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Fachkräfte fehlen

Kita-Krise: Zahl der Beschäftigten steigt – doch der Engpass bleibt

Die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher nimmt seit Jahren zu, trotzdem fehlen Hunderttausende Plätze für die Kinderbetreuung. Was ist die Ursache der Kita-Krise?

Frankfurt – Der Bedarf an Kinderbetreuung in Deutschland ist enorm. Hunderttausende Einrichtungen fehlen laut Einschätzung von Fachleuten. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung fehlen über 400.000 Plätze – die Kita-Krise hat dementsprechend auch Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche. Doch es gibt ein zentrales Problem: In den Kitas herrscht ein Fachkräftemangel.

Kita-Krise nimmt zu – dabei steigt die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher

Dabei steigt die Zahl der Beschäftigten in der Kinderbetreuung und Erziehung seit Jahren kontinuierlich an, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilt. 2014 gab es 691.000 Beschäftigte, 2024 waren es 1,03 Millionen. Im Vergleich zu vor zehn Jahren gebe es damit einen Zuwachs von fast 50 Prozent.

Kita-Personal am Limit: Überstunden, Zeitdruck und hohe Belastungen wie etwa Lärm machen den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher unattraktiv – und tragen mit zum Fachkräftemangel bei. (Symbolfoto)

Auch im Vergleich zu 2023 ist die Zahl der Beschäftigten um drei Prozent gestiegen, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch, 12. März. Doch diese Zahlen beruhen nicht allein auf Beschäftigten in Kitas. Drei Viertel der Beschäftigten arbeiteten in Kindergärten und -krippen. Auch Personal in Kinderheimen, Schulen und Privathaushalten zähle zu der Berufsgruppe.

Kaum Beschäftigte für neue Kitas – stattdessen wird umverteilt

Mit 1,7 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit laut der Arbeitsagentur unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. „Auch deshalb zählt das Berufsfeld in der Engpassanalyse der BA zu den Engpassberufen“, heißt es weiter.

Dementsprechend schwer fällt es den Kommunen, neue Betreuungsplätze zu schaffen und neue Einrichtungen zu eröffnen. Aufgrund des Fachkräftemangels werde jedoch Personal von bestehenden Kitas abgezogen, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Damit werde die Personaldecke in den Einrichtungen immer dünner und der Personalmangel wachse. Der Paritätische Gesamtverband berichtete, dass im Schnitt pro Einrichtung 2,6 Stellen vakant seien. 125.000 Stellen von pädagogischen Beschäftigten seien damit unbesetzt.

Arbeitsbedingungen machen Beruf der Erzieherinnen und Erzieher unattraktiv

Ein Problem ist die Belastung der Kita-Beschäftigten, wie Umfragen unter ihnen zeigen. 85 Prozent Befragten einer Umfrage der Gewerkschaft Verdi und der Hochschule Fulda gehen krank zur Arbeit. Genauso viele fühlen sich gehetzt und unter Zeitdruck. 80 Prozent machen Überstunden, während zwei Drittel ihre Pausen ausfallen lassen. Ähnlich viele (60 Prozent) können ihre Überstunden nicht ausgleichen.

Mehr als die Hälfte erklärte in einer Verdi-Arbeitszeitbefragung zudem, die Zahl der Beschäftigten in der Kita habe abgenommen, 72 Prozent gaben an, dass Stellen nicht besetzt seien. Ursachen sind die Arbeitsmarktlage sowie unattraktive Arbeitsbedingungen. Fast alle von Verdi befragten Erzieherinnen und Erzieher arbeiteten demnach für fehlende Kolleginnen mit.

Teufelskreis verschärft Kita-Krise – denn Fachkräfte erwägen Wechsel

Die Arbeitsbedingungen verschärfen demnach den Fachkräftemangel – und damit die Kita-Krise: 78 Prozent möchten ihre Arbeitszeit verkürzen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat die Zahlen im „Kita-Krisenbuch“ veröffentlicht. 86 Prozent gehen davon aus, nicht ohne Einschränkungen bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten zu können.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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