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Dollars gegen links

„Politik einer absteigenden Großmacht“: Warum Trump Milei und die Kettensäge retten will

Trump baut Zölle und politischen Einfluss in Lateinamerika aus. Ein Experte erklärt, warum das ein Zeichen für den Niedergang der USA sein könnte.

Buenos Aires – Die radikale Kettensägen-Sparpolitik von Javier Milei droht in Argentinien aktuell zu scheitern. Nach Korruptionsvorwürfen, der verlorenen Wahl in der bevölkerungsreichsten Provinz Buenos Aires und steigender Inflation wenden sich Investoren ab und der Weltmarkt verliert Vertrauen. 58 Prozent der argentinischen Bevölkerung lehnen Milei laut einer Studie von Opina Argentina rund einen Monat vor den Parlamentswahlen Ende Oktober ab.

Zwei Protagonisten der globalen Rechten: Argentiniens Präsident Javier Milei und US-Präsident Donald Trump.

Doch Donald Trump will offenbar nicht tatenlos zusehen, wie Mileis rechtspopulistische Gesellschaftsprojekt kaputtgeht. Der US-Präsident plant mit seinem Finanzminister Joe Bessent eine weitere Finanzspritze für Argentinien. „Javier Milei ist ein sehr guter Freund, Kämpfer und Gewinner und hat meine uneingeschränkte Unterstützung“, schrieb Trump kurz vor seinem Treffen mit Milei am Rande der UN-Vollversammlung in New York am Dienstag (23. September).

Trumps Unterstützung für Milei ist ideologisch motiviert

Warum aber interessiert sich Trump für Argentinien? Laut Hans-Jürgen Burchardt, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an der Universität Kassel, sind die Gründe vor allem ideologischer Art. „Es geht um den weltweiten Versuch, die extreme Rechte und Teile des Konservatismus international zu verbinden. Und da ist Milei, der sich selbst als Heilsbringer und Katalysator von einer neuen internationalen extremen Rechten inszeniert, natürlich wichtig. Wirtschaftlich spielt er kaum eine Rolle für die USA.“

Der neue Kredit der USA werde der Regierung Mileis politisch Luft bis zu den nächsten Wahlen verschaffen, denn die Stabilisierung des argentinischen Peso war eines der Kernversprechen im Wahlkampf des libertären Präsidenten. „Wieder wird deutlich, dass nicht ökonomischer Sachverstand, sondern politische Kumpanei das Handeln Trumps bestimmt“, sagt Lateinamerikaexperte Burchardt der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media.

Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas

Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik.
Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik. Er steht Elon Musk ideologisch nahe. Mileis „Kettensägen-Politik“ in Argentinien dient als Experimentierfeld für einen radikalisierten Anarchokapitalismus, der internationale Aufmerksamkeit von rechtslibertären Bewegungen erhält und als Teil einer neuen „internationalen Allianz“ zur Verteidigung des freien Marktes verstanden wird. © DIEGO LIMA/afp
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort.
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort. Aus dem ursprünglich linkspopulistischen Reformvorhaben seines Vorgängers ist unter Maduro ein autoritäres Projekt geworden. Er regiert heute als Diktator und setzt offen Wahlfälschung ein. Er verfolgt eine antiimperialistische Ideologie gegen die USA und erhält internationale Unterstützung durch China und Russland. © Pedro Mattey/afp
Kämpferisch: Venezueles Präsident Hugo Chavez.
Kämpferisch: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez inszenierte sich als Retter Lateinamerikas gegen imperialistische Interessen aus den USA und wird in ganz Lateinamerika verehrt. © dpa
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert.
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert. Er äußerte etwa wiederholt Bewunderung für die brasilianische Militärdiktatur (1964 bis 1985), spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe aus und hält den menschengemachten Klimawandel für eine Lüge. © SERGIO LIMA/afp
Lula da Silva regierte Brasilien zwischen 2003-2011.
Während Bolsonaro die brasilianische Diktatur feiert, hat Luiz Inácio Lula da Silva unter den Militärs Verfolgung und Haft erlebt. Er regierte Brasilien von 2003 bis 2011. Das politische Projekt von Lula da Silva lässt sich als sozialdemokratische Synthese beschreiben, die eine Kombination aus Sozialpolitik zur Armutsbekämpfung, entwicklungsorientierter Wirtschaftspolitik und Umweltschutz mit dem Ziel verfolgt, Brasilien als gerechteren, ökologisch nachhaltigen und international respektierten Akteur zu positionieren. © EVARISTO SA/afp
Boliviens Ex-Präsident und Gewerkschaftsführer Evo Morales.
Boliviens Ex-Präsident Evo Morales, Regierungszeit 2006 bis 2019, war die Symbolfigur der einfachen Leute und positionierte sich gegen internationale Eliten. Er war der erste indigene Präsident Boliviens, kam aus ärmsten Verhältnissen und war Gewerkschaftsführer. © Jorge Saenz/AP/dpa
Ecuadors Präsidenten Rafael Corea (l.) und Cubas Fidel Castro.
Ecuadors Präsident Rafael Correa (links) war von 2007 bis 2017 im Amt und Teil der linkspopulistischen Welle zusammen mit Hugo Chávez und Evo Morales. In die Bild von 2009 ist er mit Fidel Castro, dem damaligen Máximo Líder von Kuba.  © dpa
Uruguays verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica
Uruguays im Mai 2025 verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica wurde oft als bescheidenster Präsident der Welt bezeichnet. Er saß als Guerilla-Kämpfer gegen die Militärdiktatur lange in Haft und verfolgte später als Präsident eher eine gemäßigt linke Politik. © Matilde Campodonico/dpa
Argentiniens Ex-Präsident Juan Domingo Perón.
Der Peronismus in Argentinien ist eine populistische Strömung, benannt nach Juan Domingo Perón, der zwischen 1946 und 1955 sowie 1973 und 1974 regierte. Zusammen mit seiner Frau Eva „Evita“ Perón war er prägend für den Peronismus. Bekannt war er für seine autoritäre Führung und seine Sozialpolitik. © imago
Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt
Seine Ehefrau Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt, hat heute in ganz Lateinamerika Kultstatus und steht für Grundrechte wie Wohnen, Bildung und öffentliche Gesundheitsversorgung für die Ärmsten. Doch während die einen sie als Heldin der Armen bewundern, kritisieren andere sie als „Populistin“, die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. © imago
Wahlkampf in Argentinien
Argentiniens linkspopulistischer Präsident Néstor Kirchner (im Amt von 2003 bis 2007) steht für Sojaboom und Aufschwung. Nach seinem Tod übernahm Cristina Kirchner (2007 bis 2015) das Amt der Präsidentin. Heute ist sie die populärste Kontrahentin des rechtspopulistischen Präsidenten Javier Milei. © Cezaro De Luca/dpa
Cristina Fernandez Kirchner
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner setzte die linkspopulistische Politik ihres verstorbenen Mannes Néstor Kirchner fort. Das Ehepaar prägte die argentinische Politik so stark, dass der moderne Peronismus in Anlehnung an ihren Namen Kirchnerismus genannt wird. Heute sitzt sie wegen Korruption verurteilt in Hausarrest. © Victor R. Caivano/dpa
Carlos Menem, ehemaliger Präsident Argentiniens
Carlos Menem, ehemaliger Präsident von Argentinien. Regierungszeit: 1989 bis 1999. Peronist, der neoliberale Reformen durchdrückte. Beispiel für den „Neopopulismus“ der 1990er Jahre und aus heutiger Sicht widersprüchlich, da seine Politik dem Kettensägen-Kurs Javier Mileis ähnelt – doch die Parteien als Gegner gelten. © Natacha Pisarenko
In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.
Perus Präsident Alberto Fujimori (Regierungszeit: 1990 bis 2000) kombinierte populistische Rhetorik mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er führte 1992 einen „Selbstputsch“ durch und wurde später wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.  © Martin Mejia/ap
Getúlio Vargas Präsident Brasiliens 1930-1945 und 1951-1954.
Getúlio Vargas (Brasilien). Regierungszeit: 1930-1945 und 1951-1954 Gilt als einer der Begründer des klassischen lateinamerikanischen Populismus und führte eine starke staatliche Industrialisierungspolitik ein. © imago
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors.
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors, gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs. Bis zu seinem Tod 1979 war er der wichtigste Politiker des Landes. © imago
Bild von Salvador Allende, Präsident von Chile.
Salvator Allende regierte Chile zwischen 1970 und 1973 als erster demokratisch gewählter sozialistischer Präsident der Welt mit populistischen Elementen. Die Erinnerung an ihn besteht fort – auch während eines Marsches zum 50. Jahrestag des Militärputsches unter der Führung von Augusto Pinochet, der Allende in Santiago gestürzt hatte.  © IMAGO/Matias Basualdo
José Antonio Kast, ultrakonservativer chilenischer Anwalt und Gründer der Republikanischen Partei
José Antonio Kast gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles. Der ultrakonservative Anwalt wird als rechtspopulistisch, rechtsextrem und neofaschistisch beschrieben. 2021 unterlag er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seinem Kontrahenten Gabriel Boric. © ANDRES PINA/ATONCHILE/imago
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro ist ein ehemaliger Guerillakämpfer und Ex-Bürgermeister von Bogotá, der als linkspopulistisch beschrieben wird. Er wurde 2022 als erster linker Politiker in der Geschichte Kolumbiens zum Präsidenten gewählt. © STRINGER/afp
Rodolfo Hernández, kolumbianischer Bauunternehmer und Multimillionär.
Rodolfo Hernández, ein parteiloser Bauunternehmer und Multimillionär, kam bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2022 als rechtspopulistischer „TikTok-Opa“ überraschend in die Stichwahl gegen Gustavo Petro. Er erreichte mit einfachen Anti-Korruptions-Botschaften und Kampagnen auf den sozialen Medien fast 47 Prozent der Stimmen. © EVA MARIE UZCATEGUI
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (M.) während einer Kundgebung mit Sympathisanten in Managua 2018. Er ist seit 2007 amtierender, inzwischen diktatorisch regierender Präsident Nicaraguas und Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional, die früher selbst die Diktatur der Somoza-Dynastie stürzten. © Jorge Torres/imago
El Salvadors Präsident Nayib Bukele
Präsident Nayib Bukele regiert das kleinste mittelamerikanische Land E Salvador seit 2019 mit harter Hand und ist vor allem durch seine Megagefängnisse, seine ultraliberale Bitcoin-Politik und seine Beziehung zu Donald Trump in den Schlagzeilen gelandet. © Salvador Melendez/AP/dpa
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen.
Claudia Sheinbaum Pardo ist seit dem 1. Oktober 2024 Präsidentin Mexikos. Die Physikerin, die in Energietechnik promovierte, beteiligte sich an zwei Berichten des Weltklimarats, der 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt. Sheinbaum stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. © IMAGO/Luis Barron
Lázaro Cárdenas, mexikanischer Militärführer und Präsident
Der mexikanische Militärführer Lázaro Cárdenas war von 1934 bis 1940 Präsident des Landes. Er gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs Lateinamerikas und ist bekannt für Nationalisierungen und Umverteilungspolitik. Hier ist er bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern der Ölindustrie in Tamaulipas im Jahr 1938 zu sehen. © IMAGO
Fidel Castros führte die kubanische Revolution.
Fidel Castro (1926 bis 2016) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker, der nach dem Sturz der Batista-Diktatur 1959 fast fünf Jahrzehnte lang als autoritärer Staatschef den ersten kommunistischen Staat in der westlichen Hemisphäre regierte und Kuba aus der Abhängigkeit von den USA führte. © dpa
Che Guevara
Ernesto „Che“ Guevara (1928 bis 1967) war ein argentinischer Arzt und marxistischer Revolutionär, der als Guerillaführer und Anführer der Rebellenarmee maßgeblich an der Kubanischen Revolution (1953 bis 1959) beteiligt war. Später wurde er bei dem Versuch, eine Revolution in Bolivien zu entfachen, im Alter von 39 Jahren getötet. © dpa
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays.
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Cubas wird als „populistischer Anti-Establishment-Kandidat“ mit „extremen antidemokratischen Ansichten“ beschrieben. Er bezeichnete sich selbst als „romantischen, republikanischen und nationalistischen Anarchisten“. Nach der Wahl 2023 behauptete er Wahlbetrug und organisierte Proteste, was zu seiner Festnahme führte. © NORBERTO DUARTE/afp

Zölle gegen Brasilien, Kriegsschiffe gegen Venezuela: Trumps politischer Feldzug in Lateinamerika

Trump straft linke Antiimperialisten wie Ignacio Lula da Silva in Brasilien oder Nicolás Maduro in Venezuela und belohnt rechte und kapitalismusfreundliche Staatschefs wie Milei in Argentinien oder Nayib Bukele in El Salvador. In Lateinamerika weckt diese Strategie schmerzhafte Erinnerungen an die Unterstützung von Diktaturen während des Kalten Krieges als Teil einer umfassenden Eindämmungs-Politik der USA gegen sowjetischen Kommunismus und lateinamerikanische Emanzipation.

Für mich wirkt die „Make America Great Again“-Linie eher wie die Politik einer absteigenden Großmacht, getrieben von Frustration und aggressiver Ungeduld.

Hans-Jürgen Burchardt, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an der Universität Kassel

Laut Burchardt geht es Trump um politischen Einfluss. „Wenn Sie sich anschauen, was Trump in den letzten Wochen und Monaten in Lateinamerika gemacht hat, geht es um Macht- und Geopolitik. Er hat mit der Übernahme des Panamakanals gedroht, in Bezug auf Migration und Drogenhandel indirekt auf eine Militärintervention in Mexiko hingewiesen, Venezuela mit Kriegsschiffen provoziert und die Verurteilung Bolsonaros in Brasilien mit Zöllen bestraft.“

„Es geht um Macht- und Geopolitik in Lateinamerika“ – Experte attestiert Trump Demokratiefeindlichkeit

Die Verurteilung des rechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaros sei eine „Sternstunde der Demokratie“ für Brasilien gewesen und ein Beispiel, wie man mit Umsturzversuchen umgehen könne. Gerade wegen der Parallelen zum Sturm auf das Kapitol nach Trumps erster Amtszeit durch republikanische Fanatiker scheint dessen harsche Reaktion darauf persönlich-politisch motiviert. „Ich finde das ungeheuerlich, dass man versucht, über ökonomische Stärke politische Macht auszuüben und den demokratischen Rechtsstaat zu demontieren“, sagt Burchardt.

Hans-Jürgen Burchardt ist Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an der Universität Kassel. Er forscht zu Fragen der internationalen Umwelt- und Rohstoffpolitik, Nord-Süd-Beziehungen, Nachhaltigkeit und Entwicklungstheorie mit Fokus auf Lateinamerika.

Die USA haben auch wirtschaftliches Interesse in Argentinien. Etwa an Nuklearenergie, der Kontrolle des Südatlantiks, seltenen Erden, Künstlicher Intelligenz oder Erdöl, wie das Magazin El Grito Del Sur auflistet. Und gerade die Förderung von Schieferöl und -gas durch Fracking in der argentinischen Vaca-Muerta-Region als einer der größten Devisenbringer Argentiniens aktuell, deckt sich zudem mit der klimaskeptischen Linie des US-Präsidenten. „Trump betreibt den generellen Backlash zur fossilen Energie. Das passt zur argentinischen Politik“, sagt Burchardt.

„Die USA verliert aktuell massiv an Attraktivität“ – Weltmacht vor dem Niedergang?

Auch bei den Provokationen vor Venezuela gehe es nicht nur um den Krieg gegen Drogen. Trump habe nicht einmal Rechtssicherheit in internationalen Gewässern. Es gehe Trump um eine Überdehnung, Diskreditierung und Schwächung internationaler Politik und Inszenierung von Gewalt und Militär als politisches Mittel. Das sei ein deutlicher Versuch, internationale Politik als Regulierungsinstrument zu schwächen oder sogar aufzulösen. Trump bewegt sich laut Burchardt weg von der Stärke des Rechts, hin zum Recht des Stärkeren.

Nach Einschätzung des Experten werden die USA durch diesen Kurs allerdings mehr verlieren als gewinnen. „Für mich wirkt die ‚Make America Great Again‘-Linie eher wie die Politik einer absteigenden Großmacht, getrieben von Frustration und aggressiver Ungeduld“, sagt er. Trumps Strategie in Lateinamerika zerschlage viel Porzellan und schwäche nicht zuletzt die Softpower. „Er stellt den American Way of Life massiv infrage, demontiert den Rechtsstaat, die Demokratie, die Meinungsfreiheit, die Wissenschaftsfreiheit und fördert eine Militarisierung der Gesellschaft und Politik. Dadurch verliert die USA aktuell massiv an Attraktivität.“ Experten sehen darin auch eine Chance für Europa. (Quellen: Opina Argentina, El Grito Del Sur) (lm)

Rubriklistenbild: © Handout/afp

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