Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Deutsche zweifeln an Schwarz-Rot
Merz-Regierung in der Krise: Umfragewerte rauschen ab – Kanzler muss umdenken
Das Vertrauen in die Regierung Merz schwindet. Eine Umfrage zeigt, dass viele Deutsche an ein vorzeitiges Ende der Koalition glauben. Interne Konflikte belasten zusätzlich.
Berlin – Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) steckt tief in der Krise. Das zeigt auch eine neue Umfrage. Die Insa-Erhebung vom 25. Oktober für die Bild offenbart, dass das Vertrauen der Deutschen in die Stabilität der Regierung dramatisch gesunken ist. Der Umfrage zufolge erwarten nur noch 32 Prozent der Befragten, dass die aktuelle Bundesregierung die volle Legislaturperiode bis 2029 durchhalten wird. Fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) rechnet dagegen damit, dass die Koalition vorzeitig scheitern wird – ein deutliches Zeichen für die wachsende Skepsis in der Bevölkerung.
Zunehmend unzufrieden äußerten sich die Befragten auch ganz allgemein gegenüber der Arbeit der Bundesregierung: 66 Prozent sahen diese kritisch – ein Anstieg um drei Prozentpunkte seit dem 10. Oktober. Nur noch 25 Prozent äußern sich demnach zufrieden mit der Koalition. Auch Merz selbst steht in der Kritik. Nur 26 Prozent der Befragten gaben an, mit seiner Arbeit als Kanzler zufrieden zu sein, während 62 Prozent ihre Unzufriedenheit äußern.
Neue Umfrage zeigt: Merz-Regierung in Deutschland zusehends unpopulärer
Die Gründe für die sinkende Popularität der Regierungskoalition sind vielfältig. Interne Konflikte zwischen Union und SPD prägen das Bild der Regierung in der Öffentlichkeit. In der Debatte über den Wehrdienst etwa platzte eine mühsam ausgehandelte Einigung zwischen den Koalitionspartnern. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, stellte Merz laut Reuters hinterher lapidar fest. Auch seine Äußerungen zur Migrationspolitik, vor allem seine Bemerkungen zu „Problemen im Stadtbild“, sorgen für Misstöne.
Jüngstes Beispiel: Auf einer Kundgebung in Bielefeld setzte SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar mit einem Banner „Zusammenhalt statt Spaltung“ ein klares Zeichen gegen den Kurs des Kanzlers. Die Insa-Umfrage zeigt überdies, dass die Aussagen von Merz der Union politisch eher geschadet als genutzt haben. Nur 21 Prozent der Befragten sehen demnach einen möglichen Vorteil für die Union, während 33 Prozent meinen, die Aussagen schadeten CDU und CSU eher. Selbst unter den Unions-Anhängern ist der Rückhalt für Merz begrenzt.
Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“
Werden die Äußerungen von Friedrich Merz zu „Problemen im Stadtbild“ der Union nutzen oder schaden?
nutzen
21 %
weder noch
34 %
weiß nicht / k. A.
13 %
schaden
33 %
(INSA-Umfrage vom 23./24. Oktober mit 1003 Befragten.)
Probleme auch für „Außenkanzler“ Merz: Deutsche glaube laut Umfrage nicht mehr an Schwarz-Rot
Neben den innenpolitischen Herausforderungen sieht sich die Regierung Merz auch mit außenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert. Und das, obwohl Merz in den ersten Monaten der schwarz-roten Koalition mit seinen zahlreichen Auslandsreisen vor allem als „Außenkanzler“ wahrgenommen wurde. Zuletzt aber hat eine kurzfristig verschobene Chinareise von Außenminister Johann Wadephul die angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und der Volksrepublik weiter belastet.
Die SPD reagierte daraufhin etwas verstimmt. „Es ist bedauerlich, dass die Chinareise kurzfristig abgesagt worden ist, auch wenn nur ein eher mageres Gesprächsprogramm vereinbart werden konnte“, sagte Außenpolitiker Ralf Stegner dem Spiegel. Es sei deshalb umso wichtiger, dass der Besuch bald nachgeholt werde. Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies äußerte sich ähnlich und betonte in der ARD, dass man jetzt eine „Beziehungspflege-Diplomatie“ benötige.
Umfrage macht deutlich: Mehrheit der Deutschen ist mit Merz-Regierung unzufrieden
Angesichts dieser Entwicklungen steht die Regierung Merz vor enormen Herausforderungen. Kann der Kanzler aber noch einen Kurswechsel einleiten? INSA-Chef Hermann Binkert fasst die Situation der schwarz-roten Koalition jedenfalls treffend zusammen: „Die Mehrheit der Deutschen ist mit Schwarz-Rot unzufrieden, rechnet mit dem vorzeitigen Ende der Regierung und findet auch nicht, dass die ‚Stadtbild-Aussage‘ der Union helfen wird.“ Sein Fazit ist alarmierend: „Union und SPD entfernen sich von der Bevölkerung, auch von denen, die derzeit noch für sie stimmen würden.“ (Quellen: INSA, Spiegel, ARD, Reuters) (cs)