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Teures Wohnen

Wie leere Büros bei der Wohnungsnot helfen können

Die Linke fordert eine Investitionsoffensive im sozialen Wohnungsbau. Sie blickt auf leere Büros, die günstig umgebaut werden können - wenn der Wille da ist.

Berlin – Das Wohnen wird in Deutschland immer teurer. Mieten und Baupreise steigen, die Politik verfehlt ihre selbst formulierten Neubauziele seit Jahren. Diverse Versuche aus Berlin, die Braubranche durch Förderungen anzukurbeln und mittels Hilfen wie dem Wohngeld hohe Mieten zu reduzieren, helfen bisher höchstens sporadisch. Ein Branchen-Bündnis aus Bau- und Mieterverbänden beklagte im vergangenen Jahr bereits 800.000 fehlende Wohnungen. Doch wo sollen die herkommen, wenn der Neubau zu teuer ist? Linken-Chefin Ines Schwerdtner nimmt im Zuge einer Investitionsoffensive ihrer Partei nun Gewerbebauten in den Blick – und verweist auf den günstigen Umbau dieser zu Wohnraum.

6,7 Millionen Quadratmeter Leerstand in deutschen Metropolen

„Wir brauchen in Deutschland endlich mehr bezahlbaren Wohnraum. Dafür wollen wir zum Beispiel mit dem Mietendeckel die Mieten im Bestand senken“, sagt Linken-Co-Vorsitzende Schwerdtner gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Wir brauchen aber auch neuen Wohnraum. Dafür wollen wir in öffentlicher und genossenschaftlicher Hand bauen. Doch nicht aller neue Wohnraum muss in neuen Gebäuden entstehen.“ Die Linke fordert in einer 9-Punkte-Investitionsoffensive neben 20 Milliarden Euro für gemeinnützige Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen zu Wohnraum umzubauen.

Immer mehr Büroflächen in deutschen Metropolen stehen leer. Die Linke fordert nun, diese verstärkt in Wohnraum umzuwandeln.

6,8 Prozent der Büroflächen in den sieben größten deutschen Städten stehen laut Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) leer. „Das sind 6,7 Millionen Quadratmeter Leerstand – meistens in bester Lage“ heißt es dazu im Forderungspapier der Linken. Die Idee der Partei: „Gemeinnützige Wohnungen müssen nicht im Neubau, sondern können auch im Bestand entstehen. [...] Die Kosten für den Umbau von Bürogebäuden liegen nur bei circa einem Drittel im Vergleich zum Neubau“, schreiben die Linken in ihrer Investitionsoffensive.

Home-Office sorgt für weniger Bedarf an Büroflächen

Dabei bezieht sich die Partei, die um den Wiedereinzug in den Bundestag kämpft, auf eine Analyse der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) aus dem Jahr 2020. Darin rechnet die ARGE vor, dass zum Stand der damaligen Baukosten ein „zeitgemäßer Neubau“ knapp 3000 Euro pro Quadratmeter kostete. Bei einer Vollmodernisierung eines alten Gebäudes lagen die Kosten mit 2200 Euro pro Quadratmeter deutlich niedriger. Am günstigsten ist in der Analyse mit rund 1100 Euro der Umbau einer Bürofläche. Die Rechnungen beziehen sich auf damals bereits fertiggestellte Bau- beziehungsweise Umbaumaßnahmen.

Laut ARGE hat das Umfunktionieren der Büroflächen neben dem Preis noch andere Vorteile. Die Wohnungen „wären energieeffizient, barrierefrei und alten- und generationengerecht.“ Parteichefin Schwerdtner nimmt diese Häuser nun in den Fokus. „Da werden Bürogebäude in Massen am Bedarf vorbei gebaut, als Anlageobjekte oder mit schlechter Ausstattung. Statt die Gebäude Staub ansetzen zu lassen, sollten wir etwas Neues damit machen. Und was wir brauchen, sind bezahlbare Wohnungen“, so die Linke. Preis, Lage, und bereits vorhandene Bausubstanz sprechen Schwerdtner zufolge für die Umnutzung. „Gerade in angespannten Wohnlagen entsteht damit Wohnraum in Innenstädten. Also genau da, wo viele Menschen arbeiten und einkaufen. Damit wird nebenbei die Verkehrsbelastung verringert.“

In Städten werden künftig noch mehr Büros frei

Besonders seit der Corona-Pandemie und dem flächenmäßigen Aufkommen vom Arbeiten im Home-Office haben den Leerstand in Büros seit 2020 anwachsen lassen. Zwar holen manche Unternehmen ihre Angestellten mit der Abschaffung des Zuhause-Arbeitens nun wieder zurück, andere Betriebe benötigen aber weiterhin nicht mehr so große Flächen wie noch vor einigen Jahren. Das Ifo-Institut prognostiziert, dass der Bedarf an Büroflächen in den sieben größten deutschen Städten bis 2030 um über ein Zehntel sinkt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/R. Rebmann

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