Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Trotz „Merz muss weg”-Protesten
Umfrage zu „Stadtbild“-Eklat: Mehrheit der Deutschen stimmt Merz zu
Für seine Aussagen über Migranten auf öffentlichen Plätzen musste der Kanzler viel Kritik einstecken. Nun gibt es ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung.
Berlin – Die umstrittenen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz über Migration und das „Stadtbild“ haben eine gesellschaftliche Kontroverse ausgelöst – doch die Mehrheit der Deutschen steht offenbar hinter ihm. Während mehr als 200.000 Menschen eine Online-Petition gegen seine Aussagen unterzeichneten und Demonstranten vor der CDU-Zentrale protestierten, zeigt eine aktuelle Umfrage ein anderes Bild.
Bundeskanzler Friedrich Merz wird für seine „Stadtbild“-Aussagen kritisiert. Doch eine Umfrage zeigt jetzt, dass eine Mehrheit hinter ihm steht. (Archivbild)
63 Prozent der Befragten geben dem Kanzler bei seiner Stadtbild-Aussage recht. Das ZDF-Politbarometer deutet damit eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der medialen Kritik und der Stimmung in der Bevölkerung an. Besonders deutlich wird diese Spaltung beim Blick auf die Altersgruppen: Während nur 42 Prozent der 18- bis 34-Jährigen Merz zustimmen, sind es bei den 35- bis 59-Jährigen rund 70 Prozent.
Umfrage zu Stadtbild-Aussage von Merz – Mehrheit pflichtet Kanzler bei
Die umstrittenen Äußerungen von Merz über Migration und das „Stadtbild“ sorgen seit Tagen für hitzige Diskussionen. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte am 23. Oktober 1038 Wahlberechtigte zu dem kontrovers diskutierten Thema. Das ZDF-Politbarometer ergab, dass 63 Prozent der Befragten dem Kanzler in seiner Einschätzung recht geben, dass es im Stadtbild Probleme mit denjenigen Migranten gebe, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben, nicht arbeiten und gegen Regeln verstoßen. 29 Prozent lehnten diese Einschätzung ab. Besonders auffällig sind die generationsspezifischen Unterschiede in der Bewertung.
Während in der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahren nur 42 Prozent Merz‘ Aussage zustimmten, lag die Zustimmungsrate bei den 35- bis 59-Jährigen bei 70 Prozent. Bei Menschen ab 60 Jahren gaben 66 Prozent dem Kanzler recht. Diese Zahlen verdeutlichen eine deutliche Kluft zwischen den Generationen in der Wahrnehmung des Themas.
Trotz der Debatte um Migration und öffentliche Sicherheit fühlt sich die Mehrheit der Deutschen an öffentlichen Orten sicher. Zusammengerechnet gaben mehr als zwei Drittel der Befragten an, sich sehr sicher (20 Prozent) oder eher sicher (46 Prozent) zu fühlen. Demgegenüber stehen 25 Prozent, die sich eher unsicher fühlen, und 8 Prozent, die sich sehr unsicher fühlen. Zwischen Männern und Frauen zeigten sich dabei nur geringfügige Unterschiede.
Kontroverse Stadtbild-Debatte: Merz sorgte mit „Töchter“-Aussage für Aufsehen
Bei der direkten Nachfrage nach Problemen mit Flüchtlingen in der eigenen Wohngegend zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Lediglich 18 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem unmittelbaren Umfeld Probleme gebe. Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent sieht hingegen keine großen oder gar keine Probleme mit Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft.
Die Kontroverse war entstanden, nachdem Merz erklärt hatte, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik, „aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen“. Seine Aufforderung „Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte“ verstärkte die öffentliche Diskussion zusätzlich.
Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“
Am Mittwoch konkretisierte der Kanzler seine Position und erklärte, Probleme würden diejenigen Migranten machen, „die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und die sich auch nicht an die in Deutschland geltenden Regeln hielten“.
Kritik an Stadtbild-Aussage: Petition gegen Merz gestartet
Parallel zu den Umfrageergebnissen formiert sich auch Widerstand gegen Merz‘ Stadtbild-Aussagen. Mehr als 200.000 Menschen unterzeichneten bis Donnerstag eine Online-Petition der Gruppe „Radikale Töchter“, die sich explizit gegen die Äußerungen des Kanzlers wendet. „Wir sind die Töchter und lassen uns von Ihrem Rassismus nicht einspannen, Herr Merz! Sie sprechen nicht für uns“, kritisieren die Initiatorinnen.
Die Petitionsstarter fordern von Merz, strukturelle Gewalt gegen Frauen als das eigentliche Problem zu benennen und Schutz vor häuslicher Gewalt zur Chefsache zu erklären. Am Dienstagabend demonstrierten bereits mehrere hundert Menschen vor der CDU-Zentrale unter dem Motto „Wir sind die Töchter“ gegen den Kanzler. (Quellen: dpa, AFP) (fbu)
Transparenzhinweis: Der Text wurde um die konkrete Fragestellung erweitert.