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Regelanpassungen und -vereinfachungen

Nach CL-Handspiel-Desaster des FC Bayern: Rummenigge fordert Konsequenzen

Die Art und Weise des CL-Ausscheidens gegen PSG wirkt beim FC Bayern weiter nach. Karl-Heinz Rummenigge übt scharfe Kritik an den Handspiel-Regeln und dem VAR.

Die Diskussionen rund um die umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichterteams um João Pinheiro im Champions-League-Halbfinalrückspiel zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain finden kein Ende. Nun hat sich dazu auch Karl-Heinz Rummenigge mit deutlichen Worten gemeldet. Der Ex-Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters und heutige Aufsichtsrat kritisiert im kicker-Interview insbesondere die aktuellen Handspielregeln: „Unser Spiel gegen PSG hat wieder einmal gezeigt, wie groß und dringlich der Reformbedarf dieser Handspielregel ist.“

Meinungsstarker Ex-FCB-CEO Karl-Heinz Rummenigge.

Den ehemaligen Weltklassestürmer stören dabei vor allem die zahlreichen Interpretationsmöglichkeiten: „Sie muss unbedingt wieder vereinfacht werden. Ich habe noch nie in einem Stadion derartige Diskussionen rund um ein Handspiel erlebt wie letzten Mittwoch“, so der 70‑Jährige. „Beim Handspiel haben die internationalen Regelhüter viel zu viele Ausnahmen geschaffen.“

Vereinfachung der Handspielregeln und VAR-Modifikation

Deshalb fordert Rummenigge wieder eine Rückkehr zu einfacheren Regeln. „Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig.“ Der FCB-Boss erklärt seine Sichtweise: „Aus meiner Sicht liegt ein Handspiel vor, wenn Absicht dahintersteckt oder wenn jemand seine Körperfläche völlig unnatürlich zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Nachteil des Gegners vergrößert. Ganz einfach.“

Der 70-Jährige kritisiert die Entwicklung bei der Handspielauslegung: „Zu meiner Zeit gab es bei Handspiel Schwarz und Weiß – heute gibt es fast nur noch Grau.“ So fordert er nun rasche Verbesserungen, auch weil er für die anstehende WM in den USA, Kanada und Mexiko eine große Befürchtung hat: „Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende mit darüber entscheiden, wer Weltmeister wird.“

Die Bayern-Noten gegen PSG: Kimmich stemmt sich dagegen – Olise fällt ab

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: War beim frühen Führungstreffer der Pariser machtlos. Hielt sein Team danach mit mehreren starken Parade (34., 56. und 64. Minute) im Spiel. ⇥Note: 2 © IMAGO/Jerry Andre
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Ließ die rechte Seite beim ersten Gegentor offen und seine Nebenmänner daher im Stich. Schaltete sich zwar immer wieder offensiv ein, bot den Franzosen daher aber ebenfalls viel Raum zum Kontern. ⇥Note: 4 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Kam vor dem 0:1 gegen Vorlagengeber Kvaratskhelia überhaupt nicht in den Zweikampf und hatte auch danach größte Probleme mit den Dribblings des Georgiers. Leistete sich zudem einige technische Fehler. Kam danach aber besser in die Zweikämpfe, machte im eigenen Ballbesitz viel Druck nach vorn und schob immer wieder von hinten an. ⇥Note: 4 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Bestritt seine Zweikämpfe souverän, hatte aber Probleme, das Tempo der Franzosen mitzugehen. Hätte vor der Halbzeit per Kopf ausgleichen können, setzte seinen Kopfball aber recht freistehend neben das Tor. Strahlte dafür Ruhe im Spielaufbau aus.⇥Note: 3 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Hatte seine Abwehrseite größtenteils im Griff und ließ über links wenig zu – was gleichzeitig zulasten seiner Offensivbemühungen ging. Dadurch blieb der Verteidiger weite Teile des Spiels blass. ⇥Note: 4 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Ging als Mittelfeldchef voran und mit höchster Intensität in jeden Zweikampf. Organisierte so das Offensivspiel und schlug Flanke um Flanke in den Strafraum – die von seinen Mitspielern aber nicht verwertet wurden. ⇥Note: 2 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: Hatte Probleme, dieser intensiven Partie seinen Stempel aufzudrücken. Hielt in den Zweikämpfen zwar körperlich stark dagegen, war bei den eigenen Angriffen aber selten eingebunden. ⇥Note: 3 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Suchte auf der rechten Seite immer wieder das Eins-gegen-eins und den eigenen Abschluss. Hätte auf diese Weise beinahe zum 1:1 getroffen (27.), setzte seinen Schlenzer aber knapp übers Tor. Blieb darüber hinaus aber deutlich blasser als im Hinspiel und schenkte PSG mit mehreren Ballverlusten sogar die Chance zu kontern. Insgesamt eine schwache Leistung. ⇥Note: 5 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala: Leistete sich zunächst mehrere riskante Ballverluste im Aufbauspiel und lud den Gegner damit zu Umschaltsituationen ein. Kam dann immer besser in die Partie und zu mehreren Chancen, bei denen ihm jedoch das Glück (und die nötige Präzision) im Abschluss fehlte. Stemmte sich in unzähligen Zweikämpfen gegen das Aus und wurde im Laufe der Partie zu Bayerns bestem Offensivspieler. ⇥Note: 2 © IMAGO/David Klein
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: War eine echte Waffe im Gegenpressing und gewann mehrere Bälle, aus denen sich gute Chancen entwickelten. Forderte als Aktivposten auf der linken Seite viele Bälle und ging immer wieder ins Dribbling, dabei fehlte ihm in den entscheidenden Situationen aber die Genauigkeit oder das richtige Timing. Daher bemüht, aber unglücklich. ⇥Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Wurde von der Pariser Innenverteidigung in die Mangel genommen und hing weite Teile des Spiels in der Luft. Dadurch blieb der Engländer blass. Zwar sorgte Kane mit seinem späten Ausgleichstreffer noch für Hoffnung, sein Tor kam letztlich aber zu spät. ⇥Note: 4 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies: In der 68. Minute eingewechselt. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: In der 68. Minute eingewechselt. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: In der 79. Minute eingewechselt. © IMAGO/Ulrich Wagner
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Noah Wedel
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago

Außerdem spricht sich Rummenigge klar für die Beibehaltung des viel kritisierten VAR mit einer entscheidenden Änderung aus: „In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein“, so der Bayern-Boss. Folglich ist er der festen Überzeugung: „Also sollte im Keller auch die finale Entscheidung getroffen werden, dort arbeiten alles qualifizierte Menschen.“

Diese Modifikation würde aus Rummenigges Sicht auch die Unparteiischen auf dem Platz entlasten: „Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist.“

Die Abschaffung des VAR lehnt er dagegen aus eigener Erfahrung strikt ab: „Ich habe leider in meiner Karriere als Spieler und im Management viel zu viele Fehlentscheidungen erlebt. Ich war immer ein großer Befürworter der Technik.“ Rummenigges Ansicht deshalb: „Der VAR macht den Fußball seriöser und fairer.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

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