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Nur noch 1,5 Prozentpunkte

Neue Umfrage zeigt: Abstand zwischen AfD und Union verringert sich

Die Rechtsaußen-Partei AfD verliert einen Prozentpunkt (26 Prozent) und die Union bleibt stabil bei 24,5 Prozent, aber der Abstand schmilzt dennoch.

Berlin – Die „Stadtbild“-Kontroverse, Koalitionsinterne Streitigkeiten und dramatisch schlechte Umfragewerte: Für die Regierung unter Friedrich Merz (CDU) läuft es derzeit nicht rund. Das zeigen auch die aktuellen Umfragewerte des Sonntagstrends. Laut diesem musste das Regierungsbündnis von Union und SPD weitere Verluste bei der Wählergunst hinnehmen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Bei der wöchentlichen Erhebung des Instituts Insa für die Bild am Sonntag erreichen beide Regierungsparteien gemeinsam nur noch 39 Prozent. Die CDU/CSU unter Kanzler Merz bleibt weiterhin bei 24,5 Prozent. Die Sozialdemokraten konnten hingegen um einen Prozentpunkt auf 15 Prozent zulegen. Die Alternative für Deutschland (AfD) führt zwar mit 26 Prozent weiterhin das Feld an, doch im Vergleich zur letzten Umfrage büßte sie einen Prozentpunkt ein. Die Union bleibt stabil, die AfD sinkt leicht: Damit verringert sich der Abstand zwischen AfD und Union weiter.

Kritik an der Regierungsarbeit wächst: 66 Prozent mit Merz-Koalition unzufrieden

Die Umfrage zeigt auch, dass die Kritik an der Regierungsarbeit wächst: 66 Prozent der Teilnehmer bewerten diese negativ – das sind drei Prozentpunkte mehr als in der vorigen Woche. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) geht davon aus, dass das aktuelle Kabinett die Wahlperiode nicht bis 2029 überstehen wird. Damit trauen Wähler der Merz-Regierung einen Zusammenbruch wie der Ampel-Koalition unter Olaf Scholz (SPD) im vergangenen Herbst zu.

Kein Wunder, denn vor allem die Merz-Aussage in der Debatte ums „Stadtbild“ hat Spuren hinterlassen. Der Diskurs entstand, als Merz Mitte Oktober bei einer Pressekonferenz in Potsdam sagte: „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“ und dies mit Migration verknüpfte. Als er später gefragt wurde, was er damit meine, antwortete er provokant: „Fragen Sie mal Ihre Töchter“. Diese vagen Äußerungen führten zu massiver Kritik von Opposition und Koalitionspartner SPD, die ihm Rassismus und Spaltung der Gesellschaft vorwarfen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Merz ruderte später teilweise zurück und konkretisierte, er meine Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus, die nicht arbeiten – betonte aber gleichzeitig, dass Migranten ein „unverzichtbarer Bestandteil“ des Arbeitsmarktes seien. Trotzdem bleibt der Vorwurf von Diskriminierung und Rassismus. Das zeigt sich im Politiker-Ranking für den Kanzler: Merz fällt von Platz 13 auf 19 – und damit auf den vorletzten Platz, so die Bild.

Politiker-Ranking zeigt: Weidel deutlich beliebter als Merz

AfD-Chefin Alice Weidel konnte dagegen im Politiker-Ranking punkten und wandert von der Elf auf die Neun. Und obwohl die Alternative für Deutschland einen Prozentpunkt verlor, führt sie mit 26 Prozent weiterhin das Feld an. Sowohl die Partei Die Linke als auch Bündnis 90/Die Grünen kommen auf jeweils elf Prozent. Bündnis Sahra Wagenknecht und die Freien Demokraten lägen mit je vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Chronik fünf Monate Schwarz-Rot: Die Pannen-Serie im Überblick

  • Mai: Kanzlerwahl von Friedrich Merz gelingt erst im zweiten Anlauf
  • Juni: SPD-Chef Klingbeil nur mit 64,9 Prozent wiedergewählt
  • Juni/Juli: Streit um Stromsteuer-Senkung: Union protestiert gegen begrenzten Umfang
  • Juli: Verfassungsrichterwahl scheitert - SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf zieht zurück
  • August: Ärger über Merz‘ Teilstopp für Israel-Waffenlieferungen ohne Absprache/Uneinigkeit um Wehrpflichtgesetz
  • September: Streit über Finanzlücke im Haushalt und dem „Herbst der Reformen“
  • Oktober: „Stadtbild“-Kontroverse löst bundesweite Proteste aus

Die Daten für den neuen Sonntagstrend stammen von einer Befragung des Instituts Insa, die zwischen dem 20. und 24. Oktober unter 1205 Wahlberechtigten durchgeführt wurde. Nach Angaben der Bild am Sonntag beträgt die statistische Schwankungsbreite maximal plus/minus 2,9 Prozentpunkte. (Quellen: AFP, Bild am Sonntag) (bg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Political-Moments

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