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US-Politik
Vergangenheit irrelevant: Republikaner triumphieren im Repräsentantenhaus
Trump kann sich zukünftig auf einen von Republikanern dominierten US-Kongress verlassen. Die Auswirkungen auf die US-Innenpolitik.
Washington D.C. – Verschwörungstheorien, Streit über den Haushalt, interne Revolte - Obwohl es bei den Republikanern im Repräsentantenhaus in den letzten zwei Jahren nur Chaos und Dysfunktionalität gab, konnten sie ihre Mehrheit nach den US-Wahlen erneut verteidigen.
Das freut besonders einen: Den designierten US-Präsidenten Donald Trump. Denn dieser kann sich zu Beginn seiner Amtszeit auf einen von seinen Republikanern kontrollierten Kongress stützen. Bereits seit der Wahlnacht steht fest, dass die Republikaner den Demokraten die Mehrheit im Senat abringen konnten. Beim Repräsentantenhaus stellte sich dann Mittwoch (13. November) endgültig heraus, dass die Republikaner auch in dieser Kammer ihre bisherige Mehrheit verteidigen konnten.
Rückhalt im Kongress und Immunität: Trumps künftige Machtfülle nach der US-Wahl
Die Kontrolle der Republikaner über den gesamten Kongress wird Trump das Regieren erheblich erleichtern, da alle seine Gesetzesvorhaben von beiden Kammern verabschiedet werden müssen.
Die Mehrheit im Senat erleichtert Trump unter anderem die Personalpolitik, denn seine Nominierungen von Kabinettsmitgliedern, Botschaftern und Bundesrichtern bedürfen der Zustimmung dieser Kammer. Dafür reicht die Mehrheit von mehr als 50 der 100 Mandate im Senat, die sich die Republikaner gesichert haben.
Für weitere Gesetze, etwa Beschlüsse zur Steuersenkung, reicht diese Mehrheit ebenfalls, während in manchen anderen Bereichen eine „Super-Mehrheit“ von 60 Stimmen erforderlich ist, die Trumps Partei nicht erreichen wird.
Trumps Partei erlangt Mehrheit im Repräsentantenhaus: Überraschung bei den Republikanern
Dabei haben einige der bisherigen republikanischen Abgeordneten nicht mit ihrer Wiederwahl gerechnet. Der Abgeordnete Chip Roy, ein rechtsextremer Republikaner aus Texas, schimpfte zuletzt im Repräsentantenhaus, während seine Kollegen sich abmühten, Ausgabengesetze durchzubringen: „Niemand in diesem Land schaut auf den Kongress und sagt: ‚Wow, tolle Arbeit, Jungs und Mädels, gut gemacht.‘ Wer würde so etwas tun?“, berichtet die New York Times.
Auch der Abgeordnete Don Bacon, ein etablierter Republikaner aus Nebraska, machte im vergangenen Jahr seiner Meinung Luft, dass einige seiner Kollegen am äußersten rechten Rand eigentlich „in der Minderheit sein wollen. Ich glaube, das wäre ihnen lieber, damit sie einfach mit Nein stimmen und die ganze Zeit schreien und brüllen können.“
Fast zwei Jahre lang haben die Republikaner im Repräsentantenhaus kaum ihre innerparteilichen Fehden beigelegt, um die Regierung am Laufen zu halten. Doch trotz allem haben sie sich am Mittwochabend durchgesetzt. Anscheinend zogen die Wähler keine Konsequenzen aus den Streitereien.
Loyales Team: Trump holt Hardliner und Skandal-Politiker in seine Regierung
Bei seinem Amtsantritt 2017 war Trump noch ein Neuling in der Politik. Er holte sich deshalb Persönlichkeiten mit Fachwissen und Führungserfahrung an die Seite - etwa die früheren Generäle John Kelly und Jim Mattis als Stabschef und Verteidigungsminister und den langjährigen ExxonMobil-Chef Rex Tillerson als Außenminister.
Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen
Diese schieden aber mehr oder weniger rasch aus der Regierung aus, weil sie bald mit Trump über Kreuz lagen. Auch im Verlauf seiner weiteren Amtszeit entließ Trump reihenweise Minister und Nationale Sicherheitsberater, sodass keine Kontinuität in seiner Regierung zustande kam.
Richter auf Lebenszeit: Trump will Supreme Court mit jungen, konservativen Richtern besetzen
In seiner ersten Amtszeit nominierte Trump drei erzkonservative Richter für den Supreme Court - und sorgte damit für eine klare Dominanz des konservativen Lagers am Obersten Gerichtshof. Sechs konservativen Richtern stehen drei linksliberale Richterinnen gegenüber. Trump muss deshalb nicht fürchten, dass ihn der Supreme Court ständig zügelt - wenngleich er nicht unbedingt erwarten kann, dass das Gericht durchweg in seinem Sinne entscheidet.
Trump bekommt zudem womöglich die Chance, die konservative Dominanz am Supreme Court für Jahrzehnte zu zementieren. Zwei betagte konservative Richter, der 76-jährige Clarence Thomas und der 74-jährige Samuel Alito, könnten während seiner Amtszeit in den Ruhestand gehen - und Trump wäre in der Lage, deutlich jüngere Nachfolger zu nominieren. Die Richter am Supreme Court werden grundsätzlich auf Lebenszeit ernannt.
Erstmals in US-Geschichte: Trump genießt Immunität gegen Strafverfolgung
Trump wird der erste US-Präsident sein, der weitreichenden Schutz gegen Strafverfolgung nach Ende seiner Amtszeit genießt. In einer historischen Entscheidung im Juli gewährte der Supreme Court auf Antrag Trumps ihm selbst sowie den US-Präsidenten generell weitreichende Immunität für ihre Amtshandlungen - eine Entscheidung, die Kritiker als Gefahr für die Demokratie ansehen.
Seit langem gilt zudem die Praxis, dass amtierende Präsidenten nicht strafrechtlich verfolgt werden. Auch dies kommt Trump zugute. Die zwei vor Bundesgerichten gegen ihn laufenden Verfahren - wegen versuchter Wahlmanipulation nach seiner Niederlage 2020 und wegen der Mitnahme geheimer Regierungsakten auf seinen Privatsitz - werden voraussichtlich eingestellt (bg/dpa).