Weltpolitik am Genfer See
G7-Gipfel aktuell: Trump als „Game-Changer“ – Merz trommelt „E5“ zusammen
Donald Trump prägt den G7-Gipfel in Évian. Bestimmende Themen: das Abkommen mit dem Iran, aber auch der Ukraine-Krieg.
Update vom 18. Juni, 5:50 Uhr: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war am Dienstag und Mittwoch auch Thema des Gipfeltreffens der G7-Staats- und Regierungschefs im französischen Evian. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj nahm als Gast an den Beratungen teil und führte bilaterale Gespräche, unter anderem mit US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die G7-Staaten USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan bekräftigten bei dem Gipfel ihre „unerschütterliche Unterstützung der Ukraine“ im Krieg gegen Russland. Sie sagten zu, die Lieferung von Luftabwehrkapazitäten, zusätzlichen Systemen und Abfangraketen sowie von Langstreckenkapazitäten auszuweiten. Gleichzeitig wollen sie „den Druck auf die russische Kriegswirtschaft“ durch weitere Sanktionen erhöhen.
Update, 20:24 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat trotz des Streits über die israelischen Angriffe im Libanon beteuert, ein sehr gutes Verhältnis zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu zu haben. „Bibi Netanjahu ist ein guter Mann, er ist nur manchmal etwas übereifrig“, sagte Trump am Mittwoch zum Abschluss des G7-Gipfels im französischen Evian. „Wir haben eine unglaubliche Partnerschaft, er ist ein unglaublicher Regierungschef.“
Es gebe lediglich einen „kleinen Streit“ über die israelischen Angriffe im Libanon, sagte Trump. Israel könne bei seinem Vorgehen gegen die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz etwas zurückhaltender sein. Das harte Vorgehen Israels im Libanon gefährdet die Bemühungen Trumps, den Krieg gegen den Iran zu beenden.
Update, 15:31 Uhr: Um die Ergebnisse des G7-Gipfels und des Europäischen Rates in der Ukraine-Frage den wichtigsten Partnern zu erläutern, lädt Merz die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen zu einem sogenannten E5-Treffen nach Berlin ein. Einen Tag nannte er nicht.
Bei dem Treffen soll es um die Nachbereitung der beiden Gipfel in dieser Woche gehen. Die 27 EU-Staaten treffen sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Außerdem soll der NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli vorbereitet werden. Polen war als einziges Land der E5 nicht beim G7-Gipfel vertreten.
G7-Gipfel aktuell: Ukraine-Engpässe sollen mithilfe von Produktionslizenzen beseitigt werden
Update, 13:54 Uhr: Die G7-Staaten wollen Engpässe bei der Versorgung der Ukraine mit Waffen über die Vergabe von Produktionslizenzen beseitigen. Es gehe dabei „um umfassende Lizenzerteilungen, auch von amerikanischen Unternehmen“ an europäische und ukrainische Hersteller, sagte Bundeskanzler Merz beim G7-Gipfel in Evian. Er sei US-Präsident Trump „sehr dankbar“, der hier „wirklich ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft“ gezeigt habe.
Die Möglichkeit der Produktion von Waffen in Lizenz war schon in der während der Nacht veröffentlichten Gipfel-Erklärung zur Ukraine angesprochen worden. „Wir alle haben das Problem, dass wir zurzeit zu wenig produzieren und das kann durch Lizenzerteilungen an Unternehmen ausgeglichen werden, die diese Produktionskapazitäten haben“, erläuterte Merz. Dies seien „eben auch europäische und das sind auch ukrainische“.
Update, 10:55 Uhr: Kanadas Premierminister Mark Carney sieht im Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel einen möglichen Wendepunkt. Das Treffen eröffne die Möglichkeit eines „Game-Changers“ mit Blick auf die Kriege in der Ukraine, aber auch im Libanon, sagte Carney am Mittwoch im französischen Evian. Es habe in den Gipfel-Diskussionen „einen veränderten Ton“ gegeben.
Bei der Ukraine hätten sich die Gipfel-Teilnehmer auf eine „realistischere Einschätzung des weiteren Verlaufs dieses Krieges“ sowie die Haltung gegenüber Russland und die Verschärfung der Sanktionen einigen können, sagte Carney. Zum Libanon, wo Israel mit massiven Angriffen gegen die dem Iran nahestehende Hisbollah-Miliz vorgeht, habe es eine „sehr detaillierte Diskussion“ der Gipfel-Teilnehmer gegeben und Gespräche über „die nächsten Schritte“.
Update, 6:50 Uhr: Die USA und die anderen G7-Staaten wollen mit zusätzlichem Druck auf Russland die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges intensivieren. In einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom Gipfeltreffen im französischen Évian heißt es, man werde die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Zudem habe man vereinbart, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten auszuweiten.
Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7 die neue Dynamik unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische Fortschritte an der Front entstanden ist. Zudem wird von einem „richtigen Zeitpunkt“ nach dem US-Deal mit dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus gesprochen.
Neben zusätzlichen Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, um den kommenden Winter zu bewältigen. Darüber hinaus sichern sie dem Land zu, die Vergabe von Lizenzen für eine Steigerung der militärischen Produktion zu prüfen.
G7-Gipfel in Evian: Letzter Tag der Beratungen
Update vom 17. Juni, 5:55 Uhr: Im französischen Evian schließen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten am Mittwoch ihren dreitägigen Gipfel ab (Beginn 09.30 Uhr). In einer Arbeitssitzung am Vormittag befassen sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die anderen Vertreter der Gruppe aus sieben großen Industriestaaten mit Strategien, um das Wirtschaftswachstum nachhaltig zu stärken. An den Beratungen werden auch Partnerländer sowie Vertreter internationaler Wirtschaftsorganisationen teilnehmen.
Im Anschluss wird Kanzler Merz vor die Presse treten (11.35 Uhr), bevor die letzte Arbeitssitzung bei einem Mittagessen zu Künstlicher Intelligenz (KI) stattfindet. Dabei soll es um Lösungen gehen, um die Technologie „sicher, schnell und effizient“ zur Anwendung zu bringen. Teilnehmen werden auch mehrere Chefs großer Technologieunternehmen. Zum Abschluss treten dann Gastgeber Emmanuel Macron, US-Präsident Donald Trump sowie weitere Staats- und Regierungschefs vor die Presse.
Update, 20:01 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich nach Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump und den übrigen G7-Staats- und Regierungschefs zuversichtlich mit Blick auf ein gemeinsames Vorgehen im Ukraine-Krieg. Er empfinde einen „gewissen Grad des Optimismus, dass wir als Europäer und Amerikaner gemeinsam den Krieg beenden“, sagte er am Dienstag am Rand des G7-Gipfels im französischen Evian. Er habe Trump „aufmerksam und kooperativ“ zuhören sehen.
Alle G7-Partner seien sich einig, den „Druck auf Moskau zu erhöhen, um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen“, erklärte Merz. „Wir sind bereit zu Friedensgesprächen.“ Die Gespräche müssten jedoch an einem bestimmten Punkt ansetzen, sagte der Kanzler. Dazu zähle etwa, dass Russland die Forderung aufgebe, dass die Ukraine den freien Teil des Donbass aufgeben müsse. Mit Blick auf das Iran-Abkommen bekräftigte Merz seine Forderung nach einer zügigen Umsetzung. Jetzt komme es darauf an, wie stabil das Abkommen sei. „Ich bin zuversichtlich, dass das trägt“, sagte Merz.
G7-Gipfel aktuell: Putin lädt zur Parallelveranstaltung in Kasan ein
Update, 19:10 Uhr: Parallel zum G7-Gipfel lädt Kremlchef Wladimir Putin in der Millionenstadt Kasan an der Wolga am Mittwoch Staats- und Regierungschefs aus Südostasien zum zweitägigen Russland-ASEAN-Gipfel. Für Russland geht es vor allem darum, die politischen und wirtschaftlichen Kontakte zu anderen Weltregionen zu stärken – nachdem die Beziehungen zum Westen wegen des von Putin begonnenen Ukraine-Kriegs zerbrochen sind. Ihr Kommen zugesagt haben bereits die Präsidenten von Vietnam und den Philippinen, To Lam und Ferdinand Marcos Jr., sowie die Regierungschefs von Thailand und Kambodscha, Arnutin Charnvirakul und Hun Manet. Als wahrscheinlich gilt zudem die Teilnahme des malaysischen Ministerpräsidenten Anwar Ibrahim und des Präsidenten von Laos, Thongloun Sisoulith.
G7-Gipfel aktuell: Trump begeistert über Einladung ins Schloss von Versailles
Update, 17:15 Uhr: Donald Trump hat sich begeistert von der Aussicht auf ein Abendessen im Schloss von Versailles nach dem G7-Gipfel gezeigt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sei „ein sehr netter Mann“, der ihn dazu eingeladen habe, sagte Trump am Dienstag in Evian. Der US-Präsident, der eine bekannte Schwäche für Gold hat, fügte mit Blick auf das prunkvolle Königsschloss hinzu: „Versailles, das ist kein Blattgold, das ist das Original.“
Dass er durch das Abendessen am Mittwoch nach dem Ende des G7-Gipfels im französischen Evian später nach Washington zurückkehre, sei nicht schlimm, sagte Trump. „Ich möchte das machen.“ Statt abends wieder in Washington zu sein, werde er morgens ankommen und früh im Oval Office sein. Er sei „ohnehin kein großer Schläfer“. Kritiker Macrons werfen den französischen Präsidenten vor, er habe Trump nur in das Schloss des „Sonnenkönigs“ eingeladen, um dessen Vorliebe für prunkvolle Empfänge zu bedienen – und ihn daran zu hindern, vor Ende des G7-Treffens abzureisen, wie im vergangenen Jahr in Kanada.
Update, 15:09 Uhr: Peinlicher Patzer auf dem G7-Gipfel: Trump hat den Staat Katar am Persischen Golf erneut fälschlicherweise als ein Nachbarland des Irans mit gemeinsamer Grenze bezeichnet. Der US-Präsident sagte zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani: „Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren Position.“ Von Katar aus könnte er in den Iran „buchstäblich laufen“, betonte Trump. Von „jedem anderen Ort“ müsse man in den Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fußweg möglich. Katars Emir schwieg und behielt seine Gedanken dazu für sich.
Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Die Luftlinie zum Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Trump hatte sich ähnlich schon im Oktober geäußert. Man könnte vom Iran „in einer Sekunde“ nach Katar laufen, sagte er damals.
Update, 12 Uhr: Weitere Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran soll es nach iranischen Angaben am Freitag geben. Sie sollen direkt nach Unterzeichnung des verhandelten Abkommens in der Schweiz beginnen. Die weiteren Gespräche sollten dann innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagte Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Agentur Tasnim.
Zunächst habe man sich auf eine Beendigung des Kriegs, die Öffnung der Straße von Hormus, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und den Wiederaufbau konzentriert, sagte Araghtschi laut den Angaben.
Ein Ende des Iran-Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach auch. Jegliche neuen Angriffe Israels auf den Libanon und eine weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.
Update, 11:45 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj, US-Präsident Trump und Frankreichs Staatschef Macron haben auf dem G7-Gipfel in Évian ein Dreier-Treffen hinter geschlossenen Türen abgehalten. Darüber berichtet das ukrainische Portal Kijv Independent und beruft sich auf zwei anonyme Quellen. Aktuell läuft eine Arbeitssitzung auf dem G7-Gipfel zum Ukraine-Krieg.
Update, 10:25 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat Donald Trump auf dem G7-Gipfel in Évian ein Geschenk gemacht: Er überreichte dem US-Präsidenten ein Deutschland-Trikot mit dessen Namen und der Rückennummer 47. Es stellt wohl ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk des deutschen Kanzlers zum 80. Geburtstag von Trump dar. Die Rückennummer 47 steht wohl dafür, dass der Republikaner der 47. Präsident der USA ist. Das Verhältnis der beiden Regierungschefs galt zuletzt wegen unterschiedlicher Haltungen im Iran-Krieg als angespannt.
G7-Gipfel aktuell: Selenskyj von Macron empfangen – Hoffnung auf Ende des Ukraine-Kriegs
Update, 10 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj ist beim G7-Gipfel im französischen Évian eingetroffen. Macron empfing Selenskyj nicht direkt vor dem Gipfelgebäude, sondern lief ihm durch einen Park entgegen. Beide Staatschefs stellten sich für ein gemeinsames Foto auf. Fragen der Presse beantworteten Selenskyj und Macron nicht. Nach Angaben der französischen Präsidentschaft führten beide zunächst ein bilaterales Gespräch
Beim G7-Gipfel wollen die Staats- und Regierungschefs besprechen, wie die Verhandlungen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin für ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder aufgenommen werden können. Selenskyj will dazu ein persönliches Gespräch mit Trump führen. Vor dem Gipfeltreffen hatte Trump getrennte Telefonate mit Putin und Selenskyj geführt, die er als „sehr gut“ bezeichnete.
G7-Gipfel aktuell: Iran-Deal von Trump virtuell unterzeichnet – Rätselraten über Inhalt
Update, 9:25 Uhr: Unter den G7-Staatschefs, die sich aktuell in Évian zum Gipfel treffen, herrscht Rätselraten darüber, was der Deal von US-Präsident Trump mit dem Iran genau beinhaltet. Darüber berichtet CNN unter Berufung auf zwei Beamte, die mit der Angelegenheit vertraut seien, aber anonym bleiben. Die genauen Bedingungen des Iran-Abkommens seien „nur wenigen bekannt“, heißt es. Macron und andere Staats- und Regierungschefs der G7 wie Kanzler Merz hätten ihn offenbar bisher nicht zu Gesicht bekommen.
Klar sei nur, dass es sich um einen eineinhalb Seiten langen Text handle, der virtuell unterzeichnet worden sei. „Selbst innerhalb von Trumps Regierung äußerten sich Beamte unterschiedlich dazu, wie der Plan funktionieren sollte“, schreibt CNN.
Update, 9.05 Uhr: Donald Trump hat beim G7-Gipfel in Évian wieder einmal zu einer bekannten Machtgeste gegriffen: Sein Händedruck mit Brigitte Macron, der Ehefrau des französischen Präsidenten, fiel lang und fest aus. Trump und Macron sind seit Jahren für intensive, teils wie ein Tauziehen wirkende Händedrücke bekannt. Doch es ist das erste Mal, dass Trump diese Form der Begrüßung für Frankreichs First Lady wählte.
Ukraine und Iran: Fahrplan beim G7-Gipfel mit Trump
Update, 8:21 Uhr: Der Fahrplan des G7-Gipfels in Évian heute, es ist Tag zwei des Arbeitstreffens:
- Ab 9 Uhr steht zunächst der Ukraine-Krieg auf der Agenda. Dazu wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet. Im Zentrum dürften Gespräche über mögliche Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts mit Russland stehen.
- Ab Mittag folgt dann eine zweite Arbeitssitzung zum Iran-Krieg und dem Nahost-Konflikt. An ihr nehmen auch die Präsidenten Ägyptens, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Emir von Katar teil. In einer dritten Sitzung geht es dann um die Entwicklungspolitik und Afrika.
- Bei einem Abendessen sind dann weitere Partnerländer der G7 vertreten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will im Verlauf des zweiten Gipfeltags auch mehrere bilaterale Gespräche führen.
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Iran-Deal am G7-Gipfel: Trump kündigt offene Hormus-Straße an – Teheran widerspricht
Update, 6:53 Uhr: Der Iran-Deal ist eines der bestimmenden Themen des aktuell laufenden G7-Gipfels mit Donald Trump. Was wird aus der Hormus-Straße? „Sie wird offen sein und gebührenfrei“, hatte der US-Präsident gestern (15. Juni) angekündigt. Es bleiben aber Fragen offen: Das iranische Außenministerium erklärte, es sollten durchaus Gebühren für maritime Dienstleistungen erhoben werden.
US-Vizepräsident JD Vance sagte indes im Interview mit dem US-Sender CNBC, die Straße von Hormus werde „langfristig gebührenfrei“ wieder geöffnet werden. Trump zufolge begannen bereits gestern Schiffe, „viele voll beladen mit Öl, aus der Straße von Hormus zu fahren“.
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Vance: Iran-Deal ist virtuell unterzeichnet
Update, 16. Juni, 5:09 Uhr: US-Präsident Trump veröffentlicht das Abkommen mit dem Iran nach Angaben seines Vizepräsidenten JD Vance womöglich noch vor Freitag (19. Juni). Dies sagte Vance dem Sender Fox News. Die Vereinbarung sei bereits elektronisch unterzeichnet worden, zitierte ihn Reuters. Die persönliche Vertragsunterzeichnung werde für Freitag erwartet.
G7-Gipfel 2026 in Évian: Trump nennt möglichen Ort für Unterzeichnung des Iran-Abkommens
Update, 20:30 Uhr: Die Straße von Hormus soll nach Angaben von Donald Trump bereits am Freitag „vollständig“ geöffnet sein. „Der Iran-Deal, den wir geschlossen haben, wird der Welt eine Menge Erfolg bringen“, sagte Trump am Montag kurz vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Evian. Das Abkommen solle am Freitag von Vizepräsident JD Vance persönlich unterzeichnet werden, sagte Trump. Ob er selbst dabei sein werde, ließ er offen. „Ich könnte involviert sein“, sagte Trump. Als Unterzeichnungsort ist Genf im Gespräch.
Ein hochrangiger US-Vertreter in Washington sagte derweil, dass Trump und Vance sowie der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf die Vereinbarung bereits digital signiert hätten. Eine Bestätigung aus Teheran gab es dafür vorerst nicht.
Update vom 15. Juni, 18:00 Uhr: Trump ist am Montag zum G7-Gipfel im französischen Evian eingetroffen. Trumps Airforce One landete auf dem Flughafen in Genf, von wo aus der Präsident per Hubschrauber in das 40 Kilometer entfernte Evian flog. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte Trump zunächst zu einem Zweiergespräch treffen. Der Termin verzögerte sich aber, weil sich Macrons Treffen mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva länger hinzog als geplant.
Macron kündigte an, er wolle das Gespräch mit Trump „respektvoll und standhaft“ führen. Der US-Präsident hatte zuvor mit einem 100-Prozent-Zoll auf Wein und Champagner aus Frankreich gedroht. Die Strafzölle seien unvermeidbar, wenn Frankreich seine Digitalsteuer nicht zurücknehme, sagte der US-Präsident in einem Interview mit der New York Post. Er brachte damit ein Thema wieder auf, das in Frankreich als abgeschlossen galt.
Erstmeldung: Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen von Montag bis Mittwoch (15. bis 17. Juni) im französischen Évian-les-Bains treffen, geht es um Krieg und Frieden, Wirtschaft und Künstliche Intelligenz. Doch schon vor Beginn zeichnet sich ab, dass vor allem US-Präsident Donald Trump und die internationalen Krisen den Gipfel prägen werden. Auch die Erinnerung an die Ausschreitungen beim G8-Gipfel 2003 sorgt rund um den Genfer See für besondere Aufmerksamkeit.
Neben Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA nimmt auch die Europäische Union teil. Gastgeber Emmanuel Macron hat darüber hinaus mehrere Staaten eingeladen, darunter Indien, Brasilien, Ägypten und Südkorea. Wie der Europäische Rat auf seiner Homepage mitteilt, stehen geopolitische Krisen, die Ukraine, die Lage im Nahen Osten, wirtschaftliche Stabilität und Künstliche Intelligenz auf der Tagesordnung.
Trump beim G7-Gipfel: Warum sich vieles um den US-Präsidenten dreht
Offiziell stehen zahlreiche Themen auf der Tagesordnung. Doch vieles dreht sich um Donald Trump. Wie die AFP berichtet, wurden einige Reizthemen bewusst entschärft, um neue Spannungen mit Washington zu vermeiden. Schon beim vergangenen Gipfel in Kanada war Trump vorzeitig abgereist.
Nach Informationen von Bloomberg und Radio Free Europe wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien den US-Präsidenten für neue Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg gewinnen. Gleichzeitig plant Trump bilaterale Gespräche mit mehreren Partnern aus dem Nahen Osten. Die Beziehungen zwischen Europa und den USA gelten dabei als angespannter als noch vor einigen Jahren.
Ukraine-Krieg und Iran-Konflikt: Krisen dominieren G7-Gipfel dominieren
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die kommende Gipfelwoche nutzen, um für weitere Unterstützung zu werben. Nach Angaben der dpa hofft Kiew auf zusätzliche Sanktionen gegen Russland sowie auf neue Waffen und Flugabwehrsysteme. Der G7-Gipfel gilt deshalb auch als Vorbereitung auf den NATO-Gipfel im Juli.
Noch stärker könnte allerdings die Lage im Nahen Osten die Gespräche beeinflussen. Trump machte bekannt, dass ein Abkommen zwischen dem Iran und der USA unterzeichnet worden ist. ABC News berichtet zudem über Überlegungen, die Straße von Hormus nach einer möglichen Einigung wieder vollständig für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen. Irans Führung gab sich noch kurz vor dem G7-Gipfel-Start skeptisch.
G7-Gipfel aktuell: KI und China als wichtige Themen neben Iran-Deal und Ukraine
Neben den geopolitischen Krisen wird auch über Künstliche Intelligenz beraten. Wie AFP schreibt, werden mehrere Vertreter der Technologiebranche erwartet. Dazu gehört auch OpenAI-Chef Sam Altman. Diskutiert werden sollen unter anderem Chancen und Risiken neuer Technologien sowie der Schutz von Kindern im Internet.
China sitzt zwar nicht mit am Tisch, spielt aber dennoch eine wichtige Rolle. Politico berichtet, dass es unter anderem um seltene Erden, Handelsfragen und wirtschaftliche Ungleichgewichte gehen soll. Nach Informationen der japanischen Zeitung Mainichi will Tokio zudem Vorschläge zur Energiesicherheit und zum Schutz wichtiger Handelswege vorstellen.
G7-Gipfel 2026 aktuell: Was vom Treffen in Évian zu erwarten ist
Große Durchbrüche sind eher unwahrscheinlich. Mehrere gemeinsame Erklärungen gelten jedoch als wahrscheinlich. Nach Angaben des Europäischen Rates stehen die Ukraine, die Lage im Nahen Osten, wirtschaftliche Stabilität und Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Auch die Beziehungen zwischen Europa und den USA dürften viele Gespräche prägen.
Vor allem aber wird sich zeigen, wie eng Europa und die Vereinigten Staaten noch zusammenstehen. Denn viele Beobachter sind sich einig: Beim G7-Gipfel 2026 in Évian geht es zwar offiziell um zahlreiche Themen. Tatsächlich dreht sich vieles um Donald Trump und die Frage, wie geschlossen der Westen in einer zunehmend unruhigen Welt noch auftreten kann. (Quellen: Europäischer Rat, AFP, dpa, Bloomberg, Radio Free Europe, ABC News, Politico, Mainichi, SRF, Le Monde, Schweizer Verteidigungsministerium) (chnnn)
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