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Muttertag

Nachteile für die Rente: Etliche Mütter verharren noch in der „Teilzeitfalle“

Zum Fest der Mütter sollen Frauen Achtung für ihre Leistungen in der Kinderbetreuung erfahren. Jedoch bringt ihre Betreuungsarbeit Einbußen bei der Rente mit sich.

Frankfurt – Altersarmut nimmt in Deutschland zu: Immer mehr Menschen sind betroffen – vor allem Frauen. Bei den Alterseinkünften kamen Frauen laut Statistischem Bundesamt 2023 auf durchschnittlich 15.000 Euro, Männer dagegen auf rund 25.000 Euro. Die niedrigeren Gehälter – das Gender Pay Gap betrug 2024 16 Prozent – sind eine Ursache. Eine weitere Ursache ist die Erwerbsbiografie, die häufig gezeichnet ist von Teilzeit und beruflichen Auszeiten für die Kinderbetreuung.

Zum Muttertag: Frauen bei der Rente im Nachteil – wegen „Teilzeitfalle“ der Mütter

Frauen haben nach wie vor finanzielle Nachteile, wenn sie Mutter werden – auch bei der Rente. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) spricht in einer Mitteilung anlässlich des Muttertages am 11. Mai 2025 von der „Teilzeitfalle“, in der viele Mütter nach wie vor feststecken.

Mütter können freiwillige Beiträge in die Rente zahlen, um Jahre ohne Erwerbstätigkeit zu kompensieren und ihre Rente zu erhöhen. (Symbolfoto)

Zwar steigt bereits die Erwerbsbeteiligung von Müttern. Laut Eurostat lag die Beschäftigungsquote von Frauen mit Kindern bei knapp 69 Prozent. 2024 waren es bereits 77 Prozent. Immerhin liegt Deutschland damit über dem EU-Durchschnitt von 77 Prozent, allerdings liegt die Quote in Schweden mit 88 Prozent und Slowenien mit 89 Prozent deutlich höher.

Mütter arbeiten überdurchschnittlich viel in Teilzeit – wegen fehlender Kinderbetreuung

Dazu arbeiten etwa zwei Drittel der Mütter in Deutschland in Teilzeit. „Doppelt so viele wie im EU-Schnitt“, erklären die Ökonomen in der Mitteilung. Nur in den Niederlanden und Österreich sei sie höher. „Doch während die Quote in den Niederlanden in den letzten 15 Jahren von fast 90 Prozent auf etwa deutsches Niveau gesunken ist, stagniert sie hierzulande“, heißt es in der IW-Mitteilung.

Haus kaufen und auswandern: Die 10 besten Länder für deutsche Aussteiger

Allein für die atemberaubende Natur lohnt es sich, nach Kanada auszuwandern.
Allein für die atemberaubende Natur lohnt es sich, nach Kanada auszuwandern. Hier zu sehen: Der Banff Nationalpark in der Provinz Alberta, das vor allem für Skifahrer immer eine Attraktion ist. Darüber hinaus ist die Kriminalitätsrate in Kanada niedrig.  © IMAGO/Paul Giamou Photography Ltd.
Leider sind die Lebenshaltungskosten in den Großstädten wie hier Vancouver aber auch Toronto und Québec hoch.
Leider sind die Lebenshaltungskosten in den Großstädten wie hier Vancouver aber auch Toronto und Québec hoch. Doch das liegt auch an der starken Wirtschaft und den gutbezahlten Jobs, die es in Kanada gibt. Es gibt in Kanada auch für Fachkräfte ein Einwanderungssystem, das Global Talent Stream ist ein Programm davon. Außerdem hat Kanada eines der besten Gesundheitssystme der Welt.  © IMAGO/Paul Giamou Photography Ltd.
Auf Platz zwei unserer Liste ist die Schweiz, hier zu sehen die Lorraine Brücke in Bern. Die Schweiz kann bei der Natur auf jeden Fall auch mit Kanada mithalten.
Auf Platz zwei unserer Liste ist die Schweiz, hier zu sehen die Lorraine Brücke in Bern. Die Schweiz kann bei der Natur auf jeden Fall auch mit Kanada mithalten. Und auch das Gesundheitssystem ist verlässlich und modern ausgestattet. Eine private Krankenversicherung kostet etwa 360 Euro im Monat. © IMAGO/Artur Bogacki
Die Schweiz hat auch besondere Steuervorteile zu bieten: Je nach Kanton (hier die Schwyz abgebildet) kann der Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent variieren.
Die Schweiz hat auch besondere Steuervorteile zu bieten: Je nach Kanton (hier die Schwyz abgebildet) kann der Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent variieren. Deutsche Fachkräfte - vor allem hochqualifizierte - werden auch gerne in der Schweiz gesehen, es leben 310.000 Deutsche im Nachbarland. Die gemeinsame Sprache vereinfacht also die Integration.  © IMAGO/Andreas Haas
Wer eher nach günstigen Immobilienpreisen und schönem Wetter sucht, wird in Portugal fündig.
Wer eher nach günstigen Immobilienpreisen und schönem Wetter sucht, wird in Portugal fündig. Besonders im Landesinneren gibt es schöne Häuser zu Spottpreisen im Vergleich zu Deutschland: Ein 80-Quadratmeter-Häuschen in Strandnähe mit 750 Quadratmetern Grundstück gibt es schon für etwa 325.000 Euro. Außerdem genießen auch die Portugiesen eine gute Gesundheitsversorgung.  © IMAGO/Zoonar.com/Juan Jimenez
Portugal lockt auch gezielt Ausländer und vor allem Rentner mit Steuervorteilen. Wer ein Haus in Portugal kauft und seinen Wohnsitz dorthin verlegt, wird steuerlich begünstigt.
Portugal lockt auch gezielt Ausländer und vor allem Rentner mit Steuervorteilen. Wer ein Haus in Portugal kauft und seinen Wohnsitz dorthin verlegt, wird steuerlich begünstigt. Dabei verdient man in Portugal etwas weniger – hat aber auch niedrigere Lebenshaltungskosten zu stemmen.  © IMAGO/Jorge Mantilla
Im Nachbarland Spanien ist es sehr ähnlich wie in Portugal: Ein angenehmes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten und moderate Immobilienpreise, vor allem abseits der Küste und der Metropolen.
Im Nachbarland Spanien ist es sehr ähnlich wie in Portugal: Ein angenehmes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten und moderate Immobilienpreise, vor allem abseits der Küste und der Metropolen. In Spanien leben aber mehr Deutsche, als in Portugal, was die Integration einfacher machen kann. Außerdem gibt es ein Golden-Visa-Programm für Immobilienkäufer, die mindestens 500.000 Dollar investieren. © IMAGO
In Norwegen leben die Menschen europaweit am längsten mit einer Lebenserwartung von 83,1 Jahren. Das liegt daran, dass die Norweger das beste Gesundheitssystem in Europa genießen.
In Norwegen leben die Menschen europaweit am längsten mit einer Lebenserwartung von 83,1 Jahren. Das liegt daran, dass die Norweger das beste Gesundheitssystem in Europa genießen. Hier sprechen die Menschen fast immer Englisch, was für Fachkräfte eine Erleichterung ist. Die werden auch überdurchschnittlich gut bezahlt.  © IMAGO/Jakub Porzycki
Norwegen ist bekannt für seine atemberaubende Natur – und für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Die Lebenshaltungskosten mögen hoch sein, die Jobs sind aber auch gut bezahlt.
Norwegen ist bekannt für seine atemberaubende Natur – und für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Die Lebenshaltungskosten mögen hoch sein, die Jobs sind aber auch gut bezahlt.  © IMAGO/Zoonar.com/Fokke Baarssen
Wir verlassen Europa und schauen mal ans andere Ende der Welt: Neuseeland. Auch hier genießen die Menschen eine gute soziale Sicherung – und haben eine starke Willkommenskultur.
Wir verlassen Europa und schauen mal ans andere Ende der Welt: Neuseeland. Auch hier genießen die Menschen eine gute soziale Sicherung – und haben eine starke Willkommenskultur. Für Fachkräfte gibt es Programme wie das Skilled Migrant Category, das die Einwanderung erleichtern soll. Hier profitieren Aussteiger von niedriger Kriminalitätsraten und einem entspannten Lebenstil.  © IMAGO
Und natürlich ist auch die Natur in Neuseeland kaum zu übertreffen.
Und natürlich ist auch die Natur in Neuseeland kaum zu übertreffen. Nicht umsonst wurden hier auch die Herr-der-Ringe-Filme gedreht – das Dorf der Hobbits kann man auch noch besuchen.  © IMAGO
Wir bleiben am anderen Ende der Welt: Singapur ist ebenfalls ganz oben auf der Liste der sichersten und modernsten Länder der Welt.
Wir bleiben am anderen Ende der Welt: Singapur ist ebenfalls ganz oben auf der Liste der sichersten und modernsten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem gehört zu den fortschrittlichsten überhaupt und die Einkommenssteuer ist extrem niedrig bei 8-10 Prozent. Nur die Lebenshaltungskosten sind nicht ganz so niedrig, wie man es von anderen südostasiatischen Ländern kennt – und das trifft auch die Immobilienpreise.  © IMAGO
Zurück nach Europa blicken wir in anderes Nachbarland: Die Niederlande. Hier profitieren Auswanderer von einer kulturellen wie sprachlichen Nähe zu Deutschland.
Zurück nach Europa blicken wir in anderes Nachbarland: Die Niederlande. Hier profitieren Auswanderer von einer kulturellen wie sprachlichen Nähe zu Deutschland. Wer sich am Meer wohlfühlt, wird in der Niederlande besonders glücklich werden. Vor allem die Fahrradfreundlichkeit wird viele Menschen begeistern, die sich eine nachhaltigere Lebensweise wünschen.  © IMAGO/Myron Standret
Leider sind die Immobilienpreise in den größeren Städten wie Amsterdam sehr angespannt.
Leider sind die Immobilienpreise in den größeren Städten wie Amsterdam sehr angespannt. Dafür gibt es ein gutes Gesundheitssystem und eine gut ausgebaute Infrastruktur.  © IMAGO/Stephan Sühling
Ebenfalls beliebt bei deutschen Auswanderern ist Österreich – das in Sachen Natur auch mithalten kann. Für Deutsche ist die Sprache ein Riesenbonus, weshalb es auch eine große deutsche Community vor Ort gibt.
Ebenfalls beliebt bei deutschen Auswanderern ist Österreich – das in Sachen Natur auch mithalten kann. Für Deutsche ist die Sprache ein Riesenbonus, weshalb es auch eine große deutsche Community vor Ort gibt.  © IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Schein
Besonders in Wien aber auch in Salzburg und Innsbruck gibt es eine hohe Lebensqualität.
Besonders in Wien aber auch in Salzburg und Innsbruck gibt es eine hohe Lebensqualität. Fachkräfte werden in den Bereichen Tourismus und Kultur immer gesucht, doch auch in Medizin und Technik wird man schnell fündig.  © IMAGO
Zuletzt auf der Liste: Japan. Tokio ist eine der größten Städte der Welt und zählt auch zu den aufregendsten.
Zuletzt auf der Liste: Japan. Tokio ist eine der größten Städte der Welt und zählt auch zu den aufregendsten. Hier ist immer etwas los. Speziell in Tokio ist aber auch der Wohnungsmarkt angespannt – aufgrund der alternden Bevölkerung werden Fachkräfte aber händeringend gesucht.  © IMAGO/Alfredo Ruiz
Wer noch nicht überzeugt wurde: Japan hat mit 84,4 eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Das liegt an der Gesundheitsversorgung, die nach allen Parametern zu den Spitzenreitern gehört.
Wer noch nicht überzeugt wurde: Japan hat mit 84,4 eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Das liegt an der Gesundheitsversorgung, die nach allen Parametern zu den Spitzenreitern gehört. Und ganz nebenbei beeindruckt auch Japan mit einer wunderschönen Natur.  © IMAGO/Alfredo Ruiz

Grund für die „Teilzeitfalle“ der Mütter sei die „unzureichende Betreuungssituation“, erklärt das IW. Für Kinder unter drei Jahren fehlten trotz Rechtsanspruch 300.000 Kitaplätze. Besonders in ärmeren Vierteln mangele es nach Zahlen des IW häufig an Kitas. Einen weiteren Engpass gebe es bei der Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. „Besser als mit Sonntagsreden wäre die Politik zum Muttertag damit bedient, diese Lücken zu schließen“, so die Kritik der Fachleute zum Muttertag.

Teilzeitbeschäftigte Mütter zahlen weniger in die Rente ein – und bekommen im Alter weniger

Durch die fehlenden Betreuungsangebote bleibt die Arbeit bei den Eltern hängen. In den meisten Fällen übernehmen die Frauen diese Aufgabe. Über Teilzeit – oder gar eine vollständige Auszeit – erhalten die Frauen ein entsprechend niedrigeres Gehalt. Damit zahlen sie auch geringere Beiträge in die Rente – bei einer vollständigen Auszeit der Erwerbsarbeit gar keine.

Die Höhe der Rente richtet sich dabei jedoch nach den gesammelten Entgeltpunkten. Wie viele Punkte Erwerbstätige pro Jahr sammeln, hängt vom eigenen Gehalt im Verhältnis zum Durchschnittsgehalt ab. Liegt es genau im Schnitt, bekommen sie einen Punkt. Ist es darüber oder darunter, gibt es entsprechend mehr beziehungsweise weniger. Ab dem 1. Juli 2025 entspricht ein Entgeltpunkt 40,79 Euro im Monat. Davor sind es 39,32 Euro.

Mütterrente soll Erziehungszeiten kompensieren

Die Sorgearbeit gleicht der Staat immerhin über die umgangssprachliche Mütterrente aus. Pro Kind bekommt der Elternteil, meistens die Mutter, der die Erziehung übernimmt, drei Jahre als Erziehungszeit bei der Rente angerechnet. Pro Jahr Erziehungsarbeit gibt es einen Rentenpunkt – und damit insgesamt nach Erhöhung ab Juli 2025 122,37 Euro pro Monat Rente mehr. Aktuell profitieren Eltern mit Kindern ab dem Geburtsjahr 1992 von der vollen Mütterrente, doch die neue Regierung will auch Frauen gleichstellen, die vor 1992 Kinder bekommen haben.

Zusätzlich werden nach der Geburt eines Kinders zehn Jahre als Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung angerechnet. Das hilft, um Mindestversicherungszeiten zu erfüllen, so dass die Mütter überhaupt eine Rente erhalten können. Ergänzend haben die Mütter die Option, freiwillig Rentenpunkte zu kaufen.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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