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Interaktive Karte

Umfrage-Vergleich: Knall in Rumänien, Orbán in Nöten – wie real ist der „Rechtsruck“ in Europa?

Driftet Europa tatsächlich nach rechts? IPPEN.MEDIA hat Umfragen aus 29 Ländern ausgewertet – die Ergebnisse bergen einige Überraschungen.

Vom „Rechtsruck“ in Europa ist alle naselang die Rede. Doch was ist dran? Der Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA hat aktuelle Umfragedaten zu den Parlamentswahlen von 29 europäischen Ländern ausgewertet und als interaktive Karte aufbereitet. Das Ergebnis: Rechtspopulisten und Extremisten bauen ihren Stimmenanteil in den Sonntagsfragen weiter leicht aus. Mittlerweile liegt er quer durch die betrachteten Länder im Durchschnitt bei knapp 20 Prozent. Bei der vorherigen Ausgabe aus dem Januar 2024 waren es noch 18,2 Prozent. Hinweise zur Methodik finden Sie in der Infobox.

Die AfD liegt dabei mit 22 Prozent (laut Forschungsgruppe Wahlen) bei Weitem nicht vorne. Weder was die absoluten Zahlen, noch was die Zuwächse in jüngerer Zeit angeht. Allerdings sind die Rechtsaußen in einigen Staaten zuletzt auch in Schwierigkeiten geraten. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

Große Umfrage-Auswertung: Wo die radikalen Rechten in Europa am stärksten sind

Der höchste Wert ist zugleich ein Sonderfall: In Flandern, Landesteil Belgiens, kommen die Parteien N-VA und Vlaams Belang auf 49,1 Prozent. Aufgrund des Wahlsystems gibt es allerdings keine aktuellen Wahlumfragen für das ganze Land. Im französischsprachigen Landesteil Wallonie spielen derartige Kräfte keine Rolle. Das Bild im Parlament wäre also gemäßigter.

George Simions AUR sammelt rapide Stimmen, Viktor Orbáns (re.) Fidesz verliert in Umfragen – eine Stichprobe aus 29 Staaten.

In Polen und Rumänien kommen Rechtspopulisten und/oder -radikale landesweit auf über 40, in Italien und Frankreich auf über 35 Prozent in den Sonntagsfragen. In all diesen Ländern haben die entsprechenden Parteien seit der letzten IPPEN.MEDIA-Auswertung im Frühjahr 2024 zugelegt – und zwar mit Ausnahme Italiens jeweils aus der Opposition heraus. In Rom koalieren mit Giorgia Melonis Fratelli d‘Italia und der Lega gleich zwei Parteien aus dem rechtspopulistischen Spektrum.

Auffällig hohe Werte gibt es auch in Ungarn (35 Prozent), Österreich (33 Prozent für die FPÖ), der Schweiz (30 Prozent) und den Niederlanden (30 Prozent). Hier sind die jüngsten Entwicklungen allerdings teils ganz anders als etwa in Rumänien:

Rechtspopulisten im Spiegel der Umfragen: Wo es die größten Zuwächse gab

Beim Vergleich mit den Daten von Anfang 2024 stechen zwei Länder stark heraus: In Großbritannien hat „Reform UK“, die neue Partei von Brexit-Verfechter Nigel Farage, mit 17 Prozentpunkten Plus deutlich zugelegt. Allerdings kann das britische Mehrheitswahlrecht solche Verschiebungen abmildern.

Bereits prekär ist die Lage zwischenzeitlich in Rumänien geworden. Dort waren zwei rechtsradikale Kandidaten nahe am Sieg in der Präsidentschaftswahl – es drohten verheerende Folgen für Demokratie und auch Wirtschaft des Landes, wie Raimar Wagner aus dem Bukarester Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung IPPEN.MEDIA sagte. In den Parlamentsumfragen legen die Parteien AUR und S.O.S. Romania nun binnen 17 Monaten insgesamt 20 Prozentpunkte zu. Ein Grund könnte laut Wagner Zorn über gefühlte Selbstbedienungsmentalität und einen Ruch von Korruption unter den langjährigen Regierungsparteien sein.

Weniger dramatisch, aber dennoch bemerkenswert sind Umfragezugewinne der Rechtspopulisten in Norwegen. Dort gewann die Fremskrittsparti (Fortschrittspartei) rund 8 Prozentpunkte verglichen mit Januar 2024 hinzu – der Wahlforscher Bjarte Folkestad attestierte der Partei zudem zuletzt beim Sender NRK eine mittlerweile „solide und loyale Wählerbasis“. Bemerkenswert ist das auch, weil die Entwicklung in den Nachbarländern Schweden und Finnland gegenläufig ist.

Rechtsruck – aber nicht überall: Wo der rechte Rand in Europa einbüßt

Drei erstaunliche Ergebnisse der Stichproben aus 2024 und 2025: Ausgerechnet zwei Führungsfiguren der Rechtenaußen sind in Umfrageschwierigkeiten. In Ungarn ist Viktor Orbán binnen knapp anderthalb Jahren in den Umfragen um sagenhafte 20 Prozentpunkte eingebrochen. Ihm bereitet allem Anschein nach der Mitte-Rechts-Kontrahent (und frühere Parteifreund) Peter Magyar mit der Tisza-Partei Probleme – laut einer weiteren Erhebung des Instituts Media ist Tisza gerade bei Wählern unter 40 Jahren beliebt. In den Niederlanden ist Geert Wilders noch an der Regierung beteiligt, hat aber angesichts schwacher Umfragewerte wohl bewusst die Notbremse gezogen. Geholfen hat das noch nicht: Minus 7 Prozentpunkte stehen zu Buche.

Ein weiterer interessanter Fall sind die „Wahren Finnen“. Auch sie haben – gerundet – im Stichprobenvergleich ein Minus von 7 Prozentpunkten zu beklagen. Und auch sie sind an der Regierung beteiligt. Ein Experte des Rundfunksenders YLE machte zuletzt Unzufriedenheit in Reihen von „Finnen“-Wählern aus der Arbeiterschicht als einen Grund aus. In Schweden dulden die scharf rechten Schwedendemokraten die konservative Regierung. Auch sie profitieren aber nicht. Ihre Probleme sind in absoluten Zahlen weniger groß, dafür aber stabil: Seit Monaten liegen sie unter ihrem Wahlergebnis von 2023.

Rechtspopulisten in Europa: Methodik und Daten des Umfragevergleichs

Für die Daten des Artikels und der interaktiven Karte haben wir stichprobenartig Umfragen aus 29 europäischen Ländern ausgewertet, konkret aus EU, Norwegen, Schweiz, Island und UK. Wo vorhanden, kamen aktuelle Erhebungen aus dem Juni 2025 zum Einsatz – nach Möglichkeit aus derselben Quelle wie bei der Analyse aus dem Frühjahr 2024. Die verwendeten Institute sind in der Karte vermerkt, sie erscheinen ebenso wie die genauen Daten beim Berühren des jeweiligen Landes mit dem Mauszeiger. Im rechten Reiter der Tabelle können Sie zum direkten Vergleich zu den Umfragedaten aus dem Januar 2024 umschalten. Die Werte sind auf ganze Zahlen gerundet.

Grundlage für die Auswahl der betrachteten Parteien ist die „PopuList“, ein Projekt mehrerer europäischer Universitäten – und hierbei die als klar „Far-right“ (rechtsradikal) ausgezeichneten Vereinigungen. Ergänzt sind lediglich zwei dort noch nicht erfasste Parteien: Die klar rechtsextreme S.O.S Romania und die ebenso radikale Hnutie Republika aus der Slowakei, eine Abspaltung der in der PopuList aufgeführten rechtsextremen Kotleba.

Wichtig zu beachten ist: Umfragen bilden nur eine Momentaufnahme ab, sie sind keine Prognosen für Wahlergebnisse. Zugleich handelt es sich nur um ein beispielhaftes Sample, nicht um eine Auswertung großer Datenmengen verschiedener Institute.

Schadet eine Regierungsbeteiligung also den Rechtsaußen? Das wäre als Erklärung wohl zu kurz gegriffen. Ein Gegenbeispiel ist Meloni in Italien – die aber ohne „gemäßigten“ Regierungspartner auskommt. Eine andere Gefahr ist wohl die „Normalisierung“ der radikalen Kräfte durch Regierungsämter: So erklärte Rechtspopulismusforscher Vicente Valentim IPPEN.MEDIA etwa, ein Vorteil der FPÖ (aktuell 30 Prozent) gegenüber der AfD (aktuell 22 Prozent) sei abseits weiterer Effekte eben auch das: der Abglanz der Würde früherer Ämter in den wichtigsten Positionen des Staates.

Keine Chance für Rechts: Welche Staaten ohne Rechtspopulisten im Parlament auskommen

Die Auswertung sieht drei Staaten ohne relevante Parteien auf rechtspopulistischer bis -radikaler Seite: Litauen, Irland und Island. In Litauen und Irland ist die Lage aber nicht mehr so klar, wie sie einmal war: In Litauen erzielt die Partei Nemuno aušra um den durch antisemitische Äußerungen aufgefallenen Remigijus Žemaitaitis in Umfragen wie bei der letzten Wahl hohe einstellige Werte. Sie ist allerdings noch nicht in der „PopuList“ erfasst – und ihre genaue Einordnung im Spektrum Gegenstand von Diskussionen. Für die irischen Parteien Independent Ireland und Aontú gilt Ähnliches, auf etwas niedrigerem Umfrageniveau.

Und schließlich gibt es einige hell gefärbte Sonderfälle auf der Karte. In Kroatien etwa hat die nach westeuropäischen Maßstäben am ehesten klassische rechtspopulistische Partei DP deutlich eingebüßt. Aber migrationsfeindliche Positionen oder ein rückwärtsgewandtes Frauenbild gehören durchaus zum Spektrum der regierenden HDZ, wie Experte Vedran Džihić unserer Redaktion vor einiger Zeit erklärte. In Tschechien wiederum harren nicht nur die mit klaren Rechtsaußentendenzen agierenden „Motoristen“ einer wissenschaftlichen Einordnung. Ex-Ministerpräsident Andrej Babiš schloss seine ANO (im Juni mit 33,5 Prozent Umfrageführende) den „Patrioten für Europa“ an: der Fraktion um Marine Le Pens Rassemblement National, FPÖ und Orbáns Fidesz. Fraglich allerdings, ob das allen in der Partei gefällt – und allen Wählern bewusst ist.

Umfragedaten der Rechtspopulisten im Überblick: Welche Schlüsse sind zu ziehen?

Die Rede vom „Rechtsruck“ trifft wohl nicht – nach der vorliegenden Umfrage-Momentaufnahme liegt das Wort „Rechtsrutsch“ näher. Unklar ist natürlich, wie weit er noch führen wird. So sagte der österreichische Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch unserer Redaktion im Herbst 2024, das Potenzial der FPÖ sei wohl bei rund 30 Prozent gedeckelt. Dasselbe gelte für wesensähnliche Parteien in vielen Ländern – jedenfalls mit Blick auf die Gesamtwählerschaft.

Eine andere Frage ist die nach Gegenstrategien. Ein Pauschalrezept scheint noch nicht gefunden. Die wegen ihres scharfen Migrationskurses viel gelobte dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sieht sich in den Umfragen weiter Rechtsaußenparteien mit Werten von insgesamt 15 Prozent gegenüber. Ein zwar eher niedriger, aber kein komplett außergewöhnlicher Wert.

Kennen Sie alle? Diese 41 Parteien wurden formal zur Bundestagswahl 2025 zugelassen

Bundestagswahl
41 Parteien wurden für die Bundestagswahl formal zugelassen, doch nur 29 davon nehmen teil. Zwölf der Mitte Januar vom Bundeswahlausschuss formal anerkannten Parteien werden bei der Abstimmung nicht dabei sein, wie die Bundeswahlleiterin Ende Januar in Wiesbaden mitteilte. Anders als langjährige Bundestags- und Landtagsparteien hatten vor allem kleinere Parteien beispielsweise noch eine erforderliche Anzahl von Unterstützerunterschriften nachweisen müssen. © IMAGO/Sascha Steinach
Bundestagswahl
SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Freie Wähler, Volt, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, Bündnis Deutschland und das Bündnis Sahra Wagenknecht sind demnach in allen 16 Ländern mit Landeslisten vertreten. Die CDU tritt in allen Bundesländern außer Bayern an, die CSU (Foto) nur in Bayern. Die übrigen Parteien werden nicht in allen Ländern auf den Stimmzetteln stehen. Acht von ihnen treten den Angaben nach jeweils nur in einem Land an. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen.
Wir haben die 41 formal zugelassenen Parteien gesammelt. Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen. © Hendrik Schmidt / dpa
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025.
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025. © Thomas Banneyer / dpa
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck.
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck. © Georg Wendt / dpa
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.  © Moritz Frankenberg / dpa
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin.
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert / dpa
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen. Die Schwesterpartei der Union ist zugelassen für die Bundestagswahl – der Name von Parteichef Markus Söder wird darauf allerdings nicht auftauchen, er bleibt als Ministerpräsident in Bayern und will nicht nach Berlin. © Daniel Vogl / dpa
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © Hendrik Schmidt / dpa
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen.
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen. Seit der Absplitterung von den Linken sitzt das BSW auch bereits im Bundestag. © Hannes P Albert / dpa
Auch das Bündnis Deutschland ist zur Wahl zugelassen
Auch das Bündnis Deutschland – hier ein Foto aus dem Jahr 2022 – ist als Partei, die in einem Landtag vertreten ist, zur Wahl zugelassen. Die rechtskonservative, wirtschaftsliberale Partei ist mit sieben Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft vertreten. © Bernd von Jutrczenka / dpa
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten.
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten. © Daniel Vogl / dpa
Bayern-Partei ist zur Bundestagswahl zugelassen
Zu den 31 weiteren Parteien, die der Bundeswahlausschuss wegen eingehaltener Formalitäten zur Wahl zulässt, gehört auch die Bayernpartei. Sie setzt sich laut eigenen Aussagen für „Selbstbestimmung, Föderalismus und die Eigenstaatlichkeit Bayerns“ ein. Das Foto zeigt ein Plakat aus dem Wahlkampf zur Landtagswahl in Bayern 2023. © IMAGO/Goldmann
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD.
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD. Sie versteht sich als kommunistische deutsche Kleinpartei. © IMAGO / Michael Gstettenbauer
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019.
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019. © Revierfoto via www.imago-images.de
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl.
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl. © IMAGO / Jan Huebner
Auch auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl dabei: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft.
Auch formal zugelassen: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft. © IMAGO / Müller-Stauffenberg
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.  © IMAGO / IPON
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen.
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen. © Jörg Carstensen / dpa
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt.
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt. © IMAGO/Manfred Segerer
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen.
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen. © IMAGO / Karina Hessland
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie. © IMAGO/Sandy Dinkelacker
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament.
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament. © Kay Nietfeld / dpa
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © IMAGO/BODE
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht.
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht. © IMAGO/Revierfoto
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen. © IMAGO/Oliver Kaelke/DeFodi Images
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen.
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen. Das Symbolfoto zeigt eine Tafel mit etwaiger Aufschrift. © IMAGO / Bihlmayerfotografie
Auf dem Wahlzettel – hier ein Beispiel zur Europawahl 2024 – steht auch bei der Bundestagswahl die Partei MERA25.
Zugelassen ist auch die Partei MERA25. Sie steht nach eigener Aussage für „Linke Politik für Frieden, Solidarität und Freiheit“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Bild zeigt ein aktuelles Wahlplakat. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar.
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar. Die Partei ist seit 1955 von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Dementsprechend sitzt mit Stefan Seidler gar ein Mitglied im Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 ist die Partei wählbar. © Axel Heimken / dpa
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.  © IMAGO/Bernd Leitner
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW, bald auch auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl 2025: Die Partei Die LIEBE.
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW: Die Partei Die LIEBE. © IMAGO/Juergen Schwarz
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa.
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa. © IMAGO/Stefan Zeitz
Die WerteUnion galt eigentlich als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat.
Die WerteUnion galt als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat. 2024 strebte Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen dann die Gründung einer eigenen Partei an, der er nun vorsitzt. Zur Bundestagswahl 2025 wurde die WerteUnion nun zugelassen. © Soeren Stache / dpa
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah.
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah. © IMAGO/Guido Schiefer
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen.
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen. Sie setzt sich gegen Kapitalismus und Krieg ein. Das Wahlplakat stammt aus dem Jahr 2023 aus Berlin. © IMAGO/Stefan Zeitz
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung. Sie setzt sich für die schnellere Entwicklung von Verjüngungstherapien ein. Das Plakat hing im Wahlkampf zur Europawahl 2024 in Chemnitz. © IMAGO/Fotostand / Nachtigall
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits.
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits. Beide wurden auch für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die ³ bei der V-Partei steht übrigens für „Veränderung, Vegetarier und Veganer“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Partei DIE SONSTIGE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE SONSTIGEN ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Laut Website steht man als „Friesenpartei“ für „skurrile Minderheiten, Systemwechsel & gegen neurechte Klima-Leugnung“. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Im Wahllokal kann man seinen Stimmzettel auch mit einem Kreuz bei der Dr. Ansay Partei in die Urne werfen.
Auch die Dr. Ansay Partei wurde zugelassen. © Patrick Pleul / dpa
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © bpb
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Plakat stammt aus der Kampagne zur Europawahl 2024. © IMAGO/Fotostand / Nieweler

„Die Politikwissenschaft erklärt seit zwei Jahrzehnten: Wenn das Leib-und-Magen-Thema einer Randpartei starkgemacht wird, dann stärkt das die Randpartei und nicht die Partei, die es aufgreift“, betonte hingegen Politikwissenschaftler Christian Martin im Interview. Valentim warnte zudem Politiker etablierter Parteien davor, Rhetorik und Vokabular von Rechtsaußen aufzugreifen – das nütze vor allem ebenjenen Kräften.

Die größte Gefahr – siehe Ungarn, Polen oder auch Slowakei – dürfte bleiben, autoritäre Kräfte in Regierungsverantwortung Hand an Staatsaufbau und Wahlsystem legen zu lassen. Die Gefahr sei weniger, dass die FPÖ einmal 50 Prozent der Stimmen bekomme, sagte Heinisch. „Die Sorge ist eher, dass sie in der Regierung die Verfassung ändert, dass sie eine mehrheitsverstärkende Macht bekommt.“ Als Vorbild in dieser Hinsicht gilt Viktor Orbán. Er hat inzwischen das Wahlsystem so stark verändert, dass es auch eine starke Opposition schwer hat, die Regierung zu übernehmen. (fn)

Rubriklistenbild: © Montage: Grzegorz Wajda/Zuma/Nicolas Economou/NurPhoto/Imago/fn

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