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FCB-„Anti-Held“ mit Rekord
Als Hoeneß den DFB-Pokal-Finalsieg gegen den VfB Stuttgart bedauerte
Nach sechs Jahren Wartezeit steht der FC Bayern in dieser Saison wieder im DFB-Pokalfinale und könnte sein 14. Double gewinnen. 1986 gelang dies eindrucksvoll mit einem bis heute nicht erreichten Vereinsrekord.
Die Bayern zeigten im Endspiel dafür wenig Dankbarkeitund schossen die Schwaben mit 5:2 buchstäblich ab. Vor 76 000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion stellten bereits zur Halbzeit zwei Tore des damaligen FCB-Goalgetters Roland Wohlfarth die Weichen auf Sieg. Nach der Halbzeit erhöhte Michael Rummenigge auf 3:0 und 4:0.
Roland Wohlfarth in den Rekordbüchern des FC Bayern
Der 1990-Weltmeister Guido Buchwald konnte in der 76. Minute auf 1:4 verkürzen, nur zwei Minuten später stellte Wohlfarth mit seinem dritten Treffer wieder den Vier-Tore-Abstand her. Kurz vor Spielende verkürzte Jürgen Klinsmann noch zum Endstand von 5:2 aus Bayern-Sicht. Roland Wohlfarth ist bis heute der einzige Bayernspieler, dem in einem DFB-Pokalfinale drei Treffer glückten – dies bei immerhin bereits 24 Endspielteilnahmen, von welchen 20 gewonnen wurden.
Und obwohl sowohl Gerd Müller als auch Robert Lewandowski jeweils viermal ein solches Endspiel für den FCB bestritten. Lewandowski gelang dies tatsächlich – allerdings im Finale gegen den FCB (2012). Der zweifache deutsche Nationalspieler Wohlfarth war in seinen neun Jahren beim FC Bayern (1984-1993) so etwas wie der stets unterschätzte „Anti-Held“. Dabei war er bis in die Ära Thomas Müller/Robert Lewandowski der FCB-Stürmer, der nach Gerd Müller (365) und Karl-Heinz Rummenigge (162) die drittmeisten BL-Tore schoss: 119 in 254 Partien.
Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre
1989 und 1991 wurde er sogar Torschützenkönig in der höchsten deutschen Spielklasse. Dennoch musste er beim FC Bayern in zahlreichen Spielzeiten als designierter Einwechselspieler gehen, weil die Verantwortlichen regelmäßig neue „Starstürmer“ verpflichteten. Dem eigentlichen Mittelstürmer des FC Bayern, Dieter Hoeneß, der bis 1979 selbst für den VfB gekickt hatte, schien der Ausgang des Spiels nach der großen Hilfestellung im Meisterschaftsfinale damals peinlich gewesen zu sein.
„Irgendwie bedauere ich ja doch, dass wir gewonnen haben.“ Schon direkt nach der Meisterschaft hatte er gemeint: „Die haben so total gekämpft, von mir aus kann der VfB jetzt ruhig Pokalsieger werden.“ Die tiefe Ernsthaftigkeit dieser Hoeneß-Aussagen wurde nie hinterfragt. Tatsache ist, dass er nach seinem Karriereende beim FC Bayern (1987) beiden Vereinen stets eng verbunden blieb. Bei den Schwaben war er in den 1990er Jahren als Manager tätig, bei den Münchnern ist er regelmäßiger Besucher der Heimspiele.
Nach dem von Hoeneß scheinbar nicht gewollten Endspiel-Triumph schien es fast so, als ob die Bayern von der „Pokalgöttin“ für ihre „Titelgier“ anschließend bestraft wurden: Erst satte zwölf Jahre später standen sie wieder in einem DFB-Pokalfinale, welches mit 2:1 gegen den MSV Duisburg gewonnen wurde.
Der VfB Stuttgart scheint dagegen über die Jahre so etwas wie der Lieblingsgegner des FC Bayern bei Jubiläen geworden zu sein: 1986 beim ersten Double, 2013 beim ersten Triple (zugleich neuntes Double). Zum Start der laufenden Spielzeit gewannen die Bayern den Franz-Beckenbauer-Supercup beim VfB (2:1), sicherten sich im Heimspiel vor zwei Wochen die Meisterschaft (4:2) - und beide Mannschaften stehen sich im diesjährigen Pokalfinale gegenüber: Gewinnt der FCB dann auf dem Weg zum möglichen dritten Triple das 14. Double seiner Vereinsgeschichte?