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Schwarz-Rot im Umfragetief

Merz kann Wähler nicht überzeugen: „Herbst der Reformen“ gescheitert?

Der „Herbst der Reformen“ sollte die Wende bringen. Doch eine neue Umfrage zeigt keinerlei Verbesserung. 71 Prozent sind mit dem Kanzler unzufrieden.

Berlin – Eine neue Umfrage zeichnet ein düsteres Bild für die schwarz-rote Koalition. Die Regierungsparteien konnten gegenüber der AfD kein Land gewinnen; diese wäre bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag weiterhin stärkste Kraft. Auch der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) viel beschworene „Herbst der Reformen“ scheint die Wählerstimmung im Land nicht verändert zu haben.

Bundeskanzler Friedrich Merz: Die neue Forsa-Umfrage zeigt einen dramatischen Vertrauensverlust für den CDU-Vorsitzenden.

Mit zusammengenommen 37 Prozent dümpeln CDU, CSU und SPD im neue RTL/ntv-Trendbarometer des Instituts Forsa weiter am unteren Ende der Skala – rund acht Prozentpunkte hinter ihrem Bundestagswahlergebnis vom 23. Februar. Während die Koalitionsparteien nicht vom Fleck kommen, festigt die AfD ihre Position. Mit 26 Prozent liegt sie zwei Punkte vor der Union und hat seit der Bundestagswahl (20,8 Prozent) deutlich zugelegt. Die CDU/CSU erreicht nur noch 24 Prozent (Bundestagswahl: 28,5 Prozent), die SPD stürzt auf magere 13 Prozent ab (Bundestagswahl: 16,4 Prozent).

Kompetenz-Frage alarmierend: Hälfte der Deutschen traut keiner Partei Problemlösung zu

Besonders bitter für die Regierung: Auch bei der Frage nach der politischen Kompetenz können Union und SPD kaum punkten. Zwar legt die Union in der Befragung um einen Punkt auf 19 Prozent zu und bleibt damit stärkste Kraft in dieser Kategorie, doch die SPD sackt auf nur noch 6 Prozent ab (minus ein Punkt). Bemerkenswert ist der Aufstieg der Linken, die mit unverändert 4 Prozent nun vor den Grünen liegen, die auf 4 Prozent zurückfallen. Die AfD folgt mit stabilen 14 Prozent auf Platz zwei. Das eigentlich Alarmierende aber zeigt sich in einer anderen Zahl: 50 Prozent der Befragten – ein Punkt mehr als in der Vorwoche – trauen mittlerweile keiner einzigen Partei zu, die Probleme Deutschlands zu lösen.

Von dieser politischen Krise ist der Bundeskanzler besonders betroffen. Seine Zufriedenheitswerte befinden sich den Zahlen zufolge im freien Fall: Nur noch 25 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden – ein weiterer Punkt weniger als in der Vorwoche und sechs Punkte weniger als noch Ende August. Die Unzufriedenheit verharrt stabil bei 71 Prozent. Vergleicht man dies mit seinem Höhepunkt Mitte Juni, als 42 Prozent zufrieden und 51 Prozent unzufrieden waren, wird das Ausmaß des Vertrauensverlusts sichtbar. Seit Ende August geht es für den CDU-Vorsitzenden kontinuierlich bergab; ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Übersicht über die aktuellen Umfragewerte laut der jüngsten Forsa-Erhebung:

ParteiProzentpunkte
AfD26
CDU/CSU24
SPD13
Linke12
Grüne12
BSW4
FDP3
Sonstige6

Druck auf Schwarz-Rot wächst: Koalition setzt auf „Herbst der Reformen“ als Rettung

Dabei hatte sich Merz zuletzt intensiv bemüht, seine Wahrnehmung zu verbessern. Nach langer Kritik, er sei zu sehr mit internationaler Politik beschäftigt und zu abwesend im Inland, startete der Kanzler eine regelrechte Öffentlichkeitsoffensive. Doch all diese Auftritte verpufften wirkungslos. Selbst die Tatsache, dass wichtige Regierungsentscheidungen auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stoßen, hilft dem Kanzler nicht weiter.

Schon länger stehen die Regierungspartner unter erheblichem Druck. Schlechte Umfragewerte zwingen sie dazu, rasch mit konkreten Gesetzesbeschlüssen ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Der Bundeskanzler plante, mit einem „Herbst der Reformen“ endlich die Bürger von sich zu überzeugen. Vergangenen Mittwoch (9. Oktober) hatte die Koalition daher bis tief in die Nacht getagt – und im Anschluss verkündet, Kompromisse bei zahlreichen Streitthemen gefunden zu haben.

Forsa-Umfrage zeigt Krise: Schwarz-Rot verliert gegen AfD, Merz-Reformen verpuffen

„Das Bürgergeld ist jetzt Geschichte“, hatte CSU-Chef Markus Söder erklärt. An seine Stelle soll dem Bundeskanzler zufolge eine „wirklich gute neue Grundsicherung“ treten. Leistungsmissbrauch soll künftig konsequenter bekämpft werden – laut Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) mit Sanktionen, die bis an die verfassungsrechtliche Grenze gehen.

Zusätzlich konnten sich die Koalitionspartner auf ein neues Förderprogramm für Elektroautos einigen, das sich gezielt an Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen richtet. Ziel seien „spürbare Vorteile für Verbraucher“ beim Umstieg auf klimaneutrale Mobilität, heißt es in einem Beschluss des Koalitionsausschusses. In einer entscheidenden Frage bleiben Union und SPD jedoch zerstritten: das EU-weite Aus für Neufahrzeuge mit Verbrennermotor ab 2035. Während die Union – allen voran der Kanzler – das Verbrenner-Aus kippen möchte, hält die SPD daran fest. Man habe noch keine abschließende Bewertung gefunden, räumte Merz auf Nachfrage ein.

Am morgigen Mittwoch (15. Oktober) soll das Kabinett außerdem die sogenannte Aktivrente beschließen, die Menschen im Rentenalter erlaubt, monatlich 2.000 Euro steuerfrei hinzuzuverdienen. Ab dem 1. Januar 2026 soll die Regelung in Kraft treten. Ob die gefassten Beschlüsse ausreichen, um das schwarz-rote Blatt zu wenden, wird die Zukunft zeigen. Bislang scheinen sie die Stimmung der Wähler jedoch nicht beeinflusst zu haben. (Quellen: dpa, Forsa, ntv) (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Chris Emil Janssen

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