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Eine Million Euro allein in München

So holen sich Mieter überteuerte Heiz- und Nebenkosten zurück: „Gegen Abzocke“

Große Immobilien-Konzerne verlangen oft zu viel Geld von den Menschen. Nun sorgt ausgerechnet eine Partei in vielen Fällen für Aufklärung.

München – Das Wohnen wird in Deutschland immer teurer. Steigende Mieten und Baupreise machen Millionen Menschen seit Jahren zu schaffen. Zusätzlich explodierten seit dem Ukraine-Krieg für viele die Heiz- und Nebenkosten. Teils zu Unrecht, wie immer öfter klar wird. Große Immobilienkonzerne bitten Mieterinnen und Mieter zu stark zur Kasse. Das wird nun besonders durch die Linke deutlich. Mit ihrem Haustürwahlkampf macht die Partei Menschen auf zu hohe Kosten aufmerksam. Und hat damit großen Erfolg, wie sie sagt. Mit einer Doppelstrategie werden die Menschen entlastet.

„Gegen Abzocke vorgehen“: Wie sich Mieter überteuerte Heiz- und Nebenkosten zurückholen

Seit Oktober 2024 haben die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer der Partei laut eigener Aussage an fast 400.000 Häusern geklingelt und geklopft. „Dabei erkundigen sie sich nicht nur nach den Sorgen der Menschen, sondern bringen auch praktische Unterstützung mit – vor allem in Bezug auf die größte Sorge: die steigenden Miet- und Nebenkosten“, sagt Parteivorsitzender Jan van Aken gegenüber dem Münchner Merkur. „Viele Vermieter verlangen von ihren Mieterinnen und Mietern nicht nur zu viel, sondern oft auch mehr, als sie dürfen. Die Linke hilft den Menschen, ihre Rechte geltend zu machen – und dabei geht es häufig um erhebliche Geldbeträge.“

Linken-Parteichef Jan van Aken (Mitte) tritt als einer von zwei Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl an und will die Partei wieder ins Parlament bringen. Im Gespräch mit IPPEN.MEDIA-Bundestagsreporter Moritz Maier (links) rief er das Ziel von sieben Prozent aus.

Allein in München hat die Linke für Mieterinnen und Mieter demnach laut Aussage des Parteichefs „über eine Million Euro zurückgeholt“. Die Hälfte davon sei auf „überteuerte Gasverträge, die Vonovia ein ganzes Jahr lang für 420 Haushalte in der Alten Heide laufen ließ“, entfallen. Dabei bezieht sich die Partei auf einen Vorfall von 2024, als Mieterinnen und Mietern einer Wohnsiedlung teils vierstellige Heizkosten-Nachzahlungen in den Briefkasten flatterten. Zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Nachdem der eigentliche Energielieferant absprang, sollte ein teils viermal so teurer Ersatzversorgertarif drei Monate gelten, ehe der Immobilienkonzern Vonovia auf einen günstigeren Anbieter wechselt. Dieser Wechsel kam jedoch nicht zustande, das Unternehmen räumte ein „Versäumnis“ ein. Aufmerksam auf diesen Missstand machte damals die Münchner Linke.

20 Milliarden Euro für sozialen Wohnungsbau

Die anderen 500.000 Euro Entlastungen stammen laut van Aken aus der Heizkostenaktion der Linken. Über eine Plattform, die die Partei ins Leben gerufen hat, können Menschen ihre Nebenkostenabrechnung kostenlos und vertraulich einreichen und die Partei prüft, ob der Vermieter die Heiz- und Warmwasserkosten falsch berechnet. Hintergrund: Wenn Nebenkosten nicht pro Wohnung, sondern pauschal für ein ganzes Haus abgerechnet werden, liegt der Betrag oft zu hoch. Im Münchner Viertel Harthof konnten so laut Linken 15 Prozent der Nebenkosten zurückgefordert werden. Parteichef und Spitzenkandidat van Aken zeigt sich zufrieden: „Die Haustürteams der Linken ziehen systematisch durch die betroffenen Gebiete und bringen die Mieterinnen und Mieter zusammen, um gemeinsam gegen die Abzocke vorzugehen.“

Van Aken weist auch auf andere Städte hin: „Der bislang größte Fall wurde gerade in Berlin aufgedeckt: Dort sind bis zu 2.000 Wohnungen an der Karl-Marx-Allee betroffen. Auch hier unterstützt Die Linke die Mieterinnen und Mieter dabei, sich zu organisieren und ihre Rechte einzufordern.“ Im Wahlkampf fordert die Partei in einer 9-Punkte-Investitionsoffensive neben 20 Milliarden Euro für gemeinnützige Wohnungen einen flächendeckenden Mietendeckel sowie, Büro- und Gewerbeflächen zu Wohnraum umzubauen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Wolfgang Filser

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