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Nach Spott über Ehe

Bizarre Geste in Évian: Trump zeigt Machtspiel mit Macrons Ehefrau

Nach fiesem Spott über die Ehe der Macron zeigt Trump beim G7-Gipfel in Évian sein Machtspiel: einen festen Händedruck mit Brigitte. Was bedeutet die Geste?

Präsident Donald Trump hat Brigitte Macron einen seiner typischen langen, festen Händedrücke gegeben. Frankreichs First Lady traf den US-Präsidenten am Montag beim G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains. Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron verbindet ein komplexes Verhältnis. Die beiden Spitzenpolitiker sind seit Jahren für intensive, teils wie ein Tauziehen wirkende Händedrücke bekannt. Doch es ist das erste Mal, dass Trump diese Form der Begrüßung Frankreichs First Lady anbot.

Liefern sich immer wieder Machtspiele: US-Präsident Donald Trump drückt Brigitte Macron beim G7-Gipfel in Evian fest die Hand.

Der US-Präsident hatte zuvor Brigitte und die Ehe der Macrons zuletzt immer wieder verspottet. Bei einer privaten Veranstaltung im April, als er Frankreich dafür rügte, den USA im Iran nicht beizustehen, warf Trump Brigitte vor, Emmanuel „äußerst schlecht“ zu behandeln.

Nach Spott gegen Macron: Trump tauscht bei G7-Gipfel Händedruck mit Ehefrau Brigitte aus

„Ich habe Frankreich angerufen, Macron, dessen Frau ihn äußerst schlecht behandelt, [er] erholt sich immer noch von der rechten Hand an den Kiefer“, sagte er und bezog sich dabei offenbar auf einen viralen Clip aus dem vergangenen Jahr. In dem Video schien Brigitte Emmanuels Gesicht energisch wegzuschieben, als beide ihren Präsidentenjet verließen; Macron tadelte Trump später und sagte, dessen Bemerkungen seien nicht „elegant“ und hätten „nicht dem Niveau“ entsprochen.

Der Trump-Macron-Händedruck ist seit fast einem Jahrzehnt ein wiederkehrendes diplomatisches Schauspiel. Ihr erstes Treffen im Jahr 2017 führte in Brüssel zu einem weißknöchelig festen, lang anhaltenden Griff – ein frühes Zeichen für die wettbewerbliche Note, die ihre Beziehung prägen sollte.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

In den folgenden Jahren schwankten die beiden Staatschefs zwischen Wärme und Rivalität. Macron empfing Trump zu den Feierlichkeiten zum Bastille-Tag in Paris, einschließlich eines prominent besetzten Abendessens am Eiffelturm mit beiden Paaren; Trump revanchierte sich später, indem er Macron zum Ehrengast beim ersten Staatsbankett seiner Amtszeit im Weißen Haus machte.

Doch bis zum Ende von Trumps erster Amtszeit war die sogenannte „Bromance“ verblasst und durch Streit über Zölle, die Ukraine und den Krieg mit Iran ersetzt worden. Der jüngste Händedruck mit Brigitte Macron, von Beobachtern als „Tauziehen“ beschrieben, fügt der Reihe symbolträchtiger körperlicher Gesten ein neues Kapitel hinzu.

Wer beim G7 in Évian dabei ist – die Liste der Teilnehmer und Mitglieder

Die G7 setzt sich aus sieben großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften zusammen: Frankreich, die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Kanada, Deutschland, Italien und Japan. Die Staats- und Regierungschefs sind für den Gipfel 2026 in Évian-les-Bains zusammengekommen, wo Spannungen zwischen Trump und mehreren Verbündeten, insbesondere wegen Iran und der transatlantischen Zusammenarbeit, voraussichtlich offen zutage treten werden.

An dem Gipfel in Évian werden teilnehmen: Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs (Gastgeber), Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, Keir Starmer, Premierminister des Vereinigten Königreichs, Mark Carney, Premierminister Kanadas, Friedrich Merz, Bundeskanzler Deutschlands, Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin Italiens, und Sanae Takaichi, Premierministerin Japans.

Wozu das G7-Treffen dient

Die G7 existiert, um die Politik unter den führenden demokratischen Volkswirtschaften der Welt abzustimmen. Zu ihren Zielen gehören die Förderung globaler wirtschaftlicher Stabilität, die Koordinierung von Antworten auf internationale Sicherheitsherausforderungen sowie die Beratung über Klima-, Handels- und Entwicklungsfragen; zudem soll die diplomatische Zusammenarbeit unter den Mitgliedstaaten gestärkt werden.

Obwohl die G7 keine vertragsbasierte Organisation ist, dient sie als Forum, um bei zentralen globalen Fragen Konsens zu finden. Auf dem diesjährigen Gipfel wiesen Analysten darauf hin, dass das angespannte Trump-Macron-Verhältnis – und Trumps allgemeinere Frustration über US-Verbündete – die Gespräche hinter verschlossenen Türen prägen könnte. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © LUDOVIC MARIN/AFP

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