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Überraschungen auf Weltklasseniveau
Die erstaunliche Rangliste der WM-Torschützen des FC Bayern
Der FC Bayern zählt zu den Vereinen, deren Spieler die bisherigen 22 Fußball-Weltmeisterschaften am meisten geprägt haben. Dies ist auch an der ewigen Torschützenliste erkennbar.
Deutschland liegt mit vier WM-Titeln zusammen mit Italien auf Platz 2 hinter Brasilien, welches den Weltpokal bereits fünfmal gewinnen konnte. Bei allen deutschen Triumphen standen Spieler des FC Bayern im Kader: War es 1954 beim „Wunder in Bern“ lediglich Hans Bauer, dominierten Münchner Kicker bei den Turnieren 1974 (7 Spieler), 1990 (6) und 2014 (7). So befanden sich auch regelmäßig Profis des Rekordmeisters unter den deutschen Toptorschützen wie auch bei den Turnier-Toptorjägern.
Absolut Bayern – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen des Rekordmeisters unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media.
Die ewige WM-Torschützenliste weist in den Top 10 insgesamt vier Spieler aus, die in ihrer Karriere das Trikot des FC Bayern getragen haben: Angeführt wird das Ranking von Miroslav Klose (16 Tore), der ausgerechnet bei der WM 2014 beim 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien Ronaldo um ein Tor überflügelte. Dieser hatte wiederum 2006 in Deutschland die FCB-Legende Gerd Müller um einen Treffer überboten. Während Klose und Ronaldo für ihre Rekorde jeweils vier Turniere benötigten, waren dem „Bomber“ die 14 WM-Tore bei lediglich zwei Turnieren gelungen: zehn bei der WM 1970 als Torschützenkönig und vier 1974. Im Endspiel im Münchner Olympiastadion krönte sein 2:1 Deutschland zum Weltmeister.
Das Ranking der WM-Torschützen im Trikot des FC Bayern
Die Top 10 sind extrem prominent besetzt, hinter den Top 3: 4. Lionel Messi und Just Fontaine (jeweils 13). Der legendäre Franzose erzielte diese Trefferanzahl in sechs Spielen bei seiner einzigen WM-Teilnahme 1958 (WM-Rekord!). 6. Pelé und Kylian Mbappé (jeweils 12). 8. Jürgen Klinsmann (1995 bis 1997 beim FC Bayern) und Sándor Kocsis vom ungarischen Wunderteam 1954 (je). 10. u. a. Thomas Müller, der jeweils fünf Tore bei der WM 2010 (Torschützenkönig) und als Weltmeister 2014 erzielte.
Weitere (Ex-)Bayernspieler, die sich in den Top 100 der ewigen WM-Torschützenliste befinden, wofür bislang mindestens fünf Turniertore notwendig waren: 16. Karl-Heinz Rummenigge 9; 25. Harry Kane 8; 42. Arjen Robben, Lothar Matthäus, James Rodríguez, Ivan Perišić (je 6); 68. Franz Beckenbauer, Lukas Podolski, Xherdan Shaqiri, Mario Mandžukić (je 5). Insgesamt haben folglich 14 Spieler der WM-Top-100-Torschützenliste während ihrer Karriere mehr oder weniger lang das Trikot des FC Bayern getragen.
Viele der genannten (ehemaligen) FCB-Spieler haben natürlich nur einen Teil ihrer WM-Tore während ihrer Münchner Zeit erzielt, einige sogar keinen einzigen (Klinsmann, Kane, Perišić, James, Podolski). Der Führende in dieser WM-Wertung, Klose, hat ein Viertel (4) seiner Turnier-Treffer als Bayernspieler erzielt (2010). Bei jeder WM traf er für einen anderen Klub: 2002 Kaiserslautern, 2006 Werder Bremen, 2014 Lazio Rom. Bayernlegende Matthäus war als Münchner Spieler sogar nur zweimal erfolgreich (je einmal 1986 und 1994).
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Dies gilt natürlich keineswegs nur für den FC Bayern: Ronaldo Il Fenomeno erzielte zwölf seiner Turniertreffer für Inter Mailand, lediglich drei für Real Madrid. Noch erstaunlicher ist Messis Bilanz: Bei seinen vier WM-Teilnahmen (2006–2018) als Barça-Spieler traf er sechsmal, 2022 als 35-Jähriger für PSG dagegen siebenmal.
Damit steht auch fest, dass Gerd Müller mit seinen 14 Toren (in 13 Spielen) nicht nur der beste WM-Schütze des FC Bayern ist, sondern auch der Torjäger in der WM-Geschichte, der die meisten Treffer für einen einzelnen Klub erzielt hat. Dahinter folgen Just Fontaine (Stade Reims) mit 13 Toren, Ronaldo (Inter), Pelé (FC Santos), Mbappé (PSG) mit jeweils 12, Kocsis (Honvéd Budapest) mit 11 und an siebter Stelle mit Thomas der zweite FCB-Müller.
Der langjährige FCB-CEO Karl-Heinz Rummenigge platziert sich mit acht WM-Treffern als Dritter im Münchner Ranking (plus das Finaltor 1986 als Inter-Spieler), Arjen Robben und Franz Beckenbauer mit jeweils fünf Toren als gemeinsame Vierte.
„Libero“ Kaiser Franz Beckenbauer – der erste FCB-WM-Torschütze
Gerade den jüngeren Fußballfans ist Franz Beckenbauer nur als der Erfinder des Liberos bekannt, der die DFB-Elf als Helmut Schöns Kapitän 1974 zur Weltmeisterschaft geführt hat. Dabei startete der junge Franz seine Karriere zunächst als Außenstürmer, dann in seinen ersten Profijahren als offensiver Mittelfeldspieler. Als solcher spielte er 20-jährig 1966 eine großartige erste WM in England, die für Deutschland mit dem legendären Wembleytor dramatisch als Vizeweltmeister endete.
Im ersten Gruppenspiel erzielte er beim 5:0-Kantersieg über die Schweiz den dritten und vierten Treffer für die DFB-Elf: tatsächlich die ersten beiden WM-Tore eines Bayern-Spielers. Am Ende wurde er mit vier Turniertoren hinter der portugiesischen Legende Eusébio (9) und seinem Teamkollegen Helmut Haller (6) zusammen mit dem englischen Dreifach-Torschützen des Endspiels Geoff Hurst Dritter in der Torschützenwertung des Turniers. Seinen fünften WM-Treffer erzielte er bei der WM-Revanche 1970 in Mexiko: Sein 1:2 leitete im Viertelfinale in einem legendären Spiel die Wende ein – durch weitere Tore von Uwe Seeler und Gerd Müller gewann Deutschland mit 3:2 gegen den amtierenden Weltmeister.
Die Bayern hatten auch schon bei den ersten Weltmeisterschaften regelmäßig Spieler für Deutschland gestellt: 1934 Siegmund Haringer, 1938 Ludwig Goldbrunner und Jakob Streitle, 1954 Hans Bauer und 1962 Willi Giesemann – allesamt Vereinslegenden und alle ausnahmslos Defensivspieler. So musste das erste FCB-Tor bei einem WM-Turnier auf die größte Legende der Klubgeschichte warten, die man heutzutage fast ausschließlich mit der Position des Liberos in Verbindung bringt.
Dass Tore bei WM-Turnieren auch für Toptorjäger keine Selbstverständlichkeit sind, dafür gibt es ausreichend Beispiele: Die FCB-BL-Torschützenkönige Roland Wohlfarth (1988/89 und 1990/91), Giovane Élber (2002/03) wie auch Claudio Pizarro und selbst Roy Makaay wurden kein einziges Mal für eine WM nominiert. Mario Gómez (Torjägerkanone 2010/11) traf bei zwei Turnieren kein einziges Mal, wie auch Robert Lewandowski in seiner achtjährigen Ära beim FC Bayern. Er wird bei für ihn eher kümmerlichen zwei WM-Treffern aus dem Katar-Turnier stehen bleiben.
Selbst der wahrscheinlich größte Torjäger der Fußballgeschichte, Cristiano Ronaldo (143 Tore in 226 Länderspielen), steht nach fünf Turnieren (2006–2022) bei lediglich acht Toren. Wenn beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nichts absolut Außergewöhnliches passiert, wird Gerd Müller der Torjäger bleiben, der die meisten WM-Treffer für einen einzigen Verein erzielt hat.