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Energiewirtschaft

China ignoriert wichtige Russland-Sanktionen – und will Trump testen

Eigentlich steht das russische Arctic LNG 2 unter Sanktionen. China erwirbt dennoch LNG von dem Projekt. Experten gehen von einem Test aus.

Peking – Seit Monaten versucht der Westen, Russlands Energiesektor zu schwächen. Zuletzt zeigte sich, dass dies gelingt: Mehrere wichtige Gas- und Ölkonzerne in Russland vermeldeten massive Verluste. Die westlichen Sanktionen spielen dabei keine unwichtige Rolle. Allerdings hat der Kreml nach wie vor Handelspartner, auf die er sich mehr oder weniger verlassen kann.

„Nicht von Bedarf gelenkt“ – China kauft Putins LNG und stärkt Russlands Wirtschaft

Offenbar hat ein Tankschiff, das russisches LNG (Flüssigerdgas) geladen hat, an einem chinesischen Hafen angedockt. Laut dem Nachrichtenportal Bloomberg stammt das Gas vom eigentlich unter US-Sanktionen stehenden Projekt Arctic LNG 2. Das Schiff habe in der letzten Augustwoche am Hafen in Beihai angelegt. Es soll sich offiziell um das erste Schiff handeln, das Treibstoff von der sanktionierten russischen Fabrik zu einem chinesischen Import-Terminal bringt.

Wladimir Putin (links) und Xi Jinping (rechts). Eigentlich steht das russische Arctic LNG 2 unter Sanktionen. China kauft trotzdem LNG von dem Projekt. Experten gehen von einem Test aus.

Diese Gaslieferung an einen chinesischen Hafen soll ein Test sein – so wollen Russland und China die Reaktion der USA testen, glauben Experten. „Diese Transaktion kommt ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem der chinesische Bedarf für LNG fast nicht da ist, weil es viel nachkauft und außerdem der Bedarf eher gering ist“, mahnt Jan-Eric Fähnrich, ein Analyst bei Rystad Energy. „Also ist diese Aktion nicht von Bedarf gelenkt, sondern darauf ausgerichtet, Washingtons sanftere Haltung gegenüber Russland-Sanktionen zu testen.“

Jetzt komme es auf die Reaktion von US-Präsident Donald Trump an. Fällt diese zu seicht aus, könnte China das als Zeichen sehen, die LNG-Importe aus Russland anzukurbeln. China gilt als einer von Russlands größten Handelspartnern und stemmt fast ein Drittel aller russischen Exporte. Außerdem ist das Land der größte Käufer russischen Öls. Die so eingenommenen Milliarden helfen Russland dabei, den Ukraine-Krieg weiter zu finanzieren.

Vormacht beim LNG – Putins Wünsche für Russlands Wirtschaft

Tatsächlich schwebt dem Kreml-Chef Wladimir Putin beim LNG Großes vor. Noch im Jahr 2019 hatte er angekündigt, die LNG-Produktion des Landes werde bis 2035 die 120-140 Megatonnen erreichen. Das würde Russland zu einem der größten drei LNG-Hersteller des Planeten machen. Außerdem sollte das Land so seine Position als größter Gasexporteur ausbauen.

Dabei spielt das sogenannte Arctic LNG 2 eine größere Rolle. Angeführt vom Unternehmen Novatek PJSC, sollte Arctic LNG 2 seine LNG-Exporte bis 2030 verdreifachen und damit völlig neue Gasmärkte für Russland offen. Das wäre auch wegen des Wegbrechens der europäischen Käufer notwendig.

Im Juli 2025 gingen die russischen Einnahmen aus dem Verkauf von LNG um 19 Prozent zurück, verglichen mit dem Vormonat. Die Exportmenge schrumpfte um 21 Prozent. Wie das Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) berichtete, handelte es sich um den vierten Rückgang in Folge. Die EU war trotz allem noch der größte Käufer und nahm 51 Prozent der russischen Exporte ab. China (21 Prozent) und Japan (18 Prozent) kauften weniger ein als die Europäer.

EU-Sanktionen gegen den Kreml – LNG-Verkäufe sollen enden

Gleichzeitig versucht die EU, Russlands Einnahmen aus dem Gasverkauf weiter zu beschneiden. Unter anderem hatte sie die Nutzung europäischer Häfen für die Verschiffung von LNG verboten. Diese Maßnahme zwingt Russland dazu, Umwege zu finden und entsprechend draufzuzahlen. Die EU teilte weiter mit, künftige Investments in russische LNG-Projekte zu untersagen; Exporte an solche Projekte ebenso.

Im Juni 2025 wurde außerdem bekannt, dass die EU ein verbindliches Verbot gegen die Importe von russischem LNG und Erdgas einsetzen will, das ab Ende 2027 gelten soll. Allerdings gibt es nach wie vor Länder, die von diesen Lieferungen abhängig sind: Konkret betrifft das Ungarn und die Slowakei. Beide Länder hatten sich in der Vergangenheit öfter beschwert, wenn es um russische Energiesanktionen ging. Verwundern kann das nicht – sie sind in erheblichem Maße von den Gaslieferungen abhängig und tun sich schwer damit, Alternativen zu finden.

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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