Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neuer Umweltbonus

Britisches Förderprogramm für E-Autos: Weckruf für deutsche Politik?

Über 700 Millionen Euro investiert Großbritannien in erschwingliche Elektroautos. Das Modell könnte auch für Deutschland ein Signal zur Neuausrichtung der Förderung sein.

London/München – Mitten im Sommer hat die britische Regierung ein neues Kapitel in ihrer E-Mobilitätsstrategie aufgeschlagen: 650 Millionen Pfund (über 700 Mio. Euro) stehen bereit, um den Kauf von Elektroautos mit einem Netto-Listenpreis unter 37.000 Pfund (ca. 42.440 Euro) zu fördern. Käuferinnen und Käufer erhalten den Plänen zufolge bis zu 4301 Euro Rabatt, der direkt beim Händler abgezogen wird – ohne komplizierte Anträge. Besonders Menschen mit kleinerem Budget soll der Umstieg auf ein E-Auto mit der neuen Förderung erleichtert werden.

Aktuell befindet sich das im Juli vorgestellte Programm (Teil von „Plan for Change“) noch in der Vorbereitungsphase. Hersteller müssen sich zunächst registrieren und nachweisen, dass ihre Modelle bestimmte Klimaziele erfüllen. Eine erste Liste der förderfähigen Fahrzeuge soll demnächst erscheinen.

Neue E-Auto-Förderung in Großbritannien erzeugt breiten Anklang

Aus wirtschaftspolitischer Sicht ebenfalls bemerkenswert: Chinesische Hersteller wie Leapmotor, MG oder Great Wall Motor (GWM) sollen Berichten zufolge ganz oder zumindest teilweise ausgeschlossen werden.

Der britische Markt hat offenbar schon kurz nach der Ankündigung der neuen Elektroauto-Förderung kräftig reagiert: Laut der Autokauf-Plattform Carwow wuchs die Nachfrage nach E-Autos unterhalb der Fördergrenze um weit über 100 Prozent. Selbst höherpreisige Modelle hätten deutlich zugelegt. Zudem verzeichnete das Portal deutlich mehr Besuche auf den Informationsseiten zur Förderung – ein Zeichen für das enorme Interesse an günstigen Stromern.

Autohersteller reagieren auf neue Elektroauto-Förderung mit Preisschlacht

Bemerkenswert ist laut Carwow die Reaktion chinesischer Autobauer: Sie boten umgehend Rabatte in Höhe der staatlichen Förderung Großbritanniens an, unabhängig davon, ob sie offiziell daran teilnehmen dürfen. BYD bietet als Reaktion zwar keinen Rabatt auf neue Elektroautos, dafür jedoch fünf Jahre lang kostenlose Wartung für die Kundschaft.

Eine Elektroauto-Förderung wie in Großbritannien könnte in Deutschland die Verbreitung von E-Mobilität beschleunigen.

Auch europäische und koreanische Marken wie Alfa Romeo und Kia hätten prompt reagiert und gewähren seit der Bekanntgabe höhere Preisnachlässe auf E-Modelle. Carwow Deutschland sieht in dem britischen Modell ein positives Beispiel für die hiesige Förderpolitik:

Elektroauto-Förderung: Autokauf-Experte sieht in Briten-Modell „starken Hebel“

Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende erklärt in einem veröffentlichten Schreiben: „Die aktuelle Entwicklung in Großbritannien zeigen eindrucksvoll, wie wirkungsvoll direkte Zuschüsse für E-Autos sein können – vor allem, wenn sie bei den Endkund:innen ankommen.“

Der Plattform-Manager fordert, dass die deutsche E-Auto-Förderung stärker privaten Käufern zugutekommen sollte: „Statt auf Flottenförderung zu setzen, braucht es niedrigschwellige, direkt wirksame Zuschüsse im unteren und mittleren Preissegment.“ Sayler von Amende zufolge entscheide sich genau dort, ob der Umstieg auf E-Mobilität „auch für breite Bevölkerungsschichten realistisch“ ist. „Eine niedrigschwellige, direkt wirkende Förderung wäre ein starker Hebel, um die Verkehrswende sozial gerecht und wirtschaftlich sinnvoll voranzubringen“, führt der Autokauf-Experte aus.

Plattform Carwow steigt in den deutschen Gebrauchtwagenmarkt ein

Neben der Diskussion um die E-Auto-Förderung treibt Carwow auch die eigene Weiterentwicklung voran: Die bisherige Neuwagen-Plattform will sich breiter aufstellen und steigt laut einem Bericht der Automobilwoche auch in den Handel mit Gebrauchtwagen ein.

Privatkunden können künftig ihr Fahrzeug über Carwow an Händler verkaufen, die diese Gebrauchtwagen dann wiederum auf der Plattform anbieten. Damit betritt das Unternehmen einen Markt, der bislang von den zwei großen Konkurrenten Autoscout24 und Mobile.de dominiert wird.

Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind

Opel Rocks-e
Opel Rocks-e: Mancher dürfte sich fragen, ob das überhaupt noch ein vollwertiges Auto ist. Gesetzlich ist er es wie alle Kleinstwagen nicht. Wer ihn fahren will, benötigt lediglich die Führerscheinklasse AM. Somit kann er schon ab 15 Jahren bewegt werden. Der Elektromotor leistet 8 PS und beschleunigt den Mini-Stromer auf 45 km/h. Mehr geht nicht. Die 5,5-kWh-Batterie reicht für eine Reichweite von 75 Kilometern. Danach muss der 2,41 Meter lange Opel Rocks-e für rund vier Stunden an die Steckdose. Kostenpunkt: rund 8.000 Euro © Opel
Renault Twizzy
Renault Twizy: Der kleine Franzose ist so etwas wie der Opa unter den Mikro-Elektroautos. Schon seit 2012 ist der Twizy in der Modellpalette von Renault zu finden. Mit 2,34 ist er etwas größer als Rocks-e und Ami. Statt nebeneinander nehmen die zwei Insassen hintereinander Platz. Seitenscheiben gibt es nur als Zubehör. Preislich geht es ab 11.450 Euro los. Wie die größere Version fahren will, benötigt jedoch einen richtigen Führerschein. Die Reichweite gibt Renault mit 90-100 Kilometern an. © Renault
City Transformer CT1
City Transformer CT1: Auch in Israel hat man die Mikro-Elektroautos für sich entdeckt. Der CT1 vom Start-up City Transformer macht seinem Namen dabei alle Ehre. Denn die Spurweite des Mini-Stromers lässt sich anpassen. Angetrieben wird er von zwei Elektromotoren an der Hinterachse. Das Start-up verspricht bis zu 180 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Wer den CT1 vorbestellt, zahlt 13.000 Euro, später soll er dann 16.000 Euro kosten. © City Transformer
Das Elektroauto e.GO Life
e.Go Life: Mit seinen 3,3 Metern ist der e.Go Life im Vergleich zu den andren Mini-Stromern fast schon ein Riese. Der 77 PS starke Elektromotor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. In der Stadt soll er bis zu 206 km weit kommen. Kombiniert liegt die Reichweite bei 139 Kilometern. Wegen der Insolvenz von e.Go im Sommer 2020 wurde der Life zeitweise nicht gebaut. Dasd Geschäft wurde aber von der Next.E.Go Mobile SE übernommen. Mit dem e.wave X steht auch schon ein Life-Nachfolger bereit. © Marius Becker/dpa
Microlino 2.0.
Microlino 2.0: Von 1955 bis 1962 baute BMW das Leichtfahrzeug Isetta. Bis heute ist der Kleinstwagen Kult und feiert nun sein Comeback. Zumindest ähnelt der Microlino 2.0 der Isetta sehr. Angeboten wird der Mikro-Stromer in drei Batterieversionen mit 95, 175 und 230 km Reichweite. Der 20 PS starke Elektromotor beschleunigt das nur 450 Kilogramm schwere Mobil auf 90n km/h. Mit 14.990 Euro ist der Microlino jedoch nicht grade billig. © Arnulf Hettrich/Imago
Elaris Pio
Elaris Pio: Mit 2,81 Meter Länge bleibt dieser Elektro-Zwerg noch unter der Drei-Meter-Marke. In diesem Bereich verschwimmen die Grenzen zwischen Mikro-Auto und Pkw. In Sachen Antrieb befindet sich der Pio jedoch bei den Mikro-Stromern. Grade einmal 49 PS leistet der Elektromotor. Der Akku kommt auf 27 kWh und reicht für 225 Kilometer. Preislich liegt der Pio bei 21.900 Euro. © Elaris
FreZE Nikob EV
FreZE Nikob EV: In China ist der Elektro-Zwerg unter dem Namen Wuling Hongguang Mini EV bereits sehr erfolgreich. Damit das auch in Europa der Fall ist, brauchte es neben einem neuen Namen auch mehr Sicherheit und Energieeffizienz. Heißt: ESP, Airbags, neue Räder und eine LED-Beleuchtung. Angeboten wird das Nikob EV mit einer 13,8-kWh-LFP-Zelle mit 200 km Reichweite. Kosten soll das kleine Elektroauto 16.000 Euro. © Wulling
Elektrofrosch Bob Four
Elektrofrosch Bob Four: So ganz weiß man ja nicht, was dieses Gefährt sein möchte. Offiziell handelt es sich bei dem Elektrofrosch Bob Four um einen Kabinenroller. Entsprechend ist bei 45 km/h Schluss. Rund 100 Kilometer soll der Elektrofrosch kommen und das für grade einmal 8.990 Euro. Neben dem Bob Four hat Elektrofrosch noch weitere Mikromobile im Angebot.  © Elektrofrosch
Ari 802
ARI 802: Mit 2,22 fällt der Ari 802 sehr klein aus. Mit 643 Kilogram ist er zudem auch noch sehr leicht. Daher reichen 10 PS auch um den Kleinstwagen auf Tempo 80 zu bringen. In den Versionen 252 und 452 sind nur 25 beziehungsweise 45 km/h drin. Die Reichweite gibt Ari mit 120 bis 250 Kilometern an. Preislich schlägt der Ari 802 mit 10.990 Euro zu Buche.  © Ari

Neuer Umweltbonus? Nachholbedarf bei sozialer Gerechtigkeit

Die Debatte um die richtige Förderung von Elektroautos ist in Deutschland allgegenwärtig. Während die britische Regierung mit dem neuen Modell gezielt auf erschwingliche Modelle setzt, profitieren hierzulande vor allem Flottenkunden und Besserverdienende von finanziellen Vorteilen. Gleiches gilt für die hiesigen Autokonzerne.

Viele Expertinnen und Experten fordern deshalb von der Regierung um Bundeskanzler Friedrich Merz eine sozial gerechtere Ausrichtung der Förderpolitik. Damit könnten auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel bei einem neuen Umweltbonus-Programm vom Wandel hin zur E-Mobilität profitieren. (PF)

Rubriklistenbild: © avalon.red/NurPhoto/Imago; Bildmontage: IPPEN.MEDIA

Kommentare