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Der SV Kirchanschöring stellt früh die Weichen für die Zukunft: Cheftrainer Thomas Leberfinger hört im Sommer auf, die Nachfolge ist bereits geregelt. Trotz Abschieden sendet der Bayernligist mit zahlreichen Vertragsverlängerungen ein deutliches Signal – Stabilität statt Umbruch.
Kirchanschöring – Manchmal sind es nicht die großen Schlagzeilen, sondern die stillen Entscheidungen, die mehr über einen Verein erzählen als jeder Tabellenplatz. Beim SV Kirchanschöring ist genau das gerade der Fall. Während andere Bayernligisten im Frühjahr nervös nachjustieren, hat der Klub aus dem Rupertiwinkel zentrale Weichen bereits gestellt – mit Weitsicht, internen Lösungen und einem klaren Bekenntnis zur eigenen Linie.
Fest steht: Cheftrainer Thomas Leberfinger wird den SVK im kommenden Sommer verlassen. Nach dann zwei Jahren an der Seitenlinie zieht der 36-Jährige aus familiären Gründen einen Schlussstrich. Eine Entscheidung, die im Verein niemanden kaltlässt. „Das ist sehr schade, wir hätten gern mit ihm verlängert“, sagt Sportlicher Leiter Sven Vetter gegenüber beinschuss.de offen. Und doch klingt zwischen den Zeilen auch Verständnis mit. Leberfinger hinterlässt ein gefestigtes Team, sportlich wie strukturell – und genau darauf bauen die Verantwortlichen nun auf.
Kirchanschöring baut um: Trainerwechsel, Abschiede und Verlängerungen
Denn die Nachfolge ist bereits geregelt. Christoph Dinkelbach, bislang Co-Trainer, übernimmt ab Sommer das Kommando. Der 33-Jährige steigt nicht nur zum Chefcoach auf, sondern beendet zugleich seine aktive Laufbahn. Ein Schritt, der Vertrauen signalisiert – und Kontinuität. Dinkelbach kennt Mannschaft, Umfeld und Philosophie, er hat den Weg der vergangenen Jahre mitgeprägt. Der Übergang soll bewusst geräuschlos verlaufen.
Unterstützt wird er künftig von einem Mann, der auf dem Platz längst zu den Gesichtern des SVK zählt: Manuel „Omo“ Omelanowsky. Der 31-Jährige wird ab der Saison 2026/27 als spielender Co-Trainer fungieren. Auch das passt ins Bild eines Vereins, der lieber entwickelt als einkauft. „Wir wollten interne Lösungen, und Christoph und ,Omo‘ haben ja genauso wie Thomas die Trainer-B-Lizenz. Wir sind schon optimistisch, dass alles ziemlich nahtlos weiterlaufen kann“, erklärt Vetter. Optimismus, der nicht aus der Luft gegriffen scheint.
Schaufel-Einsatz rettet Testspiel zwischen 1860 Rosenheim und Kirchanschöring
Denn parallel zum Trainerwechsel wurde das Fundament des Kaders kräftig abgesichert. Gleich elf Spieler haben ihre Verträge über die laufende Saison hinaus verlängert, einige sogar langfristig. Ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Kirchanschöring plant nicht kurzfristig, sondern denkt in Etappen. Besonders wichtig dabei die Verlängerung von Jonas Kronbichler. Der 22-Jährige aus Laufen zählt zu den begehrtesten Offensivspielern der Bayernliga, steht mit 13 Treffern auf Rang drei der Torschützenliste – und hat nun bis 2027 unterschrieben. Sein Verbleib galt lange als wackelig, umso größer ist die Erleichterung beim SVK.
Trainer Dinkelbach wird Leberfinger-Nachfolger – Kronbichler verlängert
Doch Kronbichler ist nur ein Teil des Puzzles. Bis Sommer 2027 bleiben auch Torhüter Egon Weber, dessen Bedeutung zwischen den Pfosten kaum zu überschätzen ist, sowie Omelanowsky selbst, Sammy Schwarz, Andreas Krämer, Marco Schmitzberger und Elias Huber. Noch weiter reichen die Verträge von Maxi Reiter, Fikret Jahic, Luca Obirei und Matteo van de Wiel – sie haben bis 2028 verlängert. Auch Torwarttrainer Roland Schreiner bleibt dem aktuellen Tabellenfünften ein weiteres Jahr erhalten. Stabilität auf allen Ebenen, ganz bewusst.
Ganz ohne Abgänge geht es dennoch nicht. Mit Markus Hirmke verliert der SVK seinen Keeper an den Landesligisten ESV Freilassing. Zudem steht Dennis Hrvoic vor einem Wechsel zum UFC SV Hallwang in die vierte Liga Österreichs. Der Offensivmann war erst im Sommer 2025 vom SB Chiemgau Traunstein gekommen. „Der Wechsel ist noch nicht endgültig vollzogen, doch unsere Einwilligung hat Dennis bereits“, bestätigt Vetter. Verluste, ja – aber keine, die das Gerüst erschüttern sollen. Dass Kirchanschöring dabei nicht stehen bleibt, zeigt auch der Blick auf die Winterpause.
Mit Andreas Schweinsteiger holte man zuletzt ein Talent aus Rohrdorf, ausgebildet in Unterhaching. Ein Transfer, der sinnbildlich für den Weg des Vereins steht: jung, entwicklungsfähig, regional verwurzelt. Unterm Strich ergibt sich ein Bild, das in der Bayernliga nicht alltäglich ist. Während andernorts Trainerdiskussionen, Vertragsgerangel und kurzfristige Lösungen dominieren, setzt der SV Kirchanschöring auf Planung, Vertrauen und interne Stärke. Der Abschied von Thomas Leberfinger schmerzt, keine Frage. Doch was folgt, wirkt nicht wie ein Bruch, sondern wie der nächste logische Schritt. Die gelb-schwarze Zukunft in Liga fünf scheint damit mehr als nur gesichert. Sie ist vorbereitet. Und genau das könnte am Ende der größte Trumpf des SV Kirchanschöring sein. (mck)