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14 Raffinerien seit August angegriffen

Putin in Öl-Krise – Ukraine-Attacken lassen Dieselpreise weltweit steigen

Die Ukraine attackiert gezielt russische Infrastruktur. Das führt zu erheblichen Öl-Engpässen. Experten warnen, dass das auch Europa betreffen könnte.

Moskau – Russlands größte Ölkonzerne melden enorme Gewinneinbrüche. Gleichzeitig hat sich der Ukraine-Krieg zunehmend auch auf russisches Gebiet ausgeweitet; ukrainische Drohnen zerstören gezielt Elemente der kritischen Infrastruktur. Der für Russland überlebenswichtige Energiemarkt steht unter hohem Druck. Europa bleibt dabei nicht verschont, warnt eine aktuelle Analyse.

Drohnen schwächen Russlands Öl-Wirtschaft – Diesel-Preise steigen weltweit

Jetzt stellt sich heraus, dass die Drohnenkampagne der Ukraine gegen Russlands Infrastruktur Auswirkungen auf den weltweiten Großmarkt für Diesel hat – und damit auch auf Deutschland. Die Preise stiegen global an. Russland stellt außerdem mehr Rohöl für den Export zur Verfügung. Das teilte die Preisberichtsagentur Argus Media mit.

Wladimir Putin in Perm, Russland (Symbolfoto). Die Ukraine zerstört gezielt russische Infrastruktur. Das sorgt für erhebliche Öl-Engpässe. Experten warnen, dass das auch Europa betreffen könnte.

Zu den Details: Seit Anfang August intensiviert die Ukraine ihre Mühen, russische Infrastruktur zu zerstören. In diesem Zeitraum soll das Land 14 russische Raffinerien angegriffen haben; ein Drittel der insgesamt 38 Anlagen. Eine besonders wichtige Anlage in Rjasan (verantwortlich für eine Kapazität von 340.000 Barrel pro Tag) sei zweimal das Ziel ukrainischer Angriffe gewesen.

Benedict George, Experte für den europäischen Markt für Erdölprodukte bei Argus Media, warnt vor den Folgen. Da Russland der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt sei, gebe es indirekte Auswirkungen für die EU und Großbritannien. Weil die russischen Dieselexporte im September deutlich hinter dem bisherigen Jahresdurchschnitt zurückblieben, müssen ganze Wirtschaftsräume (Nordafrika, Brasilien, Türkei) alternative Lieferquellen suchen. Das treibt die Großhandelspreise weltweit in die Höhe.

Die Preise für ARA-Diesel (Diesel aus der Benchmark-Region Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) seien zuletzt 26,50 US-Dollar pro Barrel höher gewesen als die Benchmark-Rohölsorte North Sea Dated (Stand September 2025). Im Jahresdurchschnitt bedeute das ein Plus von sechs US-Dollar pro Barrel. Der Index North Sea Dated beinhaltet bei Argus Media die fünf Nordseemarken Brent, Forties, Oseberg, Ekofisk und Troll sowie die US-Rohölsorte WTI Midland.

Diesel-Engpässe in Russland – Kraftstoff „verschwunden“

Für den Kreml-Chef Wladimir Putin ist diese Entwicklung ein erhebliches Problem, das auch Auswirkungen auf die russische Wirtschaft hat. Kuganiga Kuganeswaran, Expertin für europäische Rohölpreise bei Argus Media, berichtete außerdem, dass es innerhalb Russlands bereits zu Engpässen bei der Ölversorgung kommt. Internationale Medien haben schon im August davon berichtet, dass Autofahrer (beispielsweise in der russischen Region Primorje) sich über Versorgungsprobleme beschwert hätten.

Der Kraftstoff sei aus Zapfsäulen einfach „verschwunden“, hatte etwa das Nachrichtenportal PrimaMedia dazu erklärt. In Primorje seien lange Autoschlangen vor den Tankstellen gesichtet worden. Zugleich stellt Russland mehr Öl für den Export zur Verfügung – was das inländische Problem zusätzlich verschärfen könnte.

Öl-Wirtschaft unter hohem Druck – USA und Europa könnten sich gegen Putin verbünden

Zuletzt zeigten die Zahlen der russischen Öl-Giganten, wie ernst es mittlerweile ist. Der Staatskonzern Rosneft PJSC berichtete einen Rückgang seines Einkommens um 68 Prozent (erste Jahreshälfte 2025 gegenüber Januar - Juni 2024). Bei Lukoil PJSC und selbst dem Gas-Titan Gazprom gab es Verluste über 50 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. „Die erste Jahreshälfte wurde durch niedrigere Ölpreise charakterisiert, was vorrangig auf die Überproduktion von Öl zurückgeht“, zitierte das Nachrichtenportal Bloomberg Igor Sechin, den CEO von Rosneft.

Das ist jedoch nicht alles. Russland muss erneut an seine eiserne Reserve, den National Wealth Fund, weil die Ölgewinne zu niedrig ausfallen. In Washington verlangt US-Präsident Donald Trump derzeit den kompletten Ausstieg Europas aus russischen Öllieferungen. Noch sind Länder wie Ungarn und die Slowakei abhängig, daher ist nicht klar, wie die EU reagieren wird, aber schon jetzt steht weiterer Druck auf Russlands Energieexporte bevor. (Quellen: Argus Media, Bloomberg, PrimaMedia) (Laernie)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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