Neues Gesetz
Neue E-Auto-Förderung unter Merz: Diese Autohersteller profitieren
Der Finanzminister will E-Auto-Herstellern mit einer Sonderabschreibung Aufwind verschaffen. Die Maßnahme kommt besonders den deutschen Autobauern zugute.
Berlin - Der Kauf eines reinen Elektroautos soll für Unternehmen steuerlich attraktiver werden. Dazu sieht ein geplantes Gesetz neue Abschreibungsmöglichkeiten vor: Wer sich ein neues betrieblich genutztes E-Auto anschafft, könnte dann im Kaufjahr 75 Prozent der Kosten steuerlich abschreiben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Im auf den Kauf folgenden Jahr ließen sich dann noch 10 Prozent absetzen, im zweiten und dritten Folgejahr jeweils 5 Prozent, im vierten Folgejahr 3 Prozent und im fünften Folgejahr 2 Prozent. Die Sonderregelung soll für Käufe nach dem 30. Juni und vor dem 1. Januar 2028 gelten.
Die steuerliche Entlastung von E-Autos soll den Markt für Elektroautos anschieben
Die Pläne gehören zu den anstehenden Steuerentlastungen der Bundesregierung für die Wirtschaft. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will erreichen, dass Unternehmen wieder mehr investieren und aus der Krise kommen. Dafür beschloss das Kabinett in Berlin ein milliardenschweres Paket mit erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten für Maschinen und Elektrofahrzeuge, das Firmen zu Investitionen animieren soll. Die steuerliche Behandlung von Elektroautos als Dienstwagen gehört dazu. Sie soll zugleich den Kauf von Elektroauto ankurbeln, der zuletzt ins Stocken geraten war. Nach dem abrupten Stopp der staatlichen Förderung Ende 2023 war der Absatz von Elektroautos eingebrochen.
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So macht die ganz große Mehrheit der privaten Autobesitzer in Deutschland beim Kauf eines neuen Wagens nach wie vor einen großen Bogen um Elektrofahrzeuge: Im ersten Quartal lag der Anteil reiner Elektroautos in den Privathaushalten nach einer Analyse des Autoversicherers HUK Coburg bei drei Prozent, und das Wachstum von Quartal zu Quartal lag fast unverändert bei lediglich 0,1 Prozent. „Im entscheidenden Markt der Privatleute kommen E-Autos fast kaum an“, sagte HUK-Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann laut dpa. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf batteriebetriebene, vollelektrische Autos. Hybridmotoren wurden hingegen nicht erfasst. Als Quelle wurden die unternehmenseigenen Daten herangezogen, die der Autoversicherer durch den Geschäftsbetrieb von seinen Kunden erhält.
E-Dienstwagen: Deutsche Autokonzerne profitieren
Zumindest bei den Dienstwagen sollen nun die steuerlichen Vorteile für einen Schub sorgen. Nach Angaben des Marktbeobachtungsunternehmens Dataforce dürften vor allem E-Dienstwagen „Made in Germany“ profitieren, berichtet das Handelsblatt. Im ersten Quartal 2025 stammten rund 64 Prozent aller neu zugelassenen E-Dienstwagen von Marken mit Produktionsstätten in Deutschland. Dazu zählen VW, BMW, Mercedes, Audi, Porsche, Opel und Ford. Bezieht man die ausländischen VW-Töchter Skoda und Cupra aus Spanien mit ein, liegt der Anteil sogar bei 83 Prozent.
Die Pläne von Lars Klingbeil seien „ein Geschenk an die Elektroautoindustrie und hier vor allem an die deutschen Hersteller“, sagte der Branchenkenner Frank Schwope von der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover. Dabei brauche es diese Schubwirkung bei Dienstwagen nicht wirklich, sagte er dem Handelsblatt: „Wir haben zuletzt ein großes Wachstum bei E-Autos gesehen, gerade im Bereich der Dienstwagen.“ Tatsächlich ist dem Bericht zufolge die Zahl der Elektrozulassungen bei Dienstwagen im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent gestiegen.
Die meisten Zulassungen von Elektroautos als Dienstwagen fallen auf den VW-Konzern
Die Deutschen fahren gerne deutsche Dienstwagen, und daran hat sich auch im Zeitalter der Elekro-Fahrzeuge nichts geändert. Von dem stabilen Kaufverhalten profitiert besonders der VW-Konzern. Der meistverkaufte Dienstwagen war im ersten Quartal somit auch der VW ID.7. Er kam auf mehr als 6000 Zulassungen. Auch der Skoda E-SUV Enyak, mit einem Preis je nach Ausstattung zwischen 50.000 und 60.000 Euro, kommt den Angaben von Dataforce zufolge mit 5600 Zulassungen gut in den Betrieben an. Bei den Premiumanbietern gehört der Kompakt-SUV iX1 vom deutschen Wettbewerber BMW mit rund 1700 Zulassungen zu den beliebtesten Modellen.
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