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Experte gibt Einschätzung

„Sehr offensichtlich“ – Was wirklich hinter Donald Trumps Grönland-Obsession steckt

Trump will Grönland aus Gründen „nationaler Sicherheit“. Das sei vorgeschoben, meint ein Experte. Auch auf die wirtschaftlichen Schätze sei Trump nicht aus. Eine Analyse.

Donald Trump will sie, die über zwei Millionen Quadratkilometer große Insel. Grönland. Für den US-Präsidenten und seine Vertreter steht außer Frage, dass die USA als militärisch stärkste Macht in der NATO einen Anspruch auf das autonome Territorium Dänemarks haben. Man brauche Grönland „aus Gründen der nationalen Sicherheit“. Seit Trump seine zweite Präsidentschaft begonnen hat, deutet er immer wieder eine mögliche Annexion an. Dabei ist nicht nur die geografische Lage des Landes interessant.

In seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump bereits mehrmals Anspruch auf Grönland erhoben.

Grönland verfügt über ein potenziell sehr hohes Vorkommen an seltenen Erden. Aber auch über Gold und Diamanten sowie Nickel, Lithium und Uran. Rohstoffe, die teilweise in der E-Mobilität oder für Erneuerbare-Energie-Technologien gebraucht werden. Insbesondere im Hinblick auf ein Tech-Rennen mit China dürfte sich Donald Trump deshalb nicht nur militärischen, sondern auch auch wirtschaftlichen Nutzen versprechen. Oder?

Lizenzen für Rohstofferkundungen auf Grönland besitzen die USA bereits – nutzen sie aber nicht

Der Politologe und Arktis-Experte Christoph Humrich schätzt, dass das Sicherheitsargument nur vorgeschoben ist. „Dass Rohstoffe dahinter- oder darunterliegen, denke ich eher nicht“, sagt er auf Anfrage des Münchner Merkur von Ippen.Media. Was er von Geologen über die Wirtschaftlichkeit und den Zeithorizont der Gewinnung seltener Erden und anderer Mineralien auf Grönland gehört habe, spreche zunächst gegen unmittelbar Erfolg versprechende Strategien. „Es ist aus vielen Gründen schlicht zu teuer, oft technisch extrem herausfordernd und mit einem zu langen Zeithorizont versehen“, meint der Experte.

Derzeit gebe es seiner Kenntnis nach nur eine wirklich wirtschaftlich fördernde Mine, eine weitere im Betrieb. Eröffnungen neuer Minen und Rohstoffförderung benötigten mindestens einen Vorlauf von geschätzten zehn bis fünfzehn Jahren. „Der absolute Mangel an Infrastruktur und Arbeitskräften sowie die geografischen und klimatischen Bedingungen und Risikofaktoren sind extrem hohe Hürden“, sagt Humrich. Was allerdings nicht heiße, „dass Trump das mit seinem ambivalenten Verhältnis zur Realität genauso sieht.“

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Grönland versuche seit Jahren, Investoren zu locken. „Das ist nicht mit großem Erfolg gekrönt. Unter anderem aus den USA, mit denen sogar politische Absprachen zur Investitionsförderung bestehen, gibt es kaum Interesse.“ Von 60 Explorationslizenzen sei nicht mal eine Handvoll aktiv. Es gebe legal also bereits die Möglichkeit für US-Firmen, Ressourcen zu fördern, sagt Humrich. „Sie wollen es aber nicht.“

Voreilige Schlüsse solle man auch im Fall Venezuelas nicht ziehen: „Alle, die jetzt Venezuelas Ölressourcen als Grund für die Intervention ins Spiel bringen, vergessen, dass die USA zum Beispiel im Irak die unmittelbare militärische Kontrolle von Ölreserven freiwillig aus der Hand gegeben haben“, erklärt Humrich. Es gebe wenige Anhaltspunkte, dass internationale Kriege um Rohstoffe geführt würden. „Statistisch ist es eher so, dass Rohstoff-Erträge Kriege ermöglichen: Sie finanzieren das Militär revisionistischer Kräfte; Russland, Aserbaidschan und Irak wären Beispiele“, so der Experte.

Warum greift Trump nach Grönland? Experte vermutet Wunsch nach „Nachruhm“

Aber was ist dann mit Grönland? „Mir scheint eine andere Erklärung für die Grönland-Politik viel plausibler als die vermeintlich unterliegenden Rohstoffe: Trump hat nicht zuletzt mit seiner Sicherheitsstrategie und der Venezuela-Intervention sein hemisphärisches Verständnis von Macht und Sicherheit deutlich gemacht.“ Für Trump habe Grönland immer schon zur amerikanischen Hemisphäre gehört. Er legitimiere dies mit der geografischen Nähe und kontinentalen Lage. „Außerdem hat Trump konsistent das ‚Make America Great(er) Again‘ auch räumlich ausgelegt. Dass es ihm nicht nur nachrangig um den Nachruhm als größter Präsident aller Zeiten geht, scheint mir sehr offensichtlich“, sagt Humrich. Sprich: Trump könnte sich durch die Vergrößerung des US-Gebiets in die Geschichtsbücher eintragen wollen.

Das Fazit des Politologen zu den aktuellen Äußerungen und Aktionen des US-Präsidenten: Die Hinweise scheinen ihm darauf hinzudeuten, dass der außenpolitische Kurs von Trump und seiner MAGA-Bewegung „von nationalem Narzissmus, Machtwillen und purer Ideologie geleitet ist“. Wer hinter Trumps Außenpolitik militärische oder wirtschaftliche Vernunft vermute, begehe einen potenziell gefährlichen strategischen Fehlschluss, warnt Humrich. (Quellen: Eigene Recherche, Gespräch mit Christoph Humrich)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / ZUMA Press Wire / Henricus Lüschen

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