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Kolumnist James Warren Davis

Putin-Apologet Trump zertrümmert Normen der US-Politik – für die Demokraten bleibt ein Ratschlag

USA-Kenner James Warren Davis zieht ein düsteres Fazit nach Trumps erstem Jahr zurück im Amt. Hoffnung für die Demokraten sieht der Kolumnist dennoch.

Donald Trump hat mit seiner MAGA-Abrissbirne nicht nur jahrzehntealte Normen der amerikanischen Politik zertrümmert, sondern gleich ganze Bundesbehörden mitentsorgt. Außenpolitisch sieht es nicht besser aus. Vom Bannerträger für Freihandel und Freiheit zum protektionistischen Putin-Apologeten: Die heutige amerikanische Außenpolitik hätte Ronald Reagan – und auch beide Bushes – ratlos zurückgelassen. Auf beiden Seiten des Atlantiks hört man deshalb dieselbe Frage: Wo sind eigentlich die Demokraten?

Donald Trump bei einem Auftritt am 6. Januar.

Zur Ehrenrettung der Partei muss man sagen: Das amerikanische politische System ist für die Minderheit denkbar ungeeignet, um Initiative zu zeigen. Im Kongress bestimmen die Ausschussvorsitzenden die Tagesordnung – und die stellt nun einmal die Mehrheitspartei. Die Republikaner kontrollieren sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat, wenn auch Ersteres nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. Die Demokraten können Trumps Gesetzgebung bremsen, aber kaum eigene Alternativen zur Debatte stellen.

Trump wäre eine „lahme Ente“ – und er weiß das

Hinzu kommt, dass Trump große Teile seiner Agenda gar nicht erst durch den Kongress schiebt, sondern per Dekret regiert. Ein kurzer Zahlenvergleich wirkt ernüchternd: Allein im Jahr 2025 hat Trump fast 225 Executive Orders unterzeichnet – fünf mehr als während seiner gesamten ersten Amtszeit. Selbst wenn viele davon von Gerichten kassiert werden sollten (über hundert Klagen sind anhängig), ist der Schaden bis dahin längst angerichtet.

Und doch ließe sich argumentieren: 2025 war kein schlechtes Jahr für die Demokraten. Trumps Zustimmungswerte liegen landesweit im Keller, stabil im niedrigen Dreißigerbereich. In Meinungsumfragen überwiegt Ablehnung derzeit in 49 von 50 Bundesstaaten. Die Demokraten gewannen 2025 zwei Gouverneursposten und siegten landesweit in 21 Prozent der Wahlkreise, die zuvor republikanisch waren. Die Republikaner hingegen konnten keinen einzigen demokratischen Wahlkreis erobern.

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Sollten die Republikaner bei den im November anstehenden Zwischenwahlen tatsächlich 21 Prozent ihrer Sitze im Repräsentantenhaus verlieren, hätten die Demokraten die Mehrheit souverän zurück. Trumps Träume von weiteren Behördenauflösungen, einer zusätzlichen Aushöhlung von Obamas Gesundheitsreformen oder neo-imperialen Projekten wie der Annexion Grönlands und des Panamakanals wären damit ausgeträumt.

Politisch wäre der Präsident eine lahme Ente – und er weiß das. In einem Fernsehinterview bemerkte Trump kürzlich: „Wenn man sich viele, viele Jahre anschaut … ich habe die Zahlen nicht … aber der Präsident verliert offenbar immer die Midterms. Ich weiß nicht warum – verrückt.“ Man darf annehmen, dass ihn der Gedanke verrückt macht, künftig demokratische Stimmen zu brauchen, um Projekte zu finanzieren, die sich nicht über private Geldgeber abwickeln lassen – wie in etwa seinen neuen Ballsaal oder die neue Air Force One.

Der Rat an demokratische Wahlkampfstrategen: Lasst Trump einfach Trump sein

Was also sollen die Demokraten tun, um zu gewinnen? Wie immer gibt es widersprüchliche Ratschläge. Der Erfolg des demokratischen Sozialisten Zohran Mamdani in New Yorks Bürgermeisterwahlkampf nährt die Hoffnung, linkspopulistische Kandidaten könnten vor allem junge Wähler mobilisieren – eine Gruppe, die den Demokraten seit Obama zunehmend den Rücken gekehrt hat. Andere setzen auf moderate Kandidaten, die Unabhängige und frustrierte Republikaner ansprechen. Der Wahlsieg der ehemaligen CIA-Offizierin Abigail Spangler bei der Gouverneurswahl in Virginia gilt ihnen als Beweisstück A.

Kaum jemand kann die USA, ihre Politik und Donald Trump besser analysieren als er: der amerikanische Politikwissenschaftler James W. Davis. Er ist ausgewiesener Experte für US-Politik und Internationale Beziehungen, lehrt seit Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum. Dieser Text ist der dritte und letzte Teil einer Kolumnen-Serie zum ersten Jahr Trumps zweiter Amtszeit – zuvor blickte Davis auf radikale Veränderungen in den USA und einen Mangel an Strategie in Trumps Politik, Erfolgen zum Trotz.

Meine eigene Einschätzung ist eine andere. Der größte Trumpf der Demokraten heißt Donald Trump. Midterms sind Turnout-Wahlen. Demokraten und viele Unabhängige sind wütend – und sie werden wählen gehen. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass Trumps MAGA-Koalition bröckelt. Teile der „America-First“-Fraktion empören sich darüber, dass chinesische Studierende weiterhin an US-Universitäten zugelassen sind. Andere lehnen die Idee ab, in Venezuela Ölkriege zu führen. Wieder andere sind abgestoßen von Trumps Umgang mit – und möglicher Verstrickung in – die Affäre um das Sexhandelsnetzwerk von Jeffrey Epstein. Mein Rat an demokratische Wahlstrategen? Lasst Trump einfach Trump sein.

Zweitens gilt: Die USA sind groß. Wenn die Demokraten wieder Mehrheitspartei werden wollen, müssen sie erneut ein breites Zelt aufspannen. Woke ideologische Reinheitsprüfungen mögen auf soziale Media Applaus bringen, sind aber der sicherste Weg in den dauerhaften Minderheitenstatus. Denn was in New York oder Kalifornien funktioniert, verfängt nicht zwangsläufig in Ohio oder Wisconsin. Alle Politik ist lokal, heißt es. Zumindest bis zum nächsten Präsidentschaftswahlkampf. (James Warren Davis)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Daniel Torok/Avalon

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