien nicht nur die Normalbevölkerung versorgen sollen, sondern auch die Kriegskasse des Kremls. Mit dem Export von Ölprodukten verdient Russland für gewöhnlich Milliarden – dieses Geld zu verlieren (oder zumindest weniger daraus zu verdienen) sorgt unweigerlich für politischen Druck für den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Noch kann Russland die Verluste ausgleichen. Mit dem National Wealth Fund (NWF) und dem Aufnehmen neuer Schulden ist es dem Kreml möglich, an zusätzliches Geld zu gelangen, auch wenn die Ölexporte nicht die gewünschten Profite bringen. Je weiter es der Ukraine mit ihren Drohnenangriffen und den Westmächten mit ihren Sanktionen gelingt, Russlands Öl-Einnahmen zu beschneiden, umso mehr ist Putin gezwungen, den NWF anzuzapfen.
Limit für Rettungs-Mechanismen – Kreml-Finanzkissen schrumpft in Öl-Krise
Putins Problem dabei: Diese Rettungsmaßnahmen haben ein Limit. Schon während des ersten Kriegsjahrs hatte Russland sich großzügig am NWF bedient. Im Mai 2025 hatte das Finanzministerium neue Mittel hineingesteckt, darunter Fremdwährungen und Gold, aber laut dem Center for Strategic & International Studies (CSIS) sind die liquiden Mittel des NWF (Stand August 2025) mit einer Masse von 51 Milliarden US-Dollar (43,4 Milliarden Euro) nur neun Prozent höher als das Zieldefizit (47,2 Milliarden US-Dollar).
Das CSIS warnt: Jeder Dollar der Öl-Einnahmen, der Russland entgeht, schrumpft das finanzielle Kissen des Landes und stärkt die Abhängigkeit von Krediten. Das wiederum erhöhe den Druck auf Moskau. (verwendete Quellen: Moscow Times, BBC, CSIS)