Lage im Ticker
Ukraine-Krieg aktuell: Wichtiges Ölterminal getroffen – Russland dreht Krim den Sprit ab
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg: Die Ukraine attackiert Russlands Wirtschaft mit Drohnen. Selenskyj warnt vor einem russischen Großangriff. Der Ticker.
Update, 13.04 Uhr: Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow bei Telegram mit. Details nannte er nicht.
Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal Krymski Weter am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 10:05 Uhr: Auf der Krim haben Tankstellen den Verkauf von Kraftstoff an Privatpersonen und Unternehmen eingestellt. Der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow gab den Stopp über Telegram bekannt.
Laut Aksjonow gilt die Maßnahme seit Sonntag, 09.00 Uhr Ortszeit. Im Ukraine-Krieg verschärft sich damit die Lage auf der Halbinsel weiter: Kraftstoff werde fortan „nur noch an staatliche Behörden abgegeben, die den Betrieb und die Sicherheit der Halbinsel gewährleisteten“, so Aksjonow laut Reuters.
Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern




Beschuss im Osten der Ukraine: Drei Tote, mehr als 20 Verletzte – darunter sechs Kinder
Update, 8:38 Uhr: Der russische Beschuss im Osten der Ukraine fordert erneut einen schmerzhaften zivilen Preis – darunter auch Kinder. Bei neuen Angriffen in den Regionen Dnipropetrowsk und Poltawa kamen mindestens drei Menschen ums Leben, mehr als 20 weitere erlitten Verletzungen.
Besonders dramatisch waren die Folgen eines Angriffs auf die Region Poltawa am Samstagabend: Dort wurden neben zwei Todesopfern auch 13 Verletzte gemeldet – unter ihnen sechs Kinder. Auch in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk schlugen russische Geschosse ein. Laut dem örtlichen Gouverneur Oleksandr Hanscha forderte der Beschuss im Bezirk Nikopol das Leben einer 70-jährigen Frau, neun weitere Zivilisten wurden verletzt.
Während die Ukraine den erneuten Verlust von Zivilisten beklagt, eskaliert offenbar auch der ukrainische Gegenschlag aus der Luft massiv. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, die Luftabwehr habe im eigenen Luftraum allein in der vergangenen Nacht einen beispiellosen Schwarm von 239 ukrainischen Drohnen vom Himmel geholt.
Update, 21. Juni, 6.45 Uhr: In der Nacht zu heute haben ukrainische Streitkräfte offenbar ein strategisch wichtiges Ölterminal in der Hafenstadt Kertsch auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Übereinstimmenden Berichten lokaler Anwohner und auf Telegram geteilten Aufnahmen zufolge brach auf dem Gelände des Treibstoffunternehmens TES, das primär Erdölprodukte und Flüssiggas umschlägt, ein massives Feuer aus. Das berichtet unter anderem der Kyiv Independent.
Dieser Vorfall reiht sich in eine laufende militärische Kampagne der Ukraine ein, bei der mittels Mittelstreckendrohnen gezielt russische Logistik- und Energieinfrastruktur weit hinter den Frontlinien ins Visier genommen wird. Am selben Tag wurden Berichten zufolge auch Gaskompressoren auf der Krim sowie eine Ölraffinerie im sibirischen Tjumen getroffen, während in weiteren Städten der Halbinsel wie Simferopol und Sewastopol ebenfalls Explosionen gemeldet wurden.
Die gezielten Angriffe auf die Energieversorgung zielen laut Beobachtern darauf ab, die Krim weiter zu isolieren und den russischen Energiesektor nachhaltig zu schwächen. Die Auswirkungen dieser Taktik sind in der Region bereits deutlich spürbar: Wegen akuter Treibstoffengpässe sahen sich die pro-russischen Behörden vor Ort unlängst gezwungen, Tankgutscheine und strenge Kauflimits für die lokale Bevölkerung einzuführen.
Während eine offizielle Bestätigung der ukrainischen Militärführung zu den genauen Waffensystemen und dem Ausmaß der Schäden in Kertsch noch aussteht, unterstreichen die jüngsten Entwicklungen die zunehmende Verwundbarkeit der russischen Infrastruktur auf der besetzten Halbinsel.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj befürchtet massive Angriffe heute Nacht – bereits mehrere Tote
Update, 21 Uhr: Selenskyj hat seine Landsleute vor neuen massiven russischen Angriffen gewarnt. Nach den heutigen massiven Attacken auf Dnipro und Saporischschja mit mehreren Toten bereite sich Russland auf weitere Angriffe in der Nacht vor, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. „Bitte passt gut auf euch auf.“
Selenskyj sagte weiter: „Die Russen stellen den Krieg nicht ein, obwohl alle diesbezüglichen Vorschläge konkrete Formate und realistische Möglichkeiten darstellen“, sagte Selenskyj. „Alles liegt ihnen schon lange auf dem Tisch.“ Putin müsse sich für Diplomatie und Frieden entscheiden. Das Angebot Kiews für direkte Gespräche im Format Ukraine–Russland mit Unterstützung der ukrainischen Partner bleibe gültig.
Ukraine-Krieg aktuell: Fliegerbomben treffen Saporischschja – mehrere tote Zivilisten
Update, 19:05 Uhr: Bei einem russischen Luftangriff auf Saporischschja sind mindestens vier Menschen getötet und sechs verletzt worden. Laut dem regionalen Militärverwalter Iwan Fedorow trafen neun Fliegerbomben das Stadtzentrum. Unter einem zerstörten Gebäude werden weitere Opfer vermutet.
Auch die Region Dnipro griff Russland zuvor mit Kampfdrohnen und weitreichender Artillerie an. Dabei wurden mindestens neun Menschen verletzt, wie Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mitteilte. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.
Update, 16:30 Uhr: Die deutsche Regierung unter Kanzler Merz hat ausweichend auf Polens Forderung nach einem Platz bei den Verhandlungen über einen Frieden im Ukraine-Krieg reagiert. „Wir halten den Zeitpunkt momentan nicht für geeignet, um Formate oder Teilnehmerschaften zu diskutieren“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Die Frage des Verhandlungsformats stelle sich momentan nicht. Er fügte aber hinzu: „Natürlich werden europäische Verhandlungsschritte stets aufs Engste mit der polnischen Regierung abgestimmt.“
Polens Außenminister Radosław Sikorski hatte zuvor die Führungsrolle von Deutschland, Frankreich und Großbritannien bei den Gesprächen zum Ukraine-Krieg kritisiert. Polen befinde sich an vorderster Front, sagte er.
Ukraine-Krieg aktuell: Lage an der Front bleibt angespannt
Update, 14:20 Uhr: Die Lage an der Ukraine-Front bleibt angespannt: Im Kampf um die Stadt Prokowsk konnte die ukrainische Armee offenbar einen Teilerfolg erzielen. Das 7. Schnellreaktionskorps der Luftlandetruppen hätte einen strategisch wichtigen Sammelpunkt der russischen Truppen in einem Haus zerstört, berichtet der Nachrichtensender ntv. In dem mehrstöckigen Betonbau seien Truppen, Kommunikationsmittel und Drohnensteuerpulte versteckt gewesen, hieß es. Die ukrainische Aufklärung habe den Sammelpunkt identifiziert und aus der Luft angegriffen. Es seien etwa zehn russische Soldaten ausgeschaltet worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Offensive im Ukraine-Krieg: Kiew-Truppen legen Brücke zur Krim in Schutt und Asche
Update, 13:27 Uhr: Erneuter Rückschlag für Russland im Kampf um die Krim: Im Ukraine-Krieg haben Kiews Truppen eine wichtige Brückenverbindung zu der von Putins Armee besetzten Insel attackiert. Wie der ukrainische Generalstab mitteilte, beschossen Einheiten der ukrainischen Streitkräfte in der Nacht eine Straßenbrücke über die Meerenge von Henichesk nahe der gleichnamigen Stadt in der Oblast Cherson. Das Bauwerk verbindet Henichesk mit der Arabat-Nehrung und gilt als wichtige Versorgungsroute zwischen der von Russland besetzten Krim und dem ukrainischen Festland. Laut Ukrainska Pravda wurde zudem ein russisches Flugabwehrsystem vom Typ Pantsir-S in der Oblast Saporischschja getroffen. Zuletzt hatte die Ukraine wiederholt die wirtschaftliche Infrastruktur auf der Krim unter Beschuss genommen, weswegen es in der Region bereits zu massivem Treibstoffmangel kommt.
Update, 12:34 Uhr: Großbritannien hat im Ukraine-Krieg ein geheimes Rüstungsprogramm namens „Project Brakestop“ gestartet, um kostengünstige Langstreckenraketen für Kiew zu entwickeln. Die Waffen sollen einen Gefechtskopf von mindestens 225 Kilogramm tragen und Ziele in über 500 Kilometern Entfernung treffen. Wie Bloomberg berichtet, entwickeln die Rüstungsunternehmen MBDA, MGI Engineering und Rotron Aerospace drei konkurrierende Waffensysteme. Eine zentrale Vorgabe Londons: Die Raketen dürfen keinerlei US-amerikanische Bauteile enthalten und keine US-Daten nutzen – um vollständige operative Unabhängigkeit zu gewährleisten. Der Stückpreis soll bei rund 400.000 Pfund liegen, etwa halb so viel wie eine Storm-Shadow-Rakete.
Ukraine-Krieg aktuell: Russland feuert Gleitbombe auf Charkiw – ein Toter
Update, 11:06 Uhr: Tote nach russischer Offensive im Ukraine-Krieg: In der ostukrainischen Stadt Charkiw ist bei einem Raketenangriff mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Leiche werde aus den Trümmern geborgen, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Zuvor schrieb er von neun Verletzten infolge eines Gleitbombenangriffs. Ein zweistöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden, hieß es weiter.
Update, 9:58 Uhr: Ärger über Missachtung bei den Verhandlungen: Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat die Führungsrolle von Deutschland, Frankreich und Großbritannien bei den Gesprächen zum Ukraine-Krieg kritisiert. „Zwischen dem Schwarzen Meer, der Ostsee und der Adria leben 120 Millionen Menschen in der EU, zusammen mit Skandinavien sind es 150 Millionen Menschen, die von Russlands Aggression viel direkter bedroht sind als Deutschland“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Im Gegensatz zu den anderen drei Ländern liege Polen bei einer Aggression aus Russland an vorderster Front. Daher müsse Polen mit am Verhandlungstisch sitzen, forderte er. Zuletzt hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien wiederholt alleine mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die aktuelle Lage gesprochen.
Update, 08:08 Uhr: Angespannte Lage an der Ukraine-Front: Russland bezahlt seinen Angriffskrieg weiterhin mit hohen Verlusten. Binnen eines Tages soll die Armee von Präsident Wladimir Putin 1240 Soldaten verloren haben. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des ukrainischen Generalstabs hervor. Demnach wurden zudem 88 Artilleriesysteme sowie vier Schützenpanzer und ein Kampfpanzer vernichtet. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 belaufen sich die Gesamtverluste Russlands laut Ukrainska Pravda auf rund 1.390.660 Soldaten sowie über 44.000 zerstörte Artilleriesysteme.
- Soldaten: 1.390.660 (+1.240)
- Panzer: 12.041 (+1)
- Artilleriesysteme: 44.386 (+88)
- Mehrfachstartraketensysteme: 1.883 (+2)
- Drohnen: 361.803 (+2.246)
- Schiffe/Boote: 33 (+0)
Angriff auf Russlands Wirtschaft: Ukraine-Drohnen treffen Gasspeicher auf der Krim
Update, 6.09 Uhr: Die Ukraine hat ihre Drohnenkampagne gegen die besetzte Krim im Ukraine-Krieg konsequent fortgesetzt und dabei gezielt Energieinfrastruktur ins Visier genommen. Wie der Kyiv Independent berichtet, trafen die Raketen ein unterirdisches Gasspeicherlager in Hlibiwka im Westen der von Russland besetzten Halbinsel Krim. Kommandeur Robert Brovdi, bekannt als „Madyar“, veröffentlichte entsprechendes Videomaterial in sozialen Netzwerken. Zudem wurden auch ein Luftverteidigungsradar sowie eine Lokomotive auf der Halbinsel beschossen. In der Nacht zum 20. Juni wurden darüber hinaus Explosionen in der Nähe des Wärmekraftwerks Tawrijska in Simferopol gemeldet – eine schwarze Rauchsäule stieg über dem Gelände auf.
Streit um Weltkrieg-Gedenken: Polen entzieht Selenskyj den Weißen-Adler-Orden
Update, 22:41 Uhr: Nach einem Streit um die Weltkriegs-Vergangenheit entzieht der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj die höchste Ehrung des Landes. Nawrocki verkündete die Aberkennung des Weißer-Adler-Ordens am Freitagabend in einer Videobotschaft. Die ukrainische Regierung verurteilte den Schritt umgehend als „strategischen Fehler“ und „respektlos“. Polen gehört bislang zu den wichtigsten militärischen und humanitären Unterstützern der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland.
Mit der Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach der berüchtigten Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) hatte Selenskyj Ende Mai einen diplomatischen Eklat mit Polen ausgelöst. Die UPA war im Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der heutigen Ukraine für Massaker an Polen verantwortlich.
Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen im Kreis Nikopol
Update, 21:42 Uhr: Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind bei russischen Angriffen mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha mit. Russland attackierte demnach die Stadt Nikopol, mehrere Gemeinden im Kreis Nikopol und eine im Kreis Krywyj Rih. Insgesamt habe Moskaus Militär mehr als 30 Mal mit Drohnen und Artillerie angegriffen.
Update, 14:42 Uhr: Nach den bislang schwersten ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau hat Russland seinerseits die Ukraine erneut mit Drohnen attackiert und dabei laut ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet, darunter ein achtjähriges Mädchen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Freitag, Russland werde damit „fortfahren“, die Ukraine anzugreifen. Die ukrainische Armee hatte am Donnerstag eine wichtige Ölraffinerie in Moskau und weitere Ziele getroffen. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, teilte am Freitag mit, dass dabei ein ebenfalls acht Jahre altes Mädchen bei einem Brand in ihrem Haus in der südöstlich von Moskau gelegenen Stadt Schukowski getötet worden war.
Update, 13:54 Uhr: Ein wegen Spionage für die Ukraine in Russland festgenommener Rumäne ist nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Der 2002 geborene Mann habe im Auftrag der Ukraine Standorte der russischen Flugabwehr im Schwarzmeerkurort Sotschi erkundet, hieß es in einer Pressemitteilung des FSB. Das vor einem Gericht in der südrussischen Region Krasnodar gefällte Urteil trat in Kraft, wie der FSB mitteilte. Der russische Geheimdienst meldet immer wieder Festnahmen und angebliche Erfolge im Kampf gegen Spionage. Ins Visier geraten dabei häufig auch ausländische Staatsbürger.
Update, 12:29 Uhr: Beim ukrainischen Drohnenangriff auf die Kapotnja-Ölraffinerie in Moskau kam es offenbar zu einer folgenschweren Fehlfunktion der russischen Luftabwehr. Zwei Videos, die von einem lokalen Telegram-Kanal veröffentlicht und auf X verbreitet wurden, zeigen, wie eine russische Luftabwehrrakete zunächst eine ukrainische Drohne verfehlt, anschließend eine scharfe Linkskurve vollzieht und schließlich in einen Öltank der Raffinerie einschlägt. Die Ursache der gravierenden Fehlfunktion ist bislang unklar.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj buhlt um Finanzspritze aus dem Westen
Update, 11:25 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Sitzung des Europäischen Rates die Mitgliedstaaten der Koalition der Willigen aufgerufen, Mechanismen zur verlässlichen Finanzierung der ukrainischen Streitkräfte zu entwickeln. Das berichtete die Europäische Prawda.
Selenskyj betonte, die Ukraine leiste durch ihren Kampf gegen die russische Aggression einen realen Beitrag zur Sicherheit Europas und habe einzigartige Erfahrungen in der modernen Kriegsführung gesammelt. Zugleich machte er deutlich: „Eine Armee ohne Finanzierung gibt es nicht.“ „Viele fragen, welche konkreten Entscheidungen die Koalition der Willigen bereits jetzt treffen kann. Konzentrieren wir uns auf finanzielle Stabilität als Teil unserer Sicherheit. Wir müssen langfristige Sicherheitsgarantien für Europa bereitstellen, und das bedeutet langfristige Garantien – auch finanzielle Garantien – für Sicherheit, für Stabilität und für die ukrainische Armee.“
Update, 10:03 Uhr: Russland hat die Ukraine seit dem Abend des 18. Juni mit 90 Drohnen verschiedener Typen angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe teilte auf Telegram mit, dass die Luftverteidigung bis zum Morgen des 19. Juni 79 Drohnen abgeschossen oder durch elektronische Kampfführung außer Gefecht gesetzt habe. Der Angriff dauerte zum Zeitpunkt der Meldung noch an.
„Ersten Berichten zufolge haben die Luftverteidigungskräfte bis 08:30 Uhr 79 Drohnen der Typen Schahed, Gerbera, Italmas, Banderol und weitere im Norden, Süden und Osten des Landes zerstört oder durch Störmaßnahmen ausgeschaltet. Einschläge von neun Drohnen wurden an acht Orten registriert, der Absturz abgeschossener Flugobjekte (Trümmer) an weiteren acht Orten.“
Ukraine-Krieg aktuell: Handelsschiffe im Schwarzen Meer angegriffen
Update, 8:23 Uhr: Russische Drohnen haben im Schwarzen Meer zwei Handelsschiffe angegriffen. Dabei kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Das teilten der ukrainische Vize-Premierminister Oleksii Kuleba, der Leiter der Militärverwaltung der Oblast Odessa, Oleh Kiper, sowie die ukrainische Seehafenbehörde mit.
„Ein Besatzungsmitglied eines unter panamaischer Flagge fahrenden Schiffes wurde infolge eines russischen Drohnenangriffs auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer getötet“, erklärte Kuleba. Zwei weitere Matrosen seien verletzt worden, einer davon schwer. Kuleba sprach der Familie und den Angehörigen des Getöteten sein Beileid aus. Ein weiteres Schiff unter der Flagge von St. Kitts und Nevis wurde ebenfalls angegriffen, wobei drei Besatzungsmitglieder leichte Verletzungen erlitten.
Ukraine-Krieg aktuell: Lawrow kündigt nach Moskau-Angriff Vergeltung an
Update, 16:42 Uhr: Nach dem ukrainischen Großangriff auf Ziele in Moskau hat Russland mit Vergeltung gedroht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Donnerstag zu Journalisten in Moskau, Kreml-Chef Wladimir Putin habe bereits angekündigt, dass Russland weitere „massive Angriffe“ gegen die Ukraine ausführen werde. Die russische Armee „setzt dies um und wird das auch weiterhin tun.“
Update, 14:11 Uhr: Wolodymyr Selenskyj nannte die Angriffe auf Moskau in Onlinediensten eine „völlig gerechtfertigte Antwort“ auf die russischen Angriffe auf die Ukraine. Zuletzt hatte eine russische Attacke auf die weltberühmte Höhlenkloster-Anlage in Kiew große Zerstörungen an der Unesco-Welterbestätte verursacht. Die ukrainischen Drohnenangriffe seien „Langstrecken-Sanktionen“, bekräftigte Selenskyj. Nun sei es an der Zeit, den Krieg zu beenden, wofür Russland die nötigen diplomatischen Schritte unternehmen müsse. Die Russen müssten anfangen zu spüren, dass „ein Mann, Putin, diesen Krieg führt“, sagte er am Donnerstag gegenüber der Presse.
Die Attacken auf Moskau erfolgten wenige Stunden vor Beginn eines Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der südostasiatischen Asean-Staaten in Kasan, das etwa 700 Kilometer östlich von Moskau liegt. Gastgeber war Putin. In seiner Eröffnungsrede erwähnte er die Angriffe mit keinem Wort.
Ukraine-Krieg: Massive Angriffe nehmen Moskau ins Visier
Update, 10:04 Uhr: Bei einem schweren ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau ist eine Raffinerie in Brand geraten. Die Flugabwehr der russischen Hauptstadt habe rund 180 Drohnen abgefangen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. „Mehreren Drohnen ist es gelungen, die Moskauer Ölverarbeitungsanlage zu erreichen“, räumte er zugleich auf seinem Telegramkanal ein. Laut dem unabhängigen Internetportal Astra gibt es mindestens fünf Brandherde in der Raffinerie. Auf in sozialen Medien geteilten Videos sind eine starke Explosion und mehrere Feuer zu sehen.
Den offiziellen Angaben zufolge wurden auch ein Wohnhaus und ein großer Gartenfachmarkt in Moskau getroffen. Im Umland sei ebenfalls ein Hochhaus beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Andrej Worobjow mit. Über Verletzte in Moskau und Umgebung ist bislang nichts bekannt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Netzwerken die Attacke auf die Raffinerie. Er bezeichnete den Angriff als Teil der ukrainischen „Langstrecken-Sanktionen“. Das sei die gerechte Antwort auf die ständigen russischen Schläge gegen ukrainische Städte und Gemeinden, schrieb er.
Explosionen in Moskau nach Drohnenangriff: Es ist der seit Jahren schwerste ukrainische Angriff
Update, 8:15 Uhr: Die russische Hauptstadt Moskau hat sich am Donnerstag gegen einen „großangelegten“ Drohnenangriff aus der Ukraine verteidigen müssen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte im Onlinedienst Telegram mit, mehrere Drohnen hätten eine Ölraffinerie getroffen. „Die Luftverteidigung wehrt weiter eine großangelegte Attacke ab. Mehrere Drohnen konnten das MNPZ erreichen“, erklärte der Bürgermeister mit Verweis auf eine große Raffinerie in der Hauptstadt.
Es würden „Maßnahmen ergriffen, um mit den Konsequenzen umzugehen“, sagte Sobjanin weiter, ohne mitzuteilen, ob die Raffinerie beschädigt wurde. Um kurz vor 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 MESZ) teilte er mit, dass die russische Luftabwehr in der Nacht 43 Drohnen zerstört habe. Am Dienstag hatte ein ukrainischer Drohnenangriff ein Feuer in einer großen Ölraffinerie am Stadtrand von Moskau ausgelöst und Schäden verursacht. Es war zunächst unklar, ob am Donnerstag dieselbe Raffinerie erneut angegriffen wurde.
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Gegenangriffe auf russisches Staatsgebiet verstärkt und trifft regelmäßig Anlagen der Ölindustrie und deren Exportzentren. Kiew will die für Moskau wichtigen Einnahmen aus dem Ölexport minimieren, mit denen der Krieg gegen die Ukraine finanziert wird. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren fast täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen.
Rubriklistenbild: © © IMAGO / NurPhoto / Symbolbild
